Verteidigen

    Defensivblock organisieren: Kettenbewegungen (U16/U17)

    Diese Übung zeigt dir, wie du in der U16/U17 Kettenbewegungen im Defensivblock trainierst. Mit klaren Zonen, Endzone, Pressing-Triggern und Coachingpunkten für kompakte Team-Defensive.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
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    Grundaufbau: Viererkette verschiebt im markierten Feld gegen die Ballzirkulation der Angreifer, 10–16 Spieler, Feld 35x30 m.

    Übungsname & Ziel: „Defensivblock organisieren – Kettenbewegungen als Einheit“

    Wie bleibt deine Mannschaft kompakt, wenn der Gegner den Ball von links nach rechts verlagert? Genau darum geht es in dieser Einsteiger-Übung für U16/U17: Du trainierst das Verschieben als Kette, klare Abstände zwischen den Linien und das gemeinsame Herausrücken (Druck auf den Ball), ohne dass hinten sofort Löcher entstehen. Der Fokus liegt auf dem Organisieren eines stabilen Defensivblocks – also einer geordneten Team-Defensive, die Räume schließt und den Gegner in ungefährliche Zonen lenkt.

    Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf die Grundlagen der Restverteidigung: Wie sicherst du ab, wenn einzelne Spieler pressen? Siehe Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    • Spieleranzahl: 10–16 Feldspieler (ideal: 12–14)
    • Dauer: 20–25 Minuten (Hauptteil)
    • Material:
      • Hütchen/Markierungsteller (für Feld & Zonen)
      • 6–10 Bälle (für flüssige Wiederholungen)
      • 2 Minitore oder 2 Hütchentore (als Konterziele)
      • Leibchen (2 Farben, dazu eine dritte für neutrale Anspieler)
    • Feldgröße: ca. 35 m breit x 30 m tief, mit 3 vertikalen Zonen und einer Endzone (ca. 5 m tief) hinter dem Block

    Aufbau

    • Markiere ein Feld (35 m breit, 30 m tief).
    • Teile das Feld in 3 vertikale Zonen (links – Zentrum – rechts), jeweils ca. 10–12 m breit.
    • Markiere hinter dem Defensivblock eine Endzone (ca. 5 m tief) über die ganze Breite. Diese Linie verteidigt Team B.
    • Team A (Angriff) spielt Ballbesitz und versucht, kontrolliert durch die Zonen zu kombinieren und in die Endzone zu kommen.
    • Team B (Verteidigung) stellt einen Defensivblock aus Viererkette und ein bis zwei zentralen Mittelfeldspielern, ab 16 Spielern mit kompletter Mittelfeldkette (4-4 wie im 4-4-2).
    • Auf der gegenüberliegenden Grundlinie, also dort, wo Team A seinen Angriff aufbaut, stehen 2 Minitore/Hütchentore als Konterziele für Team B.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Teams einteilen

      • Team B: 5–8 Spieler (Defensivteam: Viererkette plus ein bis vier Mittelfeldspieler)
      • Team A: 5–6 Spieler (Ballbesitzteam)
      • Optional: 1–2 neutrale Anspieler außen, wenn der Ballbesitz zu schwer ist.
    2. Startpositionen festlegen

      • Team A beginnt in einer Zone (z. B. links) und hält den Ball.
      • Team B formiert sich im Defensivblock in mittlerer Höhe (nicht zu tief starten).
    3. Ballbesitz-Aufgabe für Team A

      • Ziel: mindestens 5 Pässe in einer Zone, dann Verlagerung in eine andere Zone.
      • Team A darf in jeder Zone Überzahl schaffen, aber nicht alle Spieler dauerhaft in einer Zone parken.
      • Punkte für Team A: Pass in die Endzone, den ein Mitspieler dort kontrolliert, oder Dribbling in die Endzone = 1 Punkt. Gelingt das innerhalb von 5 Sekunden nach einer Verlagerung, gibt es 2 Punkte. So lohnt sich die Verlagerung, und die Kette muss wirklich schnell verschieben.
    4. Defensiv-Aufgabe für Team B: Kettenbewegung

      • Sobald der Ball die Zone wechselt, verschiebt Team B als geschlossene Kette:
        • ballnah verdichten (Druck + Unterstützung)
        • ballfern einrücken (Räume schließen)
        • Abstände zwischen den Spielern konstant halten (Richtwert: 6–10 m je nach Situation).
    5. Pressing-Auslöser (Trigger) definieren

      • Team B darf aktiv attackieren, wenn:
        • der Ball schlecht angenommen wird
        • ein Rückpass gespielt wird
        • ein Spieler mit dem Rücken zum Tor steht
      • Dann: ein Spieler stellt Druck, die Kette sichert dahinter.
    6. Ballgewinn & Konter

      • Gewinnt Team B den Ball, hat es 6 Sekunden, um auf eines der Minitore auf Team As Seite abzuschließen.
      • Danach neuer Ball für Team A (schneller Rhythmus).
    7. Rollenwechsel

      • Nach 3–4 Minuten folgt 1 Minute Pause, danach wechseln die Rollen, damit alle Spieler Kettenbewegungen und Ballbesitz erleben. In 20–25 Minuten schaffst du so 4–5 Durchgänge.

