Finten und Dribbling im Kinderfußball
Mit dem „Finten-Festival“ lernen Kinder spielerisch Finten und setzen sie direkt im 1-gegen-1 um. Die Übung ist ideal für Anfänger und fördert Ballkontrolle, Mut und Tempowechsel.
Kinder lieben es, Gegenspieler auszuspielen – und genau hier setzen Finten und ein sauberes Dribbling an. Die folgende Dribbling Übung ist bewusst „beginner“-freundlich: viele Ballkontakte, klare Abläufe, schnelle Erfolgserlebnisse. Du trainierst damit Grundlagen wie Ballführung, Richtungswechsel und Mut im 1-gegen-1. Und ganz nebenbei lernen Kinder, wann ein Risiko sinnvoll ist – und wann ein einfacher Pass besser wäre.
Übungsname & Ziel
Übungsname: „Finten-Festival im Dribbelgarten“
Ziel der Übung: Kinder sollen Finten lernen (z. B. Übersteiger, Körpertäuschung, Schere light) und diese direkt in ein kurzes 1-gegen-1 übertragen. Fokus liegt auf:
- Ballkontrolle mit vielen Kontakten
- Körpertäuschung (Schulter, Hüfte, Blickrichtung)
- Tempowechsel nach der Finte („Finte = Startsignal!“)
- Spielerischem Mut: „Traust du dich, es zu probieren?“
Organisation: Material, Spieleranzahl, Dauer
Benötigte Materialien:
- 8–16 Hütchen (für Dribbelzonen und Tore)
- 1 Ball pro Kind (optimal), mindestens 1 Ball pro 2 Kinder
- 2–4 Leibchen (für Fänger/Verteidiger)
- Optional: Mini-Tore oder Stangentore
Spieleranzahl: min. 4, max. 12 (ideal: 6–10)
Dauer: ca. 15 Minuten (inkl. kurzer Erklärung und 2–3 Durchgängen)
Feldaufbau:
- Markiere ein Rechteck (ca. 15 x 20 m, je nach Alter).
- Baue an zwei Seiten je 2 kleine Hütchentore (Breite 1–1,5 m).
- In der Mitte markierst du eine kleine „Finte-Zone“ (z. B. 5 x 5 m) mit Hütchen.
Schritt-für-Schritt Anleitung
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Freies Dribbling im Feld (1–2 Minuten)
- Alle Kinder dribbeln frei, viele kleine Ballkontakte.
- Coaching-Auftrag: „Kopf hoch – siehst du freie Räume?“
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Finte in der Finte-Zone (2 Minuten)
- Regel: Wer durch die Mitte dribbelt, muss eine Finte zeigen.
- Erlaubte Finten (einfach halten):
- Körpertäuschung (links antäuschen, rechts gehen)
- Übersteiger light (ein Bein über den Ball, dann wegdribbeln)
- Stop-and-Go (kurz stoppen, dann explosiv starten)
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1-gegen-1 aus der Finte-Zone (Hauptteil, 8–10 Minuten)
- Teile die Kinder in Paare ein: Angreifer mit Ball, Verteidiger ohne Ball.
- Start: Beide stehen an der Finte-Zone. Angreifer dribbelt an, zeigt in der Zone eine Finte und versucht danach durch eins der Außentore zu dribbeln.
- Verteidiger darf erst angreifen, sobald der Angreifer die Finte-Zone betritt (gibt dem Angreifer Zeit für die Täuschung).
- Punktwertung:
- 1 Punkt für den Angreifer, wenn er durch ein Tor dribbelt.
- 1 Punkt für den Verteidiger, wenn er den Ball sauber erobert oder ins Aus lenkt.
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Rollenwechsel & kurze Reflexion (2 Minuten)
- Nach jedem Duell wechseln Angreifer/Verteidiger.
- Mini-Frage an die Kinder: „Welche Finte hat gut funktioniert – und warum?“
Variationen für verschiedene Altersgruppen
Für Bambini (U6/U7): noch einfacher, noch spielerischer
- Verteidiger startet 2 Schritte hinter dem Angreifer.
- Erlaubt nur 1–2 Finten: Stop-and-Go und Körpertäuschung.
- Tore größer machen (bis 2 m), damit Erfolgserlebnisse sicher sind.
Für F-Jugend (U8/U9): mehr Entscheidungen
- Zwei Verteidiger als „Jäger“ im Feld, die nach Ballverlust sofort umschalten.
- Zusatzregel: Nach der Finte Tempowechsel sichtbar („Turbo nach der Täuschung“).
Für E-Jugend (U10/U11): Technik & Timing schärfen
- Angreifer muss eine bestimmte Finte ansagen (z. B. „Übersteiger“).
- Nach dem Durchdribbeln durchs Tor folgt ein Abschluss: Kombiniere das mit unserem Artikel zum Torschuss aus der Bewegung.
Coaching-Tipps (damit Kinderfußball Dribbling wirklich besser wird)
- Finte = Täuschung + Explosivität: Eine Finte ohne Tempowechsel wirkt selten. Fordere: „Täuschen – dann weg!“
- Ball nah am Fuß: Besonders bei Anfängern gilt: lieber viele kleine Kontakte als ein langer Touch.
- Kopf hoch in Momenten ohne Druck: Kinder sollen lernen, kurz zu scannen. Frage: „Wo ist das nächste Tor frei?“
- Verteidigen fair erklären: Grätschen vermeiden, Fokus auf „Ball erobern durch Stellung“. Das hält die Übung sicher.
- Fehler sind Pflicht: Gerade beim Finten lernen klappt nicht alles sofort. Hilfreich ist ein kurzer Reminder an einen positiven Umgang – passend dazu: Umgang mit Niederlagen im Kinderfußball.
- Eltern einbinden (ohne Druck): Wenn Eltern zuschauen, hilft eine klare Erwartungshaltung: Anfeuern ja, coachen nein. Dazu passt: Die Rolle der Eltern am Spielfeldrand.
Häufige Fehler & schnelle Korrekturen
- Finte zu früh/zu weit weg vom Verteidiger: Erinnerung: „Erst täuschen, wenn der Gegner in Reichweite ist.“
- Nach der Finte stehen bleiben: Kommando-Wort: „Turbo!“
- Ball zu weit vorgelegt: Regelhilfe: maximal ein großer Schritt Abstand zum Ball.
Fazit
Diese Dribbling Übung bringt Struktur in das Thema „Finten und Dribbling im Kinderfußball“: erst frei ausprobieren, dann gezielt eine Finte zeigen, anschließend im 1-gegen-1 anwenden. So lernen Kinder nicht nur Tricks, sondern auch Mut, Timing und die wichtigste Frage: „Wann lohnt sich die Finte wirklich?“