Technik

    Offene Stellung: So nimmst du den Ball mit

    Die offene Stellung hilft Kindern, Ball und Spielfeld gleichzeitig zu sehen und den ersten Kontakt in den freien Raum zu spielen. So wird die Ballannahme schneller, sicherer und spielintelligenter.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 5 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Offene Stellung bedeutet, dass du beim Anbieten und bei der Ballannahme so zum Ball stehst, dass du Ball und Spielfeld gleichzeitig siehst – und den Ball mit dem ersten Kontakt direkt in die nächste Spielrichtung mitnehmen kannst.

    Merke: Offen stehen heißt: Hüfte und Schultern halb zum Spielfeld geöffnet, vorher kurz umschauen, den Ball mit dem ballfernen Fuß in die Spielrichtung mitnehmen.

    Was ist eine offene Stellung bei der Ballannahme?

    Fachlich spricht man heute von der Ballan- und -mitnahme: Der erste Kontakt soll den Ball kontrollieren, eine Spielrichtung einleiten und das Tempo bestimmen. Die offene (spieloffene) Stellung ist die Körperstellung, die das möglich macht. Du stehst nicht frontal zum Zuspiel, sondern leicht seitlich, mit Blick Richtung gegnerisches Tor bzw. ins Spielfeld. So erkennst du schon vor dem Kontakt die nächste Aktion: Dribbling, Pass oder Torschuss.

    Wer „geschlossen“ steht, also frontal zum Passgeber und mit dem Rücken zum Spielfeld, braucht nach der Annahme meist einen zusätzlichen Kontakt oder eine Drehung. Diese halbe Sekunde reicht dem Gegner, um heranzukommen.

    Offene StellungGeschlossene Stellung
    Körperhalb zum Spielfeld geöffnetfrontal zum Passgeber, Rücken zum Feld
    BlickBall und Spielfeld zugleichnur Ball und Passgeber
    Erster Kontaktmit dem ballfernen Fuß in die Spielrichtungmeist zum Stoppen, danach drehen
    Sinnvoll, wenn …Platz ist und es nach vorne gehen solldu mit dem Rücken zum Feld unter Druck den Ball sichern musst

    Die geschlossene Stellung ist also nicht „falsch“. Wer eng gedeckt mit dem Rücken zum Tor angespielt wird, schirmt den Ball zuerst ab. Die offene Stellung ist aber die Grundhaltung, die Kinder als Erstes lernen sollten.

    Die 3 Kernpunkte: Sehen – Stehen – Mitnehmen

    • Sehen: VOR dem Zuspiel kurz umschauen (Wo sind Mitspieler? Wo ist Platz?), nicht erst nach der Annahme den Kopf heben. Mehr dazu unter Vororientierung (Scannen).
    • Stehen: Hüfte und Schultern leicht geöffnet, Bauch zeigt halb ins Feld statt zum Passgeber.
    • Mitnehmen: Der erste Kontakt geht mit dem ballfernen Fuß in den freien Raum – weg vom Gegner, hin zur nächsten Aktion.
    Abb. 1 · Offene Stellung: Links steht das Kind frontal zum Pass und hat das Spielfeld im Rücken, rechts sind Hüfte und Schulter zum Feld geöffnet — es sieht Ball und Feld zugleich und nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt in den freien Raum mit
    Abb. 1 · Offene Stellung: Links steht das Kind frontal zum Pass und hat das Spielfeld im Rücken, rechts sind Hüfte und Schulter zum Feld geöffnet — es sieht Ball und Feld zugleich und nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt in den freien Raum mit

    So erklärst du es kindgerecht (und sofort umsetzbar)

    Für Kinder hilft ein einfaches Bild: „Stell dich wie eine offene Tür hin.“ Eine offene Tür zeigt in den Raum – genauso zeigt der Körper ins Spielfeld. Solche Bilder funktionieren bei Kindern oft besser als Erklärungen zu Hüfte und Schulter.

