Clearing-Techniken: Ball aus der Gefahrenzone
Mit dieser Übung trainierst du Clearing-Techniken unter Druck: sauberes Klären, richtige Entscheidung und sicheres Verteidigen in Tornähe. Ideal für Einsteigerteams im Kinderfußball.
Clearing klingt simpel: „Hau den Ball weg!“ Doch im Kinderfußball entscheidet oft die Technik unter Druck, ob der Ball wirklich aus der Gefahrenzone kommt – oder direkt beim Gegner landet. Mit dieser Übung trainierst du sichere Clearing-Techniken (innen/außen, Spann, hoher Befreiungsschlag) und gleichzeitig die richtige Entscheidung: Wohin klären? Wann ist ein kontrollierter Pass besser?
Übungsname & Ziel
Übungsname: Clearing-Techniken: Ball aus der Gefahrenzone
Ziel: Kinder lernen, in Tornähe unter Zeitdruck den Ball sicher zu klären (seitlich/diagonal statt zentral) und dabei eine stabile Körperhaltung, saubere Fußstellung und eine klare Entscheidung zu treffen.
Material, Spieleranzahl, Dauer
Material:
- Hütchen (für Gefahrenzone, Zielkorridore und Startpunkte)
- 8–10 Bälle als Vorrat
- 1 Minitor (oder Hütchentor) als Tor, das der Verteidiger schützt
- 4 Markierungsteller (optional für Zielkorridore)
Spieleranzahl: min. 6, max. 14 (pro Feld 5–7 Kinder; ab 8 Kindern baust du zwei Felder spiegelbildlich nebeneinander auf)
Dauer: 20–25 Minuten
Feldgröße: ca. 20 x 25 m (mit „Gefahrenzone“ vor einem Torbereich)
Aufbau
- Markiere eine Gefahrenzone (z. B. 10 x 12 m) vor einem Hütchentor oder Minitor.
- Links und rechts außerhalb der Gefahrenzone stehen zwei Zielkorridore (je 3–4 m breit) oder je ein Minitor/Hütchentor als Clearing-Ziel.
- Lege am Rand einen Ballvorrat bereit.
- Rollen pro Feld: ein Verteidiger in der Gefahrenzone, ein Zuspieler mit Ball vor der Zone, ein Druckspieler neben ihm. Die übrigen Kinder warten beim Zuspieler und holen geklärte Bälle zurück.
Warum Zielkorridore? Damit Kinder nicht „blind nach vorne“ klären, sondern lernen: Zentral ist gefährlich – seitlich ist sicher.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Technik-Einstieg ohne Gegner (ca. 5 Minuten): Der Zuspieler spielt dem Verteidiger Bälle zu, der sie ohne Druck in die Zielkorridore klärt: flache Bälle mit der Innenseite seitlich weg, rollende oder aufspringende Bälle mit dem Spann „hoch, weit, breit“, ab U10 halbhohe Bälle als Volley. Zuspiele kommen nie in Kopfhöhe, geköpft wird in dieser Übung nicht.
- Startsignal & Zuspiel: Der Zuspieler spielt den Ball flach oder halbhoch in die Gefahrenzone.
- Druck erzeugen: Der Druckspieler startet mit dem Zuspiel und setzt den Verteidiger unter Druck (ohne überhart zu tackeln – Fokus: Zeitdruck).
- Erste Entscheidung: Der Verteidiger entscheidet:
- Direkt klären (1. Kontakt) oder
- Annehmen + klären (2 Kontakte), wenn genug Zeit da ist.
- Clearing-Ausführung: Der Verteidiger klärt den Ball in einen der beiden Zielkorridore bzw. durch eines der seitlichen Hütchentore.
- Punktwertung:
- 1 Punkt, wenn der Ball seitlich/diagonal in den Zielbereich geklärt wird.
- 0 Punkte, wenn der Ball zentral oder zu kurz geklärt wird.
