Technik

    Volley & Dropkick: 6 Schussübungen (U10–U17)

    Diese Einheit liefert dir 6 leicht umsetzbare Schussübungen für Volley und Dropkick von U10 bis U17. Mit klaren Schritten, Varianten und Coaching-Cues für besseres Timing und saubere Ballkontakte.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 25. Sept. 2026
    Grundaufbau: Tor mit Torwart, zwei Zuspielstationen seitlich (12–16 m), zentrale Abschlusszone — Zuspiel kommt seitlich, Volley-Abschluss.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Volley & Dropkick – 6 Schussübungen (U10–U17)

    Ziel: Mit diesen Übungen lernt dein Team, Volley und Dropkick als spielnahe Abschlussformen zu schießen: saubere Balltreffpunkte, richtige Körperhaltung, Timing beim Zuspiel und schnelle Abschlussentscheidungen. Die Formen passen ins Abschlusstraining der Jugend – draußen oder als Torschuss in der Halle.

    Wenn du die Technik-Grundlagen noch einmal kompakt nachlesen willst, hilft dir der Beitrag Volley & Dropkick: Schusstechnik für Kinder (U10+).

    Begriffe: Beim Volley triffst du den Ball in der Luft, bevor er den Boden berührt. Beim Dropkick wirfst du den Ball aus der Hand deutlich vor dein Schussbein an und triffst ihn kurz nach dem Aufprall auf Höhe des Standbeins. Der Halbvolley (Aufsetzer) funktioniert genauso, nur kommt der Ball von einem Zuspiel.

    Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    • Materialien: 1–2 Tore (oder Minitore), 10–12 Bälle, 8–12 Markierungshütchen
    • Spieleranzahl: min. 4, ideal 8–14, max. 16 (dann in zwei Gruppen an zwei Toren spiegeln, je Tor höchstens 8 Spieler)
    • Dauer: 20–30 Minuten (Hauptteil), optional +10 Minuten Wettkampfabschluss. Wähle pro Einheit 3–4 der 6 Übungen passend zum Niveau (je 5–7 Minuten), statt alle sechs anzureißen.
    • Feldgröße: ca. 25x20 m (oder halbe Halle)

    Aufbau (kurz)

    • Stelle ein Tor auf.
    • Markiere zwei Zuspielstationen seitlich (links/rechts) auf ca. 12–16 m Torentfernung.
    • Markiere eine Abschlusszone zentral (ca. 10–14 m vor dem Tor).
    • Optional: Markiere eine Dropkick-Linie (ca. 14–18 m vor dem Tor), von der aus die Spieler selbst abschließen.
    • Torwart-Sicherheit: Mit Torwart nur ab ca. 12 m Distanz und nur, wenn der Torwart bereit ist. Für U10/U11 und bei kürzeren Distanzen auf Minitore oder Zielzonen ohne Torwart schießen.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Schussübungen)

    Organisiere eine Rotation: Schütze → Ballholer → Zuspieler → Schütze. So bleiben die Wiederholungen hoch. Geschossen wird erst, wenn der Ballholer aus der Schussbahn ist.

    1) Volley nach Zuwurf (Einsteiger)

    1. Der Zuspieler steht 4–6 m vor dem Schützen und wirft den Ball von unten in Kniehöhe an.
    2. Der Schütze trifft den Ball direkt aus der Luft mit dem Spann – erst zum Zuspieler zurück, dann aus der Abschlusszone aufs Tor.
    3. Erfolg: Der Ball fliegt flach bis halbhoch und landet beim Zuspieler bzw. im Tor.

    2) Volley nach „Chip“-Zuspiel (Timing)

    1. Zuspieler chippt den Ball leicht hoch (1–2 m Flugkurve) in die Zone.
    2. Der Schütze bewegt sich so unter den Ball, dass er ihn vor dem Körper trifft, das Knie ist über dem Ball.
    3. Schuss als Vollspann-Volley oder kontrollierter Innenseiten-Volley.