    Praktische Coaching-Sätze, die Kinder verstehen:

    • „Zeig mit deinem Bauch ins Feld.“
    • „Nimm den Ball in den freien Raum mit.“
    • „Schau vorher kurz, dann kommt der Ball.“

    Bei Anfängern reicht ein Fokus pro Übung. Heute nur „Bauch ins Feld“, beim nächsten Training „erster Kontakt nach vorne“. Kinder, die die Ballannahme noch nicht sicher beherrschen, schauen ohnehin mehr auf den Ball. Den Blick ins Feld verlangst du deshalb schrittweise, passend zum Technikstand.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (U7–U11)

    Beispiel 1: Passspiel am Hütchen

    Zwei Kinder passen sich zu. Das annehmende Kind steht neben einem Hütchen.

    • Aufgabe: Vor der Annahme seitlich öffnen.
    • Erster Kontakt: Mit dem ballfernen Fuß vom Hütchen weg mitnehmen.
    • Anschluss: Direkt zurückpassen.

    Tipp: Wenn die Ballannahme noch unsauber ist, helfen Mini-Spiele wie in unserem Guide zur Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11). Für die Jüngsten passt Erster Kontakt U7–U9: Annehmen & mitnehmen in Spielen.

    Beispiel 2: Rondo im Kinderfußball

    Im Rondo (z. B. 3 gegen 1) entscheidet die offene Stellung, ob ein Kind unter Druck ruhig bleibt.

    • Wer offen steht, kann mit einem Kontakt weiterleiten.
    • Wer geschlossen steht, wird leichter „zugestellt“.

    Das DFB-Trainerportal nutzt genau diese Form schon im E-Junioren-Training: In einem Rondo dürfen die direkten Nachbarn nicht angespielt werden, also müssen die Kinder vor der Annahme schauen, wer frei ist. Weitere Varianten findest du in Rondo-Varianten: 7 Spiele für Ballbesitz (U8–U15).

    Beispiel 3: Mitnahme Richtung Tor

    Kommt ein Zuspiel seitlich vor dem Strafraum, hilft die offene Stellung beim schnellen Abschluss: erster Kontakt nach vorne, dann Schuss. Passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.

    Häufige Fehler (und wie du sie schnell korrigierst)

    • Fehler: Kind steht frontal zum Pass.
      • Korrektur: „Mach einen kleinen Schritt zur Seite – öffne die Hüfte.“
    • Fehler: Erster Kontakt springt weg.
      • Korrektur: Passtempo rausnehmen, den Ball mit der Innenseite „abfedern“ statt dagegenzuhalten.
    • Fehler: Kind nimmt mit dem ballnahen Fuß an und steht danach wieder zu.
      • Korrektur: Ball „durchlaufen lassen“ und mit dem hinteren Fuß mitnehmen.
    • Fehler: Kind schaut nur auf den Ball.
      • Korrektur: Vor dem Pass „kurz gucken“ als feste Routine, z. B. mit Zuruf einer Farbe, die das Kind vor der Annahme nennen muss.

    Verwandte Begriffe

    Häufig gestellte Fragen

    Meist den ballfernen („hinteren“) Fuß: Du lässt den Ball etwas vor dem Körper vorbeilaufen und nimmst ihn mit diesem Fuß in die Spielrichtung mit. So bleibt der Körper zum Feld geöffnet. Steht ein Gegner direkt in deinem Rücken, ist Abschirmen mit dem Körper oft die bessere Lösung.

    Schon in der F-Jugend (U7/U8) kann dein Kind das spielerisch lernen, ohne Perfektionsdruck. In der E-Jugend (U10/U11) wird es wertvoller, weil Spieltempo und Gegnerdruck steigen; das DFB-Trainerportal schult die Vororientierung dort bereits gezielt im Rondo.

    Starte mit einer einfachen Regel: Vor der Annahme kurz ins Feld schauen und seitlich stehen. Nutze kleine Rondos (3 gegen 1) mit vielen Wiederholungen und lobe jede gute Körperöffnung – auch wenn der Pass danach noch nicht perfekt ist.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Übungen zu "Offene Stellung"

    Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an

    offene stellung
    ballannahme
    erster kontakt
    körperstellung
    rondo kinder