Funino & 3v3

    Funino: Verlagerungsspiel auf 4 Tore (U11–U13)

    Diese Funino-Übung mit 4 Toren bringt U11–U13 spielnah zur Verlagerung: Kinder erkennen freie Räume, wechseln die Seite und schließen gezielter ab. Mit klaren Regeln, Varianten und Coaching-Punkten für Anfängergruppen.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
    Grundaufbau: Feld ca. 25 x 20 m, je Grundlinie zwei Minitore — ist ein Torraum zugestellt, verlagern aufs freie Tor (3v3 bis 5v5).

    Übungsname und Ziel

    Übungsname: Funino – Verlagerungsspiel auf 4 Tore (U11–U13)

    Ziel der Übung: In dieser Funino-Spielform lernen Kinder, das Spiel zu verlagern (Seitenwechsel/Spielrichtung ändern), wenn ein Torraum zugestellt ist. Gleichzeitig schulst du Freilaufverhalten, Passspiel unter Gegnerdruck und Entscheidungsfindung: Wo ist Platz? Wo ist ein Tor „offen“? Und wann lohnt sich ein schneller Abschluss?

    Warum ist das so wertvoll? Viele Teams spielen in diesem Alter noch „ballorientiert“ und dribbeln sich fest. Mit 4 Toren entstehen automatisch neue Lösungen – und dein Team erkennt häufiger: Nicht durch die Mitte erzwingen, sondern Raum nutzen.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 8 Markierungshütchen (für das Feld)
    • Flache Markierungsteller für die Längslinie in der Feldmitte und die Schusszonen
    • Leibchen in 2 (mit Joker 3) Farben
    • 4 Minitore (oder 4 Stangentore/2 Hütchen pro Tor)
    • 1 Ball pro Feld (plus 2–3 Ersatzbälle am Rand)

    Spieleranzahl

    • Minimum: 6 Spieler (3 gegen 3)
    • Optimal: 8 Spieler (4 gegen 4)
    • Maximum pro Feld: 10 Spieler (5 gegen 5; nur wenn die Gruppe sehr ruhig und passsicher ist)

    Dauer

    • 20–25 Minuten als Hauptteil (z. B. 4–6 Spiele à 3–4 Minuten)

    Aufbau und Feldgröße

    • Feld: ca. 25 x 20 m (für U11 eher 24 x 18 m, für U13 eher 28 x 22 m)
    • Stelle auf jeder Grundlinie zwei Tore auf: links und rechts (insgesamt 4 Tore).
    • Tore stehen mit etwas Abstand zur Seitenlinie, damit es außen Spielraum gibt.
    • Markiere mit flachen Tellern eine Längslinie von Tor zu Tor durch die Feldmitte. Sie teilt das Feld in eine linke und eine rechte Hälfte und macht Verlagerungen für die Kinder sichtbar.
    • Empfehlenswert: vor jedem Torpaar eine Schusszone von ca. 6 m Tiefe. Tore zählen nur bei Abschluss aus der Zone – sonst schießen die Kinder aus der Distanz aufs nahe Tor, statt die Seite zu wechseln.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Teams einteilen: 3 gegen 3 oder 4 gegen 4. Optional mit neutralem Spieler (Joker) für mehr Ballbesitz.
    2. Regel erklären: Jedes Team greift auf beide Tore der Gegenseite an (zwei Zieloptionen). So entsteht automatisch die Idee der Verlagerung.
    3. Spiel starten: Freies Spiel mit Einrollen/Einpassen bei Ausball. Halte Ersatzbälle bereit, damit das Tempo hoch bleibt.
    4. Punktesystem festlegen:
      • Tor = 1 Punkt
      • Bonus: Tor nach Verlagerung = 2 Punkte. Verlagerung heißt: Im selben Angriff wurde der Ball per Pass über die Längslinie auf die andere Feldhälfte gespielt und dort von einem Mitspieler angenommen.
    5. Coaching in kurzen Stopps: Nur 10–15 Sekunden. Frage aktiv: „Wo war Platz? Warum hat sich das Tor geöffnet?“
    6. Rundenweise anpassen: Nach jedem Spiel (3–4 Minuten) kurze Trinkpause und ggf. Regelvariation.