    3) Dropkick aus der Hand

    1. Der Schütze hält den Ball selbst mit beiden Händen vor dem Körper.
    2. Er wirft den Ball mit leicht nach vorn gebeugtem Oberkörper deutlich vor das Schussbein an.
    3. Er trifft ihn kurz nach dem Aufprall auf Höhe des Standbeins (Dropkick) Richtung Tor. Wichtig: Nie einen Ball treffen, den ein Mitspieler aus der Hand anwirft – der Fuß kommt sonst der Hand oder dem Körper des anderen zu nah.

    4) Volley nach Seitflanke (Halle & draußen)

    1. Zuspieler dribbelt 2–3 Kontakte an und spielt eine halbhohe Flanke (Knie- bis Hüfthöhe). Eine flache Flanke wird als Direktschuss genommen.
    2. Schütze startet im Rücken eines Hütchens (kleiner Anlaufweg).
    3. Abschluss als Volley – Fokus: Treffpunkt vor dem Körper, Hüfte und Oberkörper drehen zum Tor.

    5) Aufsetzer-Volley (Ball springt einmal)

    1. Zuspieler wirft/rollt den Ball so an, dass er einmal aufsetzt.
    2. Schütze wartet nicht passiv: kleine Anpassungsschritte.
    3. Schuss direkt nach dem Aufsetzer (häufig leichter als „reiner“ Volley).

    6) Entscheidungs-Volley (Reiz: links/rechts)

    1. Beide Zuspieler halten einen Ball bereit. Du stehst hinter dem Schützen und zeigst den Zuspielern eine Seite an.
    2. Nur der angezeigte Zuspieler spielt. Der Schütze erkennt am Ausholen, woher der Ball kommt.
    3. Schütze muss schnell den Körper öffnen und abschließen.

    Variationen nach Altersgruppe (U10–U17)

    U10–U11 (Einsteiger, Technik vor Kraft)

    • Erlaube den Innenseiten-Volley statt Vollspann. Den Unterschied zwischen den Kontaktflächen vertieft Abschluss lernen: Innenseite vs. Spann (U7–U11).
    • Verkürze die Distanz auf 6–10 m und schieße auf Minitore oder Zielzonen ohne Torwart.
    • Nutze einen leichteren Ball (wenn im Verein vorhanden) oder spiele mehr Aufsetzer-Volleys (Übung 5), weil das Timing einfacher ist.
    • Einfachste Einstiegsprogression – „Dropkick nach Selbstanwurf“: Jedes Kind steht einzeln mit Ball 6–10 m vor einer Hütchenlinie, wirft den Ball mit beiden Händen vor das Schussbein an und schießt ihn kurz nach dem Aufprall als Dropkick über die Linie. Lieber ruhig und sauber als hart.
    • Halbvolley-Brücke – „Zuspiel vom Boden“: Paare stehen 10–12 m auseinander; Spieler A lupft den Ball leicht an, sodass er kurz vor Spieler B einmal aufspringt. Spieler B schießt direkt nach dem Aufsprung zurück (Halbvolley) – kleiner Ausholweg, Fuß „durch den Ball“ führen. Der Halbvolley ist die perfekte Brücke zwischen normalem Schuss und Volley.
    • Timing-Frage als Coaching-Cue: „Triffst du den Ball zu früh (bevor er den Boden berührt) oder zu spät (wenn er schon wieder steigt)?“ So lernen Kinder, den Aufsprung bewusst zu beobachten.
    • Spielform „2-gegen-2 Flugball-Abschluss“: Feld ca. 20x25 m, 2 Tore, daneben ein neutraler Zuspieler (oder Trainer) mit Ball. Jeder Angriff startet mit einem Anwurf vom Neutralen in die Flugbahn. Ein Abschluss zählt doppelt, wenn er als Volley oder Dropkick erfolgt. Nach 60–90 Sekunden rotieren. Im Spiel kommt diese Situation oft in kleinen Spielformen vor – wie du sie für die Jüngeren organisierst, zeigt Funino: Aufbau, Regeln & Coaching.

