Scannen (Vororientierung) einfach erklärt für Kinder
Scannen (Vororientierung) hilft Kindern, vor der Ballannahme kurz die Umgebung zu checken. So treffen sie bessere Entscheidungen, spielen sicherer und erkennen freie Räume früher.
Scannen heißt, vor der Ballannahme oder Aktion kurz die Umgebung zu checken, um Mitspieler, Gegner und freie Räume zu erkennen.
Scannen (auch Vororientierung genannt) bedeutet: Du schaust dich kurz um, bevor du den Ball bekommst oder spielst, damit du weißt, was um dich herum passiert.
Was heißt „Scannen“ im Kinderfußball?
Beim Scannen geht es um Spielübersicht: Wo sind Mitspieler? Wo sind Gegner? Wo ist Platz? Kinder lernen damit, schneller gute Entscheidungen zu treffen – zum Beispiel ob sie dribbeln, passen oder den Ball lieber abschirmen.
Wichtig: Scannen ist kein langes Gucken wie ein Fernglas. Es sind kurze Blickwechsel („Kopf hoch!“), oft nur eine halbe Sekunde. Genau diese kleinen Infos machen im Spiel den Unterschied.
Warum ist „Kopf hoch“ so wichtig?
Viele Kinder schauen beim Dribbling nur auf den Ball. Das ist am Anfang normal, weil Ballgefühl noch wächst. Wenn dein Kind aber lernt, zwischendurch den Kopf zu heben, passiert Folgendes:
- Mehr Zeit: Wer vorher sieht, was kommt, wird seltener überrascht.
- Bessere Pässe: Der Ball geht eher zum freien Mitspieler.
- Weniger Ballverluste: Gegner werden früher erkannt.
- Mutigere Aktionen: Kinder trauen sich eher, in freie Räume zu starten.
So sieht Scannen im Spiel aus (leicht verständliche Beispiele)
Beispiel 1: Ballannahme im Zentrum
Ein Kind bekommt einen Pass in der Mitte. Wenn es vorher scannt, sieht es: Ein Gegner kommt von hinten. Ergebnis: Es nimmt den Ball seitlich an und spielt direkt weiter – statt den Ball zu verlieren.
Beispiel 2: Außenbahn und freier Raum
Auf dem Flügel ist Platz. Wer scannt, erkennt: Der Verteidiger steht zu weit innen. Ergebnis: Das Kind nimmt den Ball nach vorne mit und kann später flanken oder passen.
Beispiel 3: Vor dem Torschuss
Vor dem Abschluss kurz scannen: Wo steht der Torwart? Wo sind Verteidiger? Dann wird aus „draufhauen“ eher ein gezielter Abschluss. Passend dazu: Beim Torschuss aus der Bewegung hilft Scannen, den letzten Kontakt sauber zu setzen und die Ecke bewusster auszuwählen.
Wie kannst du Scannen bei Kindern fördern?
Kinder lernen Scannen am besten spielnah und ohne Druck. Gute Coaching-Sätze sind:
- „Schau vorher einmal links und rechts.“
- „Was siehst du hinter dir?“
- „Wo ist Platz?“
Hilfreich sind kleine Regeln im Training:
- Vor der Ballannahme: 1 Blick über die Schulter.
- Beim Dribbling: alle 2–3 Kontakte kurz „Kopf hoch“.
- Vor dem Pass: Blick zum Ziel (Mitspieler) und in den Raum.
Verwandte Begriffe (und warum sie zusammenpassen)
Scannen hängt eng mit anderen Fußball-Grundideen zusammen:
- Freilaufen & Gegenbewegung: Wer scannt, erkennt freie Räume und kann sich clever lösen. Mehr dazu in Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+).
- Abseits: Vororientierung hilft, die Linie zu sehen und richtig zu starten. Schau dir dazu Abseits einfach erklärt für Kinder an.
- Restverteidigung: Auch ohne Ball kurz scannen: Wer sichert hinten ab? Das Thema wird in Restverteidigung einfach erklärt (U12+) erklärt.
Häufige Fehler – und wie du sie leicht korrigierst
- Zu lange gucken: Scannen soll kurz sein. Tipp: „Blitzblick“ statt „starren“.
- Nur zum Ball schauen: Erinnere an „Ball fühlen, Umgebung sehen“.
- Nach dem ersten Fehler aufgeben: Scannen ist eine Gewohnheit. Kinder brauchen viele Wiederholungen.
FAQ
Ab welchem Alter können Kinder Scannen lernen?
Schon ab U7/U8 geht das spielerisch: kurze Blickwechsel vor der Annahme. Richtig bewusst wird es oft ab U9/U10, wenn Technik und Orientierung zusammenkommen.
Wie erkennst du, ob ein Kind scannt?
Du siehst es an kleinen Schulterblicken vor der Annahme oder vor dem Pass. Oft dreht das Kind den Kopf kurz und nimmt den Ball danach schneller und sicherer mit.
Was sagst du als Trainer oder Elternteil am besten?
Kurze, klare Hinweise funktionieren am besten: „Schulterblick!“, „Kopf hoch!“, „Wer ist frei?“. Zu viele Kommandos verwirren – lieber ein Fokus pro Übung.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Ballbesitz
Ballbesitz heißt, dass dein Team den Ball kontrolliert spielt und Aktionen wie Passen, Dribbeln oder Schießen vorbereiten kann.
Ballferne Seite
Ballferne Seite = die Spielfeldseite, auf der der Ball nicht ist. Dort helfen Breite und Tiefe, freie Räume zu nutzen und Anspielstationen zu schaffen.
Ballnah & ballfern
Ballnah heißt nahe am Ball und direkt beteiligt. Ballfern heißt weiter weg vom Ball, aber wichtig für Raumaufteilung, Passwege und Absicherung.
Ballnah vs. ballfern
Ballnah heißt nah am Ball unterstützen, ballfern heißt weg vom Ball Räume für Breite, Tiefe und Absicherung besetzen.
Breitengeber & Tiefengeber
Breitengeber stehen außen und machen das Feld breit, Tiefengeber bieten sich nach vorne an und schaffen Tiefe. So verbessert sich die Raumaufteilung im Kinderfußball.
Deckungsschatten
Der Deckungsschatten ist der Raum hinter einem Verteidiger, in den ein Pass schwer möglich ist, weil der Körper die Passlinie blockiert.