Torwarttraining

    Abwurf und Abschlag: Spieleröffnung vom Tor

    Mit dieser Beginner-Übung trainierst du Abwurf und Abschlag als kontrollierte Spieleröffnung vom Tor. Feldspieler lernen Freilaufen, offene Stellung und den ersten Kontakt in die Spielrichtung.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 14. Okt. 2026
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    Grundaufbau: Torhüter am Tor eröffnet auf gestaffelte Feldspieler, Hütchen markieren die Zonen, 4–14 Spieler, Feld 25x20 m.

    Übungsname & Ziel: „Abwurf und Abschlag – Spieleröffnung vom Tor“

    Kinder lieben Tore schießen – aber wie kommt der Ball eigentlich kontrolliert vom Tor nach vorne? Genau hier setzt diese Einsteiger-Übung an: Dein Torhüter (oder das Kind im Tor) lernt Abwurf (gerollt oder halbhoch geworfen), Abschlag aus der Hand und den Abstoß vom Boden als einfache Formen der Spieleröffnung. Gleichzeitig üben Feldspieler, sich freizulaufen, offen anzubieten und den ersten Ball sauber zu verarbeiten.

    Im Fokus steht: schnell erkennen, wohin die Spieleröffnung sinnvoll ist, und den Ball sicher in die erste Aufbaulinie bringen – ohne komplizierte Taktik. Für viele Teams ist das der erste Schritt zu „Wir spielen raus“ statt „Wir schlagen blind nach vorne“.

    Wie wichtig dafür die Grundlagen sind, zeigt auch unser Beitrag zur Fußarbeit für junge Torhüter: Ohne gute Schritte zum Ball wird jeder Abwurf ungenau.


    Material, Spieleranzahl & Dauer

    Material:

    • 1 Tor pro Station (Jugendtor oder Minitor)
    • 6–10 Hütchen/Markierungsteller (für Zonen und Startpunkte)
    • 6–8 Bälle pro Station in einem Ballpool neben dem Tor (damit es flüssig bleibt)

    Spieleranzahl:

    • Minimum: 4 (1 Torhüter + 3 Feldspieler)
    • Optimal: 8–12 (Rotation im Tor und an den Positionen)
    • Maximum sinnvoll: 14, dann aber mit zwei Stationen (ab 8 Kindern baust du die Station gespiegelt ein zweites Mal auf, sonst warten zu viele)

    Dauer: 20–25 Minuten (Hauptteil). Optional als Block im Training.

    Feldgröße: ca. 25 x 20 m (vom Tor aus nach vorne), je nach Alter.


    Aufbau

    • Stelle ein Tor auf.
    • Markiere vor dem Tor drei „Anspielstationen“ mit Hütchen:
      • Links (Außenbahn) ca. 10–15 m entfernt
      • Mitte (zentral vor dem Tor) ca. 10–15 m entfernt
      • Rechts (Außenbahn) ca. 10–15 m entfernt
    • Optional: Markiere hinter jeder Station ein kleines Zieltor (2 Hütchen) oder eine Zielzone, in die der Ball nach dem ersten Kontakt gespielt/dribbelt werden soll.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung (nummeriert)

    1. Startpositionen einnehmen: Ein Kind ist im Tor. Drei Feldspieler stehen an den markierten Anspielstationen (links/mitte/rechts). Weitere Kinder warten als Rotationsspieler hinter den Stationen.
    2. Signal & Blickkontakt: Der Trainer gibt ein Startsignal. Der Torhüter hat den Ball in der Hand und soll kurz scannen: Wer ist frei? Wer zeigt sich gut?
    3. Freilaufbewegung: Auf das Signal lösen sich die drei Anspieler leicht aus ihrer Position (1–2 Schritte), bieten sich mit offener Körperstellung an (seitlich zum Tor, Blick ins Feld). Warum? So können sie den Ball direkt „mitnehmen“.
    4. Abwurf-Variante: Der Torhüter eröffnet mit einem gezielten Abwurf (flach oder halbhoch) zu links, mitte oder rechts.
    5. Erster Kontakt & Anschlussaktion: Der Anspieler nimmt den Ball mit maximal 2 Kontakten an und spielt/dribbelt in die Zielzone oder durch das Hütchentor.
    6. Rücklauf & Rotation: Der Anspieler holt den Ball (oder legt ihn in einen Ballpool zurück). Nach 3–4 Aktionen wird rotiert: neuer Torhüter, neue Anspieler.
    7. Abschlag-Variante: Nach einigen Minuten wechselst du: Der Torhüter eröffnet nun mit dem Fuß, entweder als Abschlag aus der Hand (Dropkick: Ball fallen lassen und kurz nach dem Aufsetzen treffen) oder als Abstoß vom Boden (flacher Pass mit Innenseite oder Spann). Die Stationen rücken dafür 5 m weiter weg. Ziel bleibt: kontrolliert und flach zu einer Station.
    8. Mini-Wettbewerb: Zähle Punkte:
      • 1 Punkt, wenn der Ball die angesagte Station erreicht und der Anspieler ihn ohne Hilfe der Hände kontrollieren kann
      • +1 Punkt, wenn der Feldspieler den Ball mit dem ersten Kontakt in Richtung Zielzone mitnimmt

    Merke: Einige Landesverbände schränken den Abschlag im Kinderfußball ein: In der G- und F-Jugend ist er teils ganz verboten (nur Abwurf oder Eindribbeln), im Kleinfeld der D-Jugend darf der Ball teils nicht direkt über die Mittellinie. Die Regeln deines Verbands findest du im Landesverbands-Vergleich.


