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    Finten und Dribbling im Kinderfußball

    Mit dem „Finten-Festival“ lernen Kinder spielerisch Finten und setzen sie direkt im 1-gegen-1 um. Die Übung ist ideal für Anfänger und fördert Ballkontrolle, Mut und Tempowechsel.

    Tobias Brenner
    27. Nov. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.

    Kinder lieben es, Gegenspieler auszuspielen – und genau hier setzen Finten und ein sauberes Dribbling an. Die folgende Dribbling Übung ist bewusst „beginner“-freundlich: viele Ballkontakte, klare Abläufe, schnelle Erfolgserlebnisse. Du trainierst damit Grundlagen wie Ballführung, Richtungswechsel und Mut im 1-gegen-1. Und ganz nebenbei lernen Kinder, wann ein Risiko sinnvoll ist – und wann ein einfacher Pass besser wäre.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: „Finten-Festival im Dribbelgarten“

    Ziel der Übung: Kinder sollen Finten lernen (z. B. Übersteiger, Körpertäuschung, Schere light) und diese direkt in ein kurzes 1-gegen-1 übertragen. Fokus liegt auf:

    • Ballkontrolle mit vielen Kontakten
    • Körpertäuschung (Schulter, Hüfte, Blickrichtung)
    • Tempowechsel nach der Finte („Finte = Startsignal!“)
    • Spielerischem Mut: „Traust du dich, es zu probieren?“

    Organisation: Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien:

    • 8–16 Hütchen (für Dribbelzonen und Tore)
    • 1 Ball pro Kind (optimal), mindestens 1 Ball pro 2 Kinder
    • 2–4 Leibchen (für Fänger/Verteidiger)
    • Optional: Mini-Tore oder Stangentore

    Spieleranzahl: min. 4, max. 12 (ideal: 6–10)

    Dauer: ca. 15 Minuten (inkl. kurzer Erklärung und 2–3 Durchgängen)

    Feldaufbau:

    • Markiere ein Rechteck (ca. 15 x 20 m, je nach Alter).
    • Baue an zwei Seiten je 2 kleine Hütchentore (Breite 1–1,5 m).
    • In der Mitte markierst du eine kleine „Finte-Zone“ (z. B. 5 x 5 m) mit Hütchen.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Freies Dribbling im Feld (1–2 Minuten)

      • Alle Kinder dribbeln frei, viele kleine Ballkontakte.
      • Coaching-Auftrag: „Kopf hoch – siehst du freie Räume?“
    2. Finte in der Finte-Zone (2 Minuten)

      • Regel: Wer durch die Mitte dribbelt, muss eine Finte zeigen.
      • Erlaubte Finten (einfach halten):
        • Körpertäuschung (links antäuschen, rechts gehen)
        • Übersteiger light (ein Bein über den Ball, dann wegdribbeln)
        • Stop-and-Go (kurz stoppen, dann explosiv starten)
    3. 1-gegen-1 aus der Finte-Zone (Hauptteil, 8–10 Minuten)

      • Teile die Kinder in Paare ein: Angreifer mit Ball, Verteidiger ohne Ball.
      • Start: Beide stehen an der Finte-Zone. Angreifer dribbelt an, zeigt in der Zone eine Finte und versucht danach durch eins der Außentore zu dribbeln.
      • Verteidiger darf erst angreifen, sobald der Angreifer die Finte-Zone betritt (gibt dem Angreifer Zeit für die Täuschung).
      • Punktwertung:
        • 1 Punkt für den Angreifer, wenn er durch ein Tor dribbelt.
        • 1 Punkt für den Verteidiger, wenn er den Ball sauber erobert oder ins Aus lenkt.
    4. Rollenwechsel & kurze Reflexion (2 Minuten)

      • Nach jedem Duell wechseln Angreifer/Verteidiger.
      • Mini-Frage an die Kinder: „Welche Finte hat gut funktioniert – und warum?“

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    Für Bambini (U6/U7): noch einfacher, noch spielerischer

    • Verteidiger startet 2 Schritte hinter dem Angreifer.
    • Erlaubt nur 1–2 Finten: Stop-and-Go und Körpertäuschung.
    • Tore größer machen (bis 2 m), damit Erfolgserlebnisse sicher sind.

    Für F-Jugend (U8/U9): mehr Entscheidungen

    • Zwei Verteidiger als „Jäger“ im Feld, die nach Ballverlust sofort umschalten.
    • Zusatzregel: Nach der Finte Tempowechsel sichtbar („Turbo nach der Täuschung“).

    Für E-Jugend (U10/U11): Technik & Timing schärfen

    • Angreifer muss eine bestimmte Finte ansagen (z. B. „Übersteiger“).
    • Nach dem Durchdribbeln durchs Tor folgt ein Abschluss: Kombiniere das mit unserem Artikel zum Torschuss aus der Bewegung.

    Coaching-Tipps (damit Kinderfußball Dribbling wirklich besser wird)

    • Finte = Täuschung + Explosivität: Eine Finte ohne Tempowechsel wirkt selten. Fordere: „Täuschen – dann weg!“
    • Ball nah am Fuß: Besonders bei Anfängern gilt: lieber viele kleine Kontakte als ein langer Touch.
    • Kopf hoch in Momenten ohne Druck: Kinder sollen lernen, kurz zu scannen. Frage: „Wo ist das nächste Tor frei?“
    • Verteidigen fair erklären: Grätschen vermeiden, Fokus auf „Ball erobern durch Stellung“. Das hält die Übung sicher.
    • Fehler sind Pflicht: Gerade beim Finten lernen klappt nicht alles sofort. Hilfreich ist ein kurzer Reminder an einen positiven Umgang – passend dazu: Umgang mit Niederlagen im Kinderfußball.
    • Eltern einbinden (ohne Druck): Wenn Eltern zuschauen, hilft eine klare Erwartungshaltung: Anfeuern ja, coachen nein. Dazu passt: Die Rolle der Eltern am Spielfeldrand.

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Finte zu früh/zu weit weg vom Verteidiger: Erinnerung: „Erst täuschen, wenn der Gegner in Reichweite ist.“
    • Nach der Finte stehen bleiben: Kommando-Wort: „Turbo!“
    • Ball zu weit vorgelegt: Regelhilfe: maximal ein großer Schritt Abstand zum Ball.

    Fazit

    Diese Dribbling Übung bringt Struktur in das Thema „Finten und Dribbling im Kinderfußball“: erst frei ausprobieren, dann gezielt eine Finte zeigen, anschließend im 1-gegen-1 anwenden. So lernen Kinder nicht nur Tricks, sondern auch Mut, Timing und die wichtigste Frage: „Wann lohnt sich die Finte wirklich?“

    Häufig gestellte Fragen

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