    U12–U14 (mehr Dynamik, mehr Wiederholungen)

    • Zuspieler unter Zeitdruck: maximal 2 Kontakte.
    • Zielzonen im Tor (Ecken markieren) und Punkte vergeben.
    • Tempo-Serie: Nach dem Schuss spielt der Ballholer sofort den nächsten Ball zu, der Schütze hat 3 Abschlüsse in 20 Sekunden.

    U15–U17 (Spielnähe & Entscheidungsdruck)

    • Baue einen passiven Verteidiger ein, der den Schusswinkel stört.
    • Kombiniere: Klatschpass → Chip → Volley.
    • Wettkampfmodus: Team A gegen Team B, 10 Abschlüsse, wer trifft mehr?

    Coaching-Tipps (Schusstechnik U10–U17)

    • Standbein: stabil, das Knie leicht gebeugt, die Fußspitze zeigt grob zum Ziel.
    • Oberkörper: leicht über dem Ball, sonst geht der Volley schnell zu hoch.
    • Treffpunkt: beim Volley die Ballmitte, Knie über dem Ball, Fußspitze gestreckt und fest; beim Dropkick kurz nach dem Aufprall, auf Höhe des Standbeins.
    • Anlauf: lieber kurz und kontrolliert als lang und hektisch.
    • Ausholen & Nachschwingen: klarer Schwung, Fuß „geht durchs Ziel“.
    • Frage an deine Spieler: „Hörst du den sauberen Kontakt – oder klatscht der Ball weg?“ Das schärft die Wahrnehmung.

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Ball wird „getreten“ statt getroffen: Tempo rausnehmen, Fokus auf Timing und Treffpunkt.
    • Zu viel Rücklage, der Ball fliegt über das Tor: „Brust über den Ball“ als einfacher Coaching-Cue; Treffpunkt Ballmitte statt darunter.
    • Ball wird mit der Fußspitze gestochen: Fußspitze strecken und nach unten zeigen lassen, mit den Schnürsenkeln treffen.
    • Zuspiele ungenau: Zuspieler als eigene Lernrolle sehen – Qualität des Zuspiels entscheidet über Lernfortschritt. Im Zweifel wirft der Zuspieler statt zu chippen.

    Sicherheit & Fairness

    Volleys und Dropkicks sind spektakulär – aber Sicherheit geht vor. Achte auf genügend Abstand in der Schusszone und klare Laufwege: Niemand läuft durch die Schussbahn, Ballholer warten seitlich hinter dem Tor. Im Zweikampf gilt beim Volley: Ist ein Gegner mit dem Kopf in Höhe des Balls, wird nicht geschossen (gefährliches Spiel). Im Spiel entstehen Volleys oft nach Flanken in den Strafraum – wann der Schütze dabei im Abseits steht, erklärt Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Mehr Torschuss-Übungen

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Am effektivsten ist eine Progression mit vielen einfachen Kontakten: Starte mit Aufsetzer-Volleys (Ball springt einmal), kurzer Distanz und optional Innenseiten-Abschluss. Erst wenn Timing und Treffpunkt stabil sind, steigerst du auf Chip-Zuspiele und höhere Bälle. Wichtig: Zuspielqualität sichern, sonst leidet die Lernkurve.

    Der Dropkick lebt vom Treffmoment: Der Ball wird kurz nach dem Aufprall auf Höhe des Standbeins getroffen. Achte darauf, dass der Schütze den Ball selbst deutlich vor das Schussbein anwirft, das Standbein stabil steht und der Oberkörper nicht in Rücklage geht. So entstehen flache, druckvolle Schüsse statt hoher „Kerzen“.

    In der Halle reduzierst du die Schussdistanz (z. B. 6–10 m), schießt auf Minitore oder Zielzonen und bevorzugst gut kontrollierbare Zuspiele wie Zuwürfe aus der Hand oder Aufsetzer-Volleys. Plane feste Laufwege und genug Abstand ein, damit keine Spieler in die Schussbahn kreuzen.