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    Spielverlagerung unter Druck: 6 Großfeldübungen (U18/U19)

    Mit diesen 6 Großfeldübungen trainierst du Spielverlagerung unter Druck praxisnah und verständlich – von Rondo bis 11v11. Ideal für U18/U19 mit klaren Regeln, Variationen und Coachingpunkten.

    Tobias Brenner
    25. Jan. 2026
    Aktualisiert: 25. Jan. 2026
    5 Min.

    Spielverlagerung unter Druck ist im Großfeld (U18/U19) ein echter Gamechanger: Du bringst dein Team aus engen Zonen raus, nutzt die Breite und zwingst den Gegner zum langen Verschieben. Aber wie trainierst du das als Beginner-Coach, ohne dich in Taktikdetails zu verlieren? Die folgenden 6 Großfeldübungen bauen von simpel zu spielnah auf – mit klaren Regeln, vielen Wiederholungen und sofort sichtbarem Transfer ins Spiel.

    Übungsname & Ziel

    Übungsserie: Spielverlagerung unter Druck – 6 Großfeldübungen (U18/U19)

    Ziel:

    • Erkennen von Drucksituationen im Zentrum
    • Saubere Verlagerung (Diagonalball, Klatsch-Klatsch, Seitenwechsel über den 6er/IV)
    • Anschlussaktion nach der Verlagerung (Andribbeln, Durchbruch, Abschluss)

    Tipp: Wenn dein Team beim Aufbau oft „festklebt“, hilft dir als Basis auch der Blick auf C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics – viele Prinzipien sind in U18/U19 identisch, nur schneller und intensiver.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • Hütchen/Markierungsteller (für Zonen & Korridore)
    • 2 Tore (oder Großtore)
    • Leibchen (2 Farben)

    Spieleranzahl:

    • Minimum: 12 (6 vs. 6)
    • Maximum: 22 (11 vs. 11)

    Dauer: 70–90 Minuten (inkl. Pausen & Coaching)

    Aufbau (für alle 6 Übungen)

    Markiere auf halbem bis 3/4 Großfeld drei vertikale Zonen:

    • Zentrum (breit, ca. 30–40 m)
    • 2 Flügelkorridore (je 8–12 m breit)

    Optional: Markiere zusätzlich in der gegnerischen Hälfte einen Abschlusskorridor (letzte 25–30 m), um die Anschlussaktion zu erzwingen.

    Schritt-für-Schritt: 6 Großfeldübungen

    1) Rondo mit Flügel-Ausgang (6v3 bis 8v4)

    1. Spiele im Zentrum ein Rondo (z. B. 6 Angreifer gegen 3 Verteidiger).
    2. Ziel: 8 Pässe im Zentrum = Freischaltung.
    3. Danach muss ein Pass in einen Flügelkorridor folgen.
    4. Flügelspieler hat 2 Kontakte und spielt zurück ins Zentrum oder weiter nach vorne.

    Warum gut für Beginner? Klare Zählregel, hoher Ballbesitz, einfache Progression.

    2) „Druck-Trigger“: Verlagerung nach Ballgewinnversuch (7v7 + 2 neutrale Außen)

    1. 7 gegen 7 im zentralen Feld.
    2. Je ein neutraler Spieler steht außen links/rechts (immer anspielbar).
    3. Sobald die verteidigende Mannschaft aktiv presst (Trainer ruft „Druck!“), zählt ein Tor nur, wenn vorher mindestens eine Verlagerung über außen gespielt wurde.
    4. Nach Ballverlust: sofort Gegenpressing für 5 Sekunden.

    3) Aufbaukette gegen Pressing (8v6) mit Pflicht-Verlagerung

    1. Angreifer: 2 IV, 1 6er, 2 AV, 3 Offensivspieler (8).
    2. Verteidiger: 2 Stürmer, 2 Achter, 2 Außen (6) pressen in klarer Ordnung.
    3. Ziel: Ball von einer Seite kontrolliert auf die andere Seite verlagern.
    4. Nach Verlagerung: Andribbeln oder Pass in die Tiefe.

