Pressingfalle einfach erklärt (Kinderfußball)
Eine Pressingfalle ist ein geplanter Moment im Pressing, bei dem der Gegner in eine bestimmte Zone gelenkt wird, um dort den Ball zu gewinnen. Hier erfährst du die Grundidee, typische Beispiele und häufige Fehler im Kinderfußball.
Eine Pressingfalle ist ein geplanter „Köder“ im Pressing: Deine Mannschaft lenkt den Gegner bewusst in eine bestimmte Zone, um dort den Ballgewinn zu erzwingen.
Merke: Eine Pressingfalle hat drei Bausteine: Lenken, Zustellen, Zupacken. Die beste Fallenzone ist meist die Seitenlinie, weil sie den Ballbesitzer begrenzt. Im Kinderfußball bis zur E-Jugend übst du die Vorstufe (anlaufen, Richtung vorgeben, zu zweit erobern), als abgestimmte Mannschaftstaktik ist die Falle ein Thema ab der D-Jugend.
Was bedeutet Pressingfalle im Kinderfußball?
Im Kinderfußball klingt „Taktik“ oft kompliziert, muss sie aber nicht sein. Eine Pressingfalle heißt im Kern: Nicht alle laufen wild zum Ball, sondern ihr arbeitet als Team zusammen. Ihr lasst dem Gegner scheinbar eine einfache Lösung (zum Beispiel den Pass zur Seite) und macht genau dort den Raum eng.
Eine Pressingfalle ist kein Foul und kein „Tricksen“, sondern sauberes Verteidigen durch kluges Stellungsspiel. Kinder lernen dabei, Räume zu erkennen: Wo ist es für den Gegner schwer? Wo kann man ihn „einsperren“?
So funktioniert eine Pressingfalle, einfach erklärt
- Lenken (Steuern): Der erste Verteidiger läuft so an, dass der Gegner nicht frei nach innen spielen kann. Er „zeigt“ ihm eine Richtung. Mehr dazu unter Abwehrseite lenken.
- Zustellen: Mitspieler schließen Passwege, vor allem zur Mitte. Der freie Gegenspieler steht dann im Deckungsschatten und kann nicht angespielt werden.
- Zupacken: Sobald der Ball in der gewünschten Zone ist, geht ihr gemeinsam auf den Ball, schnell, aber kontrolliert. Einer stellt, der diagonal absichernde Mitspieler packt zu, das nennt man Doppeln.
Typische Fallen-Zonen:
- Außenlinie: Dort gibt es weniger Platz, der Gegner kann nicht nach außen ausweichen. Die Seitenlinie wirkt wie ein zusätzlicher Verteidiger.
- Ecke am Spielfeldrand: Der Gegner steht mit dem Rücken zur Spielfeldmitte und hat oft nur den Rückpass.
- Gegner mit Druck im Rücken: Wer mit dem Rücken zum Spiel angespielt wird, sieht die Lücke nicht.
Wann ihr zuschnappt, entscheiden die Pressing-Trigger, zum Beispiel ein schlechter erster Kontakt oder ein Pass an die Seitenlinie.
Beispiele aus dem Kinderfußball
Beispiel 1: Falle an der Seitenlinie
Der ballnahe Stürmer läuft den Gegenspieler so an, dass der Pass nach innen schwer wird. Gleichzeitig rückt ein Mittelfeldspieler nach und blockt den Passweg zur Mitte. Der Gegner spielt „logisch“ nach außen, und genau dort gewinnt ihr den Ball zu zweit.
Beispiel 2: Falle nach dem Einwurf
Nach einem Einwurf hat der Gegner die Seitenlinie im Rücken und wenig Platz, deshalb ist der gegnerische Einwurf ein bekanntes Pressingsignal. Ein Spieler attackiert sofort den Annehmenden, zwei andere sichern die Passwege. Klappt der Ballgewinn, entsteht oft direkt eine Torchance, zum Beispiel über einen schnellen Abschluss wie beim Torschuss aus der Bewegung. Beachte: In den DFB-Spielformen bis 5 gegen 5 gibt es keinen Einwurf, dort wird eingedribbelt oder eingepasst; der Einwurf kommt im DFB-Rahmen erst im 7 gegen 7 der E-Jugend, in manchen Verbänden noch später. Die Falle funktioniert beim Eindribbeln aber genauso.