    Variationen (für verschiedene Altersgruppen & Level)

    Variation 1: U14/U15 (leichter)

    • Verkleinere die Breite auf ca. 30 m, damit die Wege beim Verschieben kürzer sind.
    • Erlaube Team B zunächst nur Lenken statt Tackling (Ball nur abfangen, nicht aktiv grätschen/duellieren).
    • Fokus: Form halten statt Balljagd.

    Variation 2: U16/U17 (Standard)

    • Normale Regeln wie oben.
    • Ergänze eine Regel: Bei jedem Rückpass von Team A muss Team B gemeinsam 3–5 Meter nach vorne schieben, um nicht zu tief zu werden.

    Variation 3: Leistungsstärker (schwerer)

    • Team A bekommt die Zusatzaufgabe, nach Verlagerung sofort in die Tiefe zu spielen.
    • Team B muss aktiv mit Abseitslinie arbeiten (wenn passend). Als Basis hilft: Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Coaching-Tipps (das macht den Unterschied)

    • Kompaktheit zuerst: Zwischen Abwehr- und Mittelfeldlinie keine „Autobahn“. Richtwert: 10–15 m Linienabstand.
    • Ballorientiertes Verschieben: Alle bewegen sich, nicht nur der ballnahe Flügel. Frage an dein Team: „Seid ihr als Block unterwegs – oder als Einzelkämpfer?“
    • Kommunikation klar halten: Kurze Kommandos wie „Schieb!“, „Druck!“, „Sichern!“, „Innen!“.
    • 1-gegen-1 richtig timen: Nicht blind herausstechen. Erst Druck, wenn Absicherung steht. Ergänzend: Verteidigen im 1 gegen 1: 8 Duellspiele (U10–U15).
    • Ballnah aggressiv, ballfern diszipliniert: Ballfern nicht „abschalten“ – einrücken, Passwege schließen, zweite Bälle antizipieren.

    Typische Fehler & schnelle Korrekturen

    • Zu große Abstände in der Kette → Bild: „Zwischen zwei Verteidigern darf kein Pass ins Zentrum durchgehen.“ Ballnah enger, insgesamt etwa 6–10 m zum Nebenmann.
    • Alle laufen zum Ball → Ballfern einrücken und Zentrum schließen: Der gefährlichste Raum liegt meist vor dem Tor.
    • Herausrücken ohne Absicherung → Erst „Sichern!“, dann „Druck!“: Der zweite Verteidiger entscheidet, ob der erste attackieren darf.
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    Schritt 0 / 2
    Abb. 1 · Herausrücken mit Absicherung: Erst rückt der Nebenmann diagonal hinter den ballnahen Verteidiger und sichert (1), dann rückt dieser heraus und macht Druck auf den Ball (2) — „Erst Sichern!, dann Druck!“
    Eigenes TeamGegnerBallLaufwegSchritt-Reihenfolge

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    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Der Block sollte ballnah eng und ballfern eingerückt stehen. So schließt du das Zentrum, reduzierst Schnittstellenpässe und lenkst den Gegner in weniger gefährliche Außenräume. Als Orientierung helfen konstante Abstände zwischen den Spielern (oft 6–10 m) und kurze, klare Kommandos beim Verschieben.

    Einfach und effektiv sind: schlechter erster Kontakt, Zuspiel auf einen Spieler mit dem Rücken zum Tor, hoher oder „schwebender“ Pass sowie ein Pass in den Deckungsschatten. Wichtig ist, dass nach dem Trigger nicht nur einer attackiert, sondern die Kette dahinter sofort nachschiebt und absichert.

    Definiere klare Linienabstände (häufig 10–15 m) und fordere ein gemeinsames Nachschieben, sobald vorne Druck entsteht. Korrigiere besonders das ballferne Verhalten: Einrücken und Passwege schließen statt breit stehen bleiben. Kurze Stopps mit „Freeze“ und Neu-Positionieren helfen, das Bild zu verankern.