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    Pressingfalle einfach erklärt (Kinderfußball)

    Eine Pressingfalle ist ein geplanter Moment im Pressing, bei dem der Gegner in eine bestimmte Zone gelenkt wird, um dort den Ball zu gewinnen. Hier erfährst du die Grundidee, typische Beispiele und häufige Fehler im Kinderfußball.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.

    Eine Pressingfalle ist ein geplanter „Köder“ im Pressing: Deine Mannschaft lenkt den Gegner bewusst in eine bestimmte Zone, um dort den Ballgewinn zu erzwingen.

    Was bedeutet Pressingfalle im Kinderfußball?

    Im Kinderfußball klingt „Taktik“ oft kompliziert – muss sie aber nicht sein. Eine Pressingfalle heißt im Kern: Nicht alle laufen wild zum Ball, sondern ihr arbeitet als Team zusammen. Ihr lasst dem Gegner scheinbar eine einfache Lösung (z. B. den Pass zur Seite) und macht genau dort den Raum eng.

    Wichtig für Beginner: Eine Pressingfalle ist kein Foul und kein „Tricksen“, sondern sauberes Verteidigen durch kluges Stellungsspiel. Kinder lernen dabei, Räume zu erkennen: Wo ist es für den Gegner schwer? Wo kann man ihn „einsperren“?

    So funktioniert eine Pressingfalle – einfach erklärt

    Eine Pressingfalle besteht meist aus drei Bausteinen:

    • Lenken (Steuern): Der erste Verteidiger läuft so an, dass der Gegner nicht frei nach innen spielen kann. Er „zeigt“ ihm eine Richtung.
    • Zustellen: Mitspieler schließen Passwege (z. B. zur Mitte) und stehen so, dass der Gegner nur noch wenige Optionen hat.
    • Zupacken: Sobald der Ball in der gewünschten Zone ist, geht ihr gemeinsam auf den Ball – schnell, aber kontrolliert.

    Typische Fallen-Zonen im Kinderfußball:

    • Außenlinie: Dort gibt es weniger Platz, der Gegner kann nicht nach außen ausweichen.
    • Ecke am Spielfeldrand: Der Gegner steht mit dem Rücken zur Spielfeldmitte und hat oft nur den Rückpass.
    • Nach einem schlechten ersten Kontakt: Ein unsauberer Ballkontakt ist der Moment, in dem sich ein Ballgewinn besonders lohnt.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (U8–U13)

    Beispiel 1: Falle an der Seitenlinie

    Der ballnahe Stürmer läuft den Gegenspieler so an, dass der Pass nach innen schwer wird. Gleichzeitig rückt ein Mittelfeldspieler nach und blockt den Passweg zur Mitte. Der Gegner spielt „logisch“ nach außen – und genau dort gewinnt ihr den Ball zu zweit.

    Beispiel 2: Falle nach dem Einwurf

    Nach einem Einwurf stehen viele Kinder kurz still. Nutze das: Ein Spieler attackiert sofort den Ballführenden, zwei andere sichern die Passwege. Klappt der Ballgewinn, entsteht oft direkt eine Torchance – zum Beispiel über einen schnellen Abschluss wie beim Torschuss aus der Bewegung.

    Beispiel 3: Falle vor dem eigenen Tor vermeiden

    Gerade Anfänger-Teams dürfen Pressingfallen nicht zu riskant setzen. Zu nah am eigenen Tor kann ein Fehltritt gefährlich werden. Besser: In der Mittelfeldzone lenken und dort erobern – dann bleibt genug Zeit zum Absichern.

    Woran erkennst du eine gute Pressingfalle?

    Eine Pressingfalle ist gut, wenn:

    • der Gegner in die gewünschte Richtung spielt,
    • ihr zu zweit oder zu dritt Druck macht (nicht allein),
    • nach dem Ballgewinn sofort klar ist: Dribbling, Pass oder Abschluss?

    Und was passiert nach dem Ballgewinn? Genau hier hilft es, einfache Anschlussaktionen zu trainieren – etwa Zielschüsse wie in Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Pressing: Organisiertes Anlaufen, um den Gegner unter Druck zu setzen (oft als „pressing erklären“ gesucht).
    • Deckungsschatten: Der Bereich hinter einem anlaufenden Spieler, den er durch seine Körperstellung „abdeckt“.
    • Abseits: Wichtig, wenn Teams höher verteidigen – schau dazu in Abseits einfach erklärt für Kinder.

    FAQ zur Pressingfalle im Kinderfußball

    Was ist der Unterschied zwischen Pressing und Pressingfalle?

    Pressing ist allgemeiner Druck auf den Ball. Eine Pressingfalle ist ein konkreter Plan, den Gegner in eine Zone zu lenken, um dort den Ball zu gewinnen.

    Ab welchem Alter ist eine Pressingfalle sinnvoll?

    Einfache Pressingfallen funktionieren oft ab U9/U10, weil Kinder dann besser zusammenarbeiten. In der U8 geht es eher um Grundideen: „lenken“ und „zu zweit verteidigen“.

    Was sind typische Fehler bei Pressingfallen?

    Häufige Fehler sind: alle rennen zum Ball, Passwege bleiben offen, oder die Falle wird zu nah am eigenen Tor gesetzt. Besser: klare Rollen, kurze Abstände, und nach Ballgewinn ruhig bleiben.

    Häufig gestellte Fragen

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