Schnittstellenpass einfach erklärt (Kinderfußball)
Der Schnittstellenpass (auch Steckpass) ist ein Pass durch die Lücke zwischen zwei Verteidigern – meist in den freien Raum Richtung Tor. Hier bekommst du eine einfache Erklärung, Beispiele und typische Fehler im Kinderfußball.
Ein Schnittstellenpass ist ein Pass durch die Lücke zwischen zwei Gegenspielern – meist in Richtung Tor. Oft wird er auch Steckpass oder Pass in die Tiefe genannt.
Was bedeutet „Schnittstellenpass“ im Kinderfußball?
Im Kinderfußball geht es beim Schnittstellenpass darum, den Ball so zu spielen, dass ein Mitspieler hinter die Abwehr oder in den freien Raum starten kann. Die „Schnittstelle“ ist dabei die Lücke zwischen zwei Verteidigern (oder zwischen Verteidiger und Torwart).
Warum ist das wichtig? Weil Kinder so lernen, nicht nur zum Fuß, sondern auch in den Raum zu passen. Ein guter Schnittstellenpass macht das Spiel schneller, gefährlicher und oft einfacher: Ein Pass – ein Lauf – eine Torchance.
Woran erkennst du einen guten Schnittstellenpass?
- Der Pass geht durch oder an einer Abwehrlinie vorbei (nicht quer davor).
- Der Ball kommt in den Lauf des Mitspielers.
- Der Pass ist flach und kontrolliert (meist Innenseite).
- Timing passt: Pass und Lauf starten gleichzeitig.
So kannst du es Kindern einfach erklären
Kinder verstehen den Begriff am besten über Bilder: „Stell dir vor, die Abwehr ist eine Tür mit einem Spalt. Der Schnittstellenpass ist der Ball durch den Spalt.“
Hilfreiche Coaching-Fragen:
- „Wo ist die Lücke zwischen den Verteidigern?“
- „Kannst du so passen, dass dein Mitspieler weiterlaufen kann?“
- „Wann ist der Moment: sofort oder noch eine Sekunde warten?“
Wichtig im Anfängerbereich: Nicht jede Aktion muss ein Schnittstellenpass sein. Kinder sollen erst lernen, den Kopf zu heben und den Raum zu erkennen – das ist schon ein großer Schritt.
Beispiele aus dem Kinderfußball (U8–U13)
Beispiel 1: 3-gegen-3 im Funino
Ein Kind dribbelt an, zwei Verteidiger stehen nebeneinander. Ein Mitspieler startet seitlich in die Tiefe. Der Ball wird zwischen die beiden Verteidiger gespielt – genau in den Lauf. Ergebnis: freier Abschluss.
Beispiel 2: Flügelspiel mit Pass in die Tiefe
Der Außenspieler hat den Ball, der Mittelstürmer löst sich kurz und startet dann hinter die Abwehr. Statt eine hohe Flanke zu schlagen, kommt ein flacher Steckpass in den freien Raum. Danach folgt oft der Torschuss aus der Bewegung – dazu passt unser Beitrag Torschuss aus der Bewegung.
Beispiel 3: Schnittstellenpass und Abseits (U11+)
Spielt dein Team bereits mit Abseitsregel? Dann wird Timing noch wichtiger: Startet der Läufer zu früh, steht er im Abseits. Das kannst du kindgerecht mit unserem Artikel Abseits einfach erklärt für Kinder verknüpfen.
Typische Fehler – und wie du sie einfach korrigierst
- Pass zu hart: „Spiel den Ball so, dass er mitlaufen kann.“
- Pass zu spät: „Früher entscheiden – sobald die Lücke da ist.“
- Nur auf den Ball schauen: „Kurz hochgucken: Wo ist der freie Raum?“
- Laufweg fehlt: „Ohne Start in die Tiefe gibt’s keinen Steckpass.“
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Steckpass: fast gleichbedeutend, meist ein kurzer Pass „hineingesteckt“ in den Raum.
- Pass in die Tiefe: Oberbegriff für Pässe hinter die Abwehr.
- Restverteidigung: Absicherung, falls der Schnittstellenpass abgefangen wird. Mehr dazu in Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
FAQ zum Schnittstellenpass
Was ist der Unterschied zwischen Schnittstellenpass und normalem Pass?
Ein normaler Pass geht oft zum Fuß eines Mitspielers. Ein Schnittstellenpass geht in den freien Raum – meist durch eine Abwehrlücke und Richtung Tor.
Ab welchem Alter macht Schnittstellenpass-Training Sinn?
Schon ab U8/U9 können Kinder die Idee verstehen („in den Raum passen“). In U11–U13 wird es taktisch wichtiger, weil Abwehrreihen kompakter stehen und Timing (z. B. wegen Abseits) stärker zählt.
Wie übt man Schnittstellenpässe ohne komplizierte Taktik?
Nutze kleine Spielformen wie 3-gegen-3 oder 4-gegen-4 mit der Regel: „Tor zählt doppelt nach einem Pass in die Tiefe.“ So lernen Kinder den Schnittstellenpass spielerisch, ohne lange Erklärungen.
Häufig gestellte Fragen
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