    Hinweis: Das Prinzip „erst lösen, dann sichern“ passt perfekt zu Restverteidigung einfach erklärt (U12+) – in U18/U19 wird daraus: Restverteidigung + Gegenpressing.

    4) Spielverlagerung mit Zonenbonus (9v9)

    1. 9 gegen 9 auf 3/4 Feld.
    2. Tore zählen normal.
    3. Bonuspunkt, wenn vor dem Torabschluss der Ball von Flügel zu Flügel verlagert wurde.
    4. Zusatzregel: Im Flügelkorridor sind maximal 2 Verteidiger erlaubt (öffnet Räume).

    5) „Klatsch-Klatsch-Verlagerung“ (Positionsspiel 10v10)

    1. 10 gegen 10 im Spiel.
    2. Regel: Eine Verlagerung zählt nur, wenn sie über eine Klatschstation läuft (z. B. 6er oder IV):
      • Pass außen → Klatsch innen → Diagonal auf andere Seite.
    3. Nach erfolgreicher Verlagerung: 10 Sekunden Zeitfenster für Abschluss.

    Technik-Check: Damit die Anschlussaktion nicht verpufft, lohnt sich ergänzend Torschuss aus der Bewegung – genau diese Abschlüsse entstehen nach Verlagerung.

    6) Spielnah: 11v11 mit „Verlagerungsfenster“

    1. 11 gegen 11 auf Großfeld.
    2. Trainer definiert ein „Verlagerungsfenster“: z. B. immer dann, wenn der Ball im Zentrum unter Druck ist (2 Gegenspieler in 5 m Nähe).
    3. Wird im Fenster erfolgreich verlagert, bekommt das Team:
      • entweder Freistoß-ähnlichen Vorteil (Ballbesitz sichern, Gegner 5 m Abstand)
      • oder doppeltes Torrecht (nächstes Tor zählt doppelt).
    4. Nach 6–8 Minuten: Teams wechseln Aufgaben (wer presst höher, wer lockt?).

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    Auch wenn der Fokus U18/U19 ist: Du kannst die Reihe leicht anpassen.

    • U15/U16: kleinere Felder, weniger Spieler (6v6/7v7), Flügelkorridor breiter, weniger Kontaktbegrenzungen.
    • U17: gleiche Struktur, aber weniger Regeln – mehr freie Entscheidungen.
    • U18/U19 (leistungsorientiert): Kontaktbegrenzungen (2 Kontakte außen), Zeitfenster nach Verlagerung, Bonus nur bei Diagonalball in den Lauf.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • Blick heben vor dem Pass: Wer scannt (Kopf hoch), erkennt die ballferne Seite früher.
    • Erst Druck binden, dann verlagern: Lock den Gegner bewusst an – sonst ist der Seitenwechsel wirkungslos.
    • Passqualität: Flach, scharf, in den vorderen Fuß. Ein „schwimmender“ Ball lädt zum Abfangen ein.
    • Ballferne Staffelung: Der ballferne Flügel darf nicht „kleben“ – ein Einrücken schafft bessere Winkel. Dazu passt die Idee der Gegenbewegung aus Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+) auch für ältere Jahrgänge.

    FAQ

    Wie erkennst du im Spiel den richtigen Moment für eine Spielverlagerung?

    Wenn im Zentrum Überzahl gegen den Ball entsteht (z. B. 2–3 Gegner in Ballnähe) und die ballferne Seite frei ist, ist der Moment da. Wichtig: erst sichern, dann mit Tempo verlagern.

    Welche Passart ist für U18/U19 am zuverlässigsten?

    Meist ist der flache Diagonalpass oder der Seitenwechsel über eine Klatschstation (6er/IV) am sichersten. Hohe Bälle funktionieren nur, wenn Timing und Körperstellung stimmen.

    Was ist der häufigste Fehler bei Spielverlagerungen unter Druck?

    Zu frühe oder zu späte Verlagerung: Entweder wird ohne gebundenen Gegner gewechselt (kein Effekt) oder der Ballführende wartet zu lange und verliert den Ball. Klare Trigger-Regeln in den Übungen lösen das Problem schnell.

    Mehr Übungen für die A-Jugend (U18/U19)

    Häufig gestellte Fragen

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