- Bonuspunkt, wenn der Verteidiger nach dem Clearing sofort nachschiebt (2–3 Schritte raus aus der Zone) – das fördert aktives Verteidigen.
- Erobert der Druckspieler den Ball, darf er sofort aufs Tor schießen. Ein Treffer gibt 1 Punkt für die Angreifer.
- Wechsel: Nach 3–4 Aktionen rotieren die Rollen: Der Zuspieler wird Druckspieler, der Druckspieler geht als Verteidiger in die Zone, der Verteidiger holt Bälle und stellt sich beim Zuspieler an. So kommt jedes Kind alle paar Minuten wieder in die Zone.
Variationen für verschiedene Altersgruppen
U8–U9 (sehr einfach)
- Angreifer läuft nur „Schatten-Druck“ (ohne Ballgewinnversuch).
- Verteidiger hat 2 Kontakte Pflicht: annehmen, dann klären.
- Zielbereiche größer machen.
U10–U12 (Standard)
- Angreifer darf aktiv den Ball erobern.
- Verteidiger darf frei entscheiden: 1 oder 2 Kontakte.
- Clearing-Ziel wird enger: nur noch diagonal zählt als Punkt.
U13+ (fortgeschritten)
- Nach dem Clearing entsteht ein kurzes Umschaltspiel: Im Zielkorridor wartet ein Mitspieler des Verteidigers. Er nimmt den geklärten Ball an und dribbelt mit dem nachrückenden Verteidiger auf ein Hütchentor an der gegenüberliegenden Feldseite. Der Druckspieler versucht, den Konter zu stoppen.
- Zuspiele variieren: flach, halbhoch, leicht springend.
Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)
- Körper zwischen Ball und Gegner: Schon vor dem Kontakt leicht seitlich stellen, um den Gegner abzuschirmen.
- Blick vor dem Clearing: Kurz scannen: Wo ist Platz? Wo steht der Gegner? Zentral vermeiden.
- Saubere Fußstellung: Standbein neben den Ball, Oberkörper stabil. Beim Spann-Clearing nicht „nach hinten lehnen“, sonst fliegt der Ball unkontrolliert.
- Hoch, weit, breit: Ein Befreiungsschlag soll Zeit bringen. Hoch und weit Richtung Seitenlinie gibt deinem Team Zeit zum Nachrücken, ein flacher Ball ins Zentrum landet beim Gegner.
- Entscheidung vereinfachen: Merksatz für Kinder: „Wenn Druck da ist: raus seitlich! Wenn Zeit da ist: kontrolliert!“
Typische Fehler & schnelle Korrekturen
- Ball wird nach vorne in die Mitte geklärt: Zielkorridore deutlich markieren und Punkte nur für seitlich/diagonal geben.
- Zu kurze Clears: Abstand der Zielzone anpassen und Technik „durch den Ball“ coachen (nicht nur „draufhauen“).
- Hektik im ersten Kontakt: Bei Bedarf die Regel „2 Kontakte“ für eine Runde einführen.
Praxis-Bezug: Wo hilft dir das im Spiel?
Clearing ist besonders wichtig bei Standards und engen Spielsituationen. Wann Wegschlagen überhaupt sinnvoll ist, erklärt der Lexikon-Eintrag Klärungsaktion: Ball wegschlagen – wann sinnvoll?. Wenn dein Team häufig nach Ecken oder zweiten Bällen unter Druck gerät, kombiniere diese Übung mit klaren Rollen und einfachen Regeln aus unserem Beitrag Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+). Für die Zweikampfbasis lohnt sich außerdem Verteidigen im 1 gegen 1: 8 Duellspiele (U10–U15) – denn ein gutes Clearing beginnt oft mit einem stabilen 1-gegen-1. Und wenn du das Thema „Wer sichert hinter dem Pressing ab?“ vertiefen willst, passt Restverteidigung einfach erklärt (U12+) ideal dazu.
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