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    An- und Mitnahme im Futsal: erster Kontakt gewinnt

    Diese Futsal-Übung verbessert den ersten Kontakt unter Druck: Kinder lernen, den Ball in den freien Raum mitzunehmen und den Gegner abzuschirmen. Mit Varianten für U7 bis U13+ und klaren Coaching-Tipps für die Halle.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 19. Jan. 2026
    6 Min.

    Im Futsal entscheidet oft der erste Kontakt: Der Ball ist schwerer, springt weniger – und der Gegner steht meist schon im Rücken. Willst du, dass dein Team in der Halle ruhiger wird und trotzdem schneller spielt? Dann lohnt sich eine Übung, die Annahme Futsal und Mitnahme unter Druck ganz gezielt trainiert.

    Übungsname & Ziel: „Erster Kontakt gewinnt – Wand & Druck“

    Ziel: Kinder verbessern den ersten Kontakt Fußball-typisch für Futsal: Ball so an- und mitnehmen, dass sie vom Gegner weg oder in den freien Raum kommen. Gleichzeitig lernen sie, vor der Ballannahme kurz zu scannen (Blick lösen) und den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen.

    Tipp: Wenn du noch mehr spielerische Ideen für den ersten Kontakt suchst, schau in die Sammlung Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    • Material: 8–12 Hütchen (für Zonen/Tore), 1 Ball pro Gruppe (Futsalball oder normaler Ball)
    • Spieleranzahl: 6–12 (ideal in 2 Gruppen)
    • Dauer: 18–22 Minuten (Hauptteil)
    • Feld: ca. 12x18 m (Hallenhälfte oder markierter Bereich)

    Aufbau

    • Markiere ein Rechteck (ca. 12x18 m).
    • Stelle an beiden Grundlinien je 2 kleine Hütchentore (Breite 1–1,5 m) auf.
    • Teile die Spieler in Paare ein.
    • Pro Paar: 1 Spieler ist Anspieler (Wand), 1 Spieler ist Empfänger. Zusätzlich gibt es pro Feldseite 1–2 Jäger (Verteidiger), die Druck machen.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startposition: Der Empfänger steht 6–8 m vor dem Anspieler. Ein Jäger steht seitlich versetzt 2–3 m neben dem Empfänger (nicht direkt dahinter – Druck soll realistisch, aber fair sein).
    2. Pass einspielen: Der Anspieler passt flach zum Empfänger.
    3. Vororientierung: Noch bevor der Ball ankommt, macht der Empfänger einen kurzen Scan: Wo ist der Jäger? Welches der zwei Hütchentore ist frei?
    4. Erster Kontakt als Mitnahme: Der Empfänger nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt in eine Richtung mit – Ziel: weg vom Druck und in Richtung eines freien Hütchentors.
    5. Abschirm-Aktion: Direkt nach der Mitnahme nutzt der Empfänger den Körper als Schutz (Schulter leicht rein, Knie gebeugt), damit der Jäger nicht sofort den Ball spitzeln kann.
    6. Abschluss: Der Empfänger dribbelt 3–5 m und spielt dann durch eines der Hütchentore (oder dribbelt durch, je nach Niveau).
    7. Punktesystem:
      • 1 Punkt, wenn der erste Kontakt klar weg vom Gegner erfolgt.
      • +1 Punkt, wenn der Ball kontrolliert durch ein Tor gespielt/gedribbelt wird.
      • Jäger bekommt 1 Punkt bei Ballgewinn oder wenn der Empfänger den Ball ins Aus verliert.
    8. Rotation: Nach 4–5 Aktionen wechseln: Empfänger → Anspieler, Jäger rotiert nach festem Rhythmus.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U9 (Einsteigerfreundlich)

    • Jäger startet 2 Sekunden später (Trainer zählt an), damit der Fokus wirklich auf der sauberen Annahme im Futsal liegt.
    • Erlaubt sind 2 Kontakte: annehmen – mitnehmen – dann erst Richtung Tor.
    • Tore größer machen (2 m), Erfolgserlebnisse steigern.

    U10–U12 (mehr Druck, mehr Entscheidungen)

    • Jäger darf sofort pressen: Mitnahme unter Druck wird zur Hauptaufgabe.
    • Nur 1 Kontakt bis zur Mitnahme (kein Stoppen).
    • Anspieler variiert den Pass: leicht links/rechts, manchmal etwas härter.

    U13+ (spielnah)

    • Nach der Mitnahme muss der Empfänger einen Pass in ein Minitor spielen (statt Dribbling). So entsteht Tempo wie im Futsal.
    • Zweiter Jäger kommt dazu: Empfänger muss noch schneller scannen und den ersten Kontakt bewusster setzen.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • "Schau vor dem Kontakt!" Kurz Kopf heben, Gegner und Tor sehen – sonst wird der erste Kontakt Zufall.
    • Offene Stellung: Seitlich zum Ball stehen, damit beide Tore im Blick bleiben.
    • Kontaktqualität: Erster Kontakt weich, aber aktiv – nicht stoppen, sondern in den Raum schieben.
    • Körper zwischen Ball und Gegner: Knie gebeugt, Schulter rein, Ball am fußnahen „sicheren“ Fuß führen.

    Du willst das Thema Mitnahme direkt in eine Spielform übertragen? Kombiniere diese Übung später mit einem Abschluss aus der Bewegung, wie in Torschuss aus der Bewegung. Und wenn deine Kinder generell noch mehr Ballgefühl brauchen, passt als Ergänzung auch Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele.

    Häufige Fehler – und schnelle Korrekturen

    • Ball wird tot gestoppt: Erinnere an „Kontakt nach vorne/seitlich“ statt „unter den Fuß ziehen“.
    • Empfänger steht frontal: Markiere eine kleine „Startlinie“ schräg, damit offene Stellung automatisch entsteht.
    • Zu große Mitnahme: Regel: Ball darf nach Kontakt nicht weiter als 1–1,5 m wegrollen (je nach Alter).

    FAQ

    Wie unterscheidet sich die Annahme im Futsal vom Fußball draußen?

    Im Futsal ist der Ball meist flacher und kontrollierbarer, gleichzeitig ist der Raum enger und der Gegner näher. Dadurch wird der erste Kontakt noch wichtiger: Er muss nicht nur sauber sein, sondern sofort eine Lösung unter Druck schaffen.

    Was ist das wichtigste Coaching-Wort für Kinder bei der Mitnahme unter Druck?

    Ein starkes Schlüsselwort ist „wegdrehen“ oder „in den Raum“. Kinder verstehen schnell: Der erste Kontakt soll sie vom Gegner lösen, nicht zum Gegner hin führen.

    Wie lange sollte diese Übung im Training laufen?

    Für Einsteiger reichen 18–22 Minuten als Hauptteil. Danach lohnt sich eine kurze Spielform (z. B. 3-gegen-3), damit die Kinder den verbesserten ersten Kontakt direkt im Spiel anwenden.

    Welcher Ball ist besser: Futsalball oder normaler Ball?

    Optimal ist ein Futsalball, weil er weniger springt und die Technik realistisch abbildet. Mit normalem Ball funktioniert die Übung aber ebenfalls – dann sollte der Trainer noch stärker auf weiche Kontakte und Kontrolle achten.

    Häufig gestellte Fragen

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