Spielseite verlagern: Warum & wie (U10+)
Beim Spielseite verlagern wechselt dein Team bewusst die Spielfeldseite, um Druck zu lösen und freie Räume zu nutzen. Gerade ab U10/U11 wird der Seitenwechsel zum einfachen Werkzeug im Spielaufbau.
Spielseite verlagern bedeutet, den Ball bewusst von einer Spielfeldseite auf die andere zu spielen, um mehr Raum und Zeit zu bekommen.
Was heißt „Spielseite verlagern“ im Kinderfußball?
Wenn viele Gegenspieler auf einer Seite „zusammendrücken“, wird es dort eng: Pässe werden schwer, Dribblings enden schneller im Zweikampf. Beim Seitenwechsel im Kinderfußball nutzt dein Team die freie Seite, um wieder Platz für den nächsten Angriff zu finden. Gerade ab U10/U11 verstehen Kinder zunehmend: Nicht immer nach vorne „durch“, sondern manchmal erst rüber – und dann nach vorne.
Typische Ziele beim verlagern Fußball:
- Druck lösen: raus aus der engen Zone
- Freie Räume finden: die ballferne Seite ist oft offen
- Bessere Passwinkel schaffen: neue Linien zum Mitspieler
- Tempo aufnehmen: nach der Verlagerung schneller angreifen
Warum ist das ab U10 besonders wichtig?
In U10+ wird das Spiel oft kompakter: Teams verteidigen mutiger, viele Kinder laufen zum Ball. Dadurch entstehen zwei Dinge gleichzeitig: Ballnähe wird voller, Ballferne wird freier. Genau hier hilft „Spielseite verlagern“ als einfacher Spielaufbau-Grundsatz.
Frag dich als Trainer oder Elternteil: Warum wirkt ein Team manchmal „festgenagelt“? Häufig, weil der Ball immer auf derselben Seite bleibt und die Gegner sich darauf einstellen.
Wie gelingt das Verlagern? (einfach erklärt)
1) Erst erkennen, dann handeln
Kinder brauchen klare Signale:
- Viele Gegner um den Ball = Seite ist „zu“
- Mitspieler auf der anderen Seite frei = Seite ist „offen“
2) Über einen „Zwischenpass“ lösen
Direkte Diagonalbälle sind in U10/U11 noch schwer. Oft klappt es besser über:
- Pass zurück (z. B. zum Verteidiger)
- Pass quer (über die Mitte)
- dann Pass auf die andere Seite
Wichtig: Der Ball soll sicher laufen. Lieber 2–3 kurze Pässe als ein riskanter „Zauberball“.
3) Körperstellung & erster Kontakt
Damit der Seitenwechsel schnell wird, hilft:
- offene Stellung (Körper leicht zur Spielfeldmitte gedreht)
- erster Kontakt in Spielrichtung (Ball nicht tot stoppen)
Beispiele aus dem Kinderfußball (U10+)
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Beispiel 1: Flügel ist zugestellt Dein Außenspieler wird gedoppelt. Statt ins Dribbling zu gehen: Pass zurück zum Mitspieler, dann quer zur anderen Seite – dort hat der andere Flügel Platz.
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Beispiel 2: Spielaufbau U11 über die Abwehr Der Gegner presst (läuft früh an). Ein Verteidiger spielt nicht blind nach vorne, sondern legt quer zum Partner und verlagert anschließend auf die freie Seite.
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Beispiel 3: Nach Verlagerung schnell abschließen Nach dem Seitenwechsel ist die Abwehr noch unsortiert. Dann lohnt sich ein Abschluss aus der Bewegung – passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.
Verwandte Begriffe (zum Weiterlesen)
- Pressing: Gegner früh unter Druck setzen – wichtig, um zu verstehen, warum Verlagerungen helfen. Siehe: C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.
- Restverteidigung: Absicherung, während dein Team angreift – besonders wichtig, wenn nach einer Verlagerung viele nachschieben. Mehr dazu: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Häufige Fehler – und einfache Lösungen
- Fehler: zu riskanter Diagonalball Lösung: erst zurück/quer, dann rüber.
- Fehler: alle laufen zum Ball Lösung: „Breite halten“ als Teamregel (ein Kind bleibt außen).
- Fehler: Verlagerung ohne Tempo Lösung: nach dem Seitenwechsel 1–2 schnelle Aktionen (Dribbling, Pass, Abschluss).
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Übungen zu "Spielseite verlagern: Warum & wie (U10+)"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an