Beispiel 3: Falle vor dem eigenen Tor vermeiden
Gerade Anfänger-Teams sollten Pressingfallen nicht zu riskant setzen. Zu nah am eigenen Tor kann ein Fehltritt gefährlich werden. Besser: in der Mittelfeldzone lenken und dort erobern, dann bleibt genug Zeit zum Absichern. Wie das als Mannschaft aussieht, erklärt Mittelfeldpressing.
Pressingfalle nach Altersklassen
| Altersklasse | Was sinnvoll ist |
|---|---|
| G- und F-Jugend | Keine geplanten Fallen. Im 1 gegen 1 und 2 gegen 2 lernen Kinder, den Ball zu erobern und dranzubleiben. |
| E-Jugend | Vorstufe in kleinen Spielformen: Richtung vorgeben, zu zweit erobern. Beispiel: Funino: Pressing-Fallen stellen 3 gegen 3 (U10–U13). |
| D-Jugend | Der DFB nennt gruppentaktische Grundlagen für das Spielen im Raum als Ausbildungsziel; laut DFB-Trainerportal sollten schon D-Junioren lernen, einen Dribbler in Überzahl unter Druck zu setzen. |
| ab C-Jugend | Fallen als Teil des Mannschaftspressings, abgestimmt mit Pressinghöhe und Absicherung. |
Woran erkennst du eine gute Pressingfalle?
Eine Pressingfalle ist gut, wenn
- der Gegner in die gewünschte Richtung spielt,
- ihr zu zweit oder zu dritt Druck macht (nicht allein),
- nach dem Ballgewinn sofort klar ist: Dribbling, Pass oder Abschluss?
Für die Anschlussaktion nach dem Ballgewinn helfen einfache Zielschüsse wie in Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Pressing: Als Mannschaft bestimmte Bereiche des Feldes so verengen, dass der Ballbesitzer unter Druck gerät und in Ballnähe eine Überzahl entsteht.
- Deckungsschatten: Der Bereich hinter einem anlaufenden Spieler, den er durch seine Körperstellung abdeckt.
- Abseits: Wichtig, wenn Teams höher verteidigen. Schau dazu in Abseits einfach erklärt für Kinder.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Mittelfeldpressing
Mittelfeldpressing bedeutet, dass ein Team den Gegner hauptsächlich im mittleren Spielfelddrittel unter Druck setzt, statt ganz vorne oder ganz hinten zu pressen.
Pressing-Trigger
Ein Pressing-Trigger ist ein vereinbarter Auslöser, bei dem dein Team sofort gemeinsam ins Pressing startet und Druck auf Ball und Passwege macht.
Pressinghöhe
Die Pressinghöhe beschreibt, wo auf dem Spielfeld dein Team den Gegner aktiv unter Druck setzt, also ob ihr hoch, mittel oder tief presst.
Abseitsfalle
Die Abseitsfalle ist eine Defensivtaktik, bei der die Abwehrkette im richtigen Moment gemeinsam nach vorne schiebt, damit ein gegnerischer Angreifer beim Zuspiel im Abseits steht.
Raumaufteilung: Breite & Tiefe kindgerecht erklären
Raumaufteilung bedeutet im Kinderfußball: Dein Team verteilt sich so auf dem Feld, dass immer Spielräume entstehen – nach außen (Breite) und nach vorne beziehungsweise hinten (Tiefe).
Deckungsschatten: Gegner decken ohne Tackling
Der Deckungsschatten ist der Bereich hinter dir (aus Sicht des Balles), den du mit deiner Körperposition abdeckst, sodass ein Pass zu einem Gegenspieler schwer oder unmöglich wird.
Übungen zu "Pressingfalle"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an