    Variationen (für unterschiedliche Leistungsstände)

    Variation 1: „Verlagerungs-Zone“ (einsteigerfreundlich)

    • Nutze die markierte Längslinie: linke und rechte Hälfte.
    • Ein Tor zählt nur, wenn der Ball vorher die Seite gewechselt hat.
    • Effekt: Kinder suchen automatisch den freien Raum statt in Druck zu dribbeln.

    Variation 2: Joker-Spieler (mehr Ballbesitz, weniger Chaos)

    • 4 gegen 4 + 1 Joker (spielt immer mit Ballbesitzteam).
    • Ideal, wenn dein Team noch wenig Passsicherheit hat.

    Variation 3: Kontaktbegrenzung (für Fortgeschrittene U12/U13)

    • In Ballbesitz maximal 3 Kontakte, in der Schusszone frei.
    • Fördert Blick hoch, schnelle Entscheidungen und sauberes Passspiel.

    Variation 4: Abschluss-Qualität

    • Tor zählt nur nach einem kontrollierten Abschluss (flach, platziert).
    • Passend als Brücke zu Torschuss aus der Bewegung, wenn du den Abschluss technisch gezielter schulen willst.

    Coaching-Tipps (was du beobachten und triggern solltest)

    • Blick heben vor dem Pass: Kinder sollen kurz scannen: Welches Tor ist offen? Wo steht der Mitspieler?
    • Ballfern breit bleiben: Ist der Ball auf der linken Hälfte, bleibt mindestens ein Mitspieler rechts breit. Läuft er „mit in den Pulk“, gibt es niemanden, auf den man verlagern kann.
    • Verlagerung flach und fest: Ein langsamer Pass über die Längslinie gibt dem Gegner Zeit zum Verschieben. Der Empfänger geht dem Ball einen Schritt entgegen und nimmt ihn Richtung freies Tor mit.
    • Dreiecke bilden: Ermutige zu Anspielstationen schräg hinter/seitlich vom Ballführer.
    • Verlagerung erkennen: Wenn der Gegner eine Seite überlädt, ist die andere Seite oft frei. Frage: „Was passiert, wenn alle zum Ball schieben?“
    • Gegen den Ball gemeinsam verschieben: Das verteidigende Team schiebt zur Ballseite, lässt aber das ballferne Tor nicht völlig frei. So lernt auch die Verteidigung, was eine Verlagerung für sie bedeutet.
    • Restverteidigung im Kleinen: Auch im Funino wichtig: Mindestens ein Spieler sichert ab, damit Konter nicht sofort durchlaufen. Dazu passt: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Typische Fehler – und schnelle Lösungen

    • Alle rennen zum Ball: Stoppe kurz und gib eine einfache Teamregel: „Immer mindestens ein Spieler außen!“
    • Verlagerung zu spät: Erinnere an den Trigger: „Wenn du keinen Passweg nach vorn hast – wohin ist Platz?“
    • Verlagerung kommt an, aber zu langsam: Der Gegner ist schon da. Lösung: fester und flacher passen; der Empfänger nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt Richtung freies Tor mit.
    • Hektische Abschlüsse: Baue Bonuspunkte für platzierte Tore ein oder verknüpfe das Thema mit Zielspielen wie Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Kinder lernen, Drucksituationen zu lösen, indem sie nicht festdribbeln, sondern freie Räume erkennen und die Seite wechseln. Durch die 4 Tore entstehen ständig neue Zieloptionen, was Spielintelligenz, Passqualität und Freilaufverhalten verbessert.

    Am besten funktioniert 3 gegen 3 oder 4 gegen 4. So haben Kinder viele Ballkontakte, müssen ständig Entscheidungen treffen und können Verlagerungen wirklich wahrnehmen. Bei sehr großen Gruppen lieber mehrere Felder aufbauen statt 5 gegen 5 zu spielen.

    Nutze ein Bonuspunkt-System: Ein Tor nach Seitenwechsel zählt doppelt. Alternativ kannst du festlegen, dass ein Tor nur zählt, wenn der Ball vorher von der linken auf die rechte Feldhälfte (oder umgekehrt) gespielt wurde. So wird das gewünschte Verhalten spielerisch belohnt.