    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U8 (ganz einfach)

    • Nur Abwurf erlauben, am besten gerollt, Distanz verkürzen (8–10 m).
    • Anspieler dürfen den Ball stoppen und dann dribbeln.
    • Ziel: Erfolgserlebnisse und Sicherheit.

    U9–U10 (mehr Entscheidung)

    • Abwurf und Abschlag mischen.
    • Anspieler müssen vor dem Zuspiel kurz „checken“ (Schulterblick): „Wo ist Platz?“
    • Maximal 2 Kontakte bis zur Zielzone.

    U11–U13 (mit leichtem Druck)

    • Füge einen passiven Störer hinzu, der eine Station „schatten“ darf.
    • Torhüter soll bewusst weg von Druck eröffnen.
    • Anschluss: Nach Annahme folgt ein Pass in ein zweites Hütchentor.

    Wenn du später in Richtung Spielformen gehen willst, hilft dir das Prinzip aus Restverteidigung einfach erklärt (U12+): Auch bei Torwart-Eröffnung braucht es Absicherung, falls der Ball verloren geht.


    Coaching-Tipps (was du konkret coachen kannst)

    • Torhüter: „Erst schauen, dann werfen/schlagen.“ Kopf hoch, bevor der Arm schwingt.
    • Technik Abwurf: Auf kurze Distanz rollen (tief in die Knie, Ball am Boden loslassen), weiter weg über den Arm werfen, Ball zielgerichtet aus der Hand führen. Flach ist fast immer sicherer.
    • Technik Abschlag: Ball aus Hüfthöhe fallen lassen, nicht hochwerfen. Fußspitze gestreckt, Treffpunkt Ballmitte mit dem Spann, Oberkörper leicht über dem Ball, dann fliegt er flach.
    • Zielrichtung beim Abschlag: Lieber auf die Außenbahn oder in einen freien Raum, in den ein Kind hineinlaufen kann, statt hoch in die Mitte, wo die meisten Gegenspieler stehen. Für das Team gilt danach: „Nach dem Abschlag sofort nachrücken!“ So sichert ihr den zweiten Ball.
    • Feldspieler anbieten: Nicht festkleben! 1–2 Schritte lösen, offen stehen, Hände/Arm als Signal.
    • Erster Kontakt: Ball in die Spielrichtung mitnehmen – nicht zum Tor zurück.

    Als Anschluss kannst du nach der Spieleröffnung direkt in Abschlussaktionen überleiten, z. B. mit einem Pass und Torschuss wie bei Torschuss aus der Bewegung. So entsteht ein runder Trainingsfluss.


    Häufige Fehler (und schnelle Korrekturen)

    • Torhüter wirft „blind“: Erinnerung: „Erst scannen – dann spielen.“
    • Anspieler stehen frontal: Korrigiere auf seitliche, offene Stellung.
    • Bälle zu hart/zu hoch: Distanz verkürzen, lieber flach starten, dann steigern.
    • Abschlag fliegt steil nach oben: Ball wurde hochgeworfen oder mit der Fußspitze nach oben getroffen. Fallen lassen, Spann strecken, Knie über den Ball.
    • Zu viel Wartezeit: Mehr Bälle bereitlegen oder zwei Spiegel-Stationen aufbauen.

    Mehr Abwurf-Übungen

    Mehr Übungen für die Bambini (U7)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Der Abstoß ist eine offizielle Spielfortsetzung nach einem Toraus: Der Ball liegt ruhend am Boden und wird mit dem Fuß ins Spiel gebracht. Den Abschlag spielt der Torwart dagegen aus der Hand, nachdem er den Ball gefangen hat: fallen lassen, dann schießen. Im Alltag sagen viele trotzdem zu jedem weiten Torwart-Ball „Abschlag“.

    Sinnvoll ist ein spielerischer Einstieg ab U7/U8 – vor allem über den Abwurf auf kurze Distanz. Der Abschlag kann ab U9/U10 dazukommen, sobald das Kind stabil steht und den Ball kontrolliert trifft. Wichtig: Erfolgserlebnisse vor Weite – lieber präzise und kurz als weit und unkontrolliert.

    Für Kinderfußball ist **Genauigkeit** fast immer wichtiger. Eine kontrollierte Spieleröffnung zu einem freien Mitspieler hilft dem Team, im Ballbesitz zu bleiben. Weite entwickelt sich später automatisch, wenn Technik, Timing und Körperstabilität besser werden.

    Gib einfache, klare Regeln: 1) kurz lösen (1–2 Schritte), 2) **offen anbieten** (seitlich stehen), 3) Blick zum Torhüter und 4) nach dem ersten Kontakt in eine Zielzone spielen/dribbeln. Kleine Zielzonen oder Hütchentore helfen, die Anschlussaktion zu strukturieren.