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    Torwart 1v1 in der Halle: 8 Winkelspiele (U10–U15)

    8 einfache Winkelspiele für das Torwart-1v1 in der Halle: Du trainierst Stellungsspiel, Timing beim Herauslaufen und sichere Blocktechnik. Mit klaren Regeln, Varianten für U10–U15 und Coaching-Tipps für schnelle Fortschritte.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    5 Min.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Torwart 1v1 in der Halle – 8 Winkelspiele (U10–U15)

    Ziel: Kinder und Jugendliche verbessern im Torwart 1 gegen 1 ihr Stellungsspiel im Winkel, die Blocktechnik (Körper groß machen, Ball sichern/abklatschen), das Timing beim Herauslaufen und die Entscheidung: bleiben, attackieren oder verzögern. Gleichzeitig lernen Angreifer, aus unterschiedlichen Winkeln sauber abzuschließen – ideal fürs Torwarttraining Halle U13 und darüber hinaus.

    Warum Winkel? In der Halle entstehen durch Bande/Seitenaus oft kurze Wege und spitze Abschlusswinkel. Genau dort entscheidet der Torwart mit einem Schritt zu viel oder zu wenig.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • 1 Hallentor (oder 2 kleine Tore als Alternativen)
    • 6–10 Markierungshütchen (für Startpunkte/Winkel)
    • 6–10 Bälle (damit es flüssig läuft)
    • Leibchen für Angreifergruppen

    Spieleranzahl: min. 3 (1 Torwart, 2 Angreifer), optimal 6–12, max. 16 (mit Rotation/2 Stationen)

    Dauer: 20–30 Minuten (als Hauptteil), je Winkelspiel 2–3 Minuten

    Aufbau (Halle)

    • Markiere vor dem Tor 8 Startpunkte (Hütchen) in einem Halbkreis/„U“ um den Torraum.
    • Die Punkte liegen in verschiedenen Winkeln: 2 zentral, 3 halblinks/-rechts, 3 sehr spitz außen.
    • Angreifer starten jeweils mit Ball am Hütchen und dürfen Richtung Tor dribbeln.

    Tipp: Nutze die Hallenlinien (z. B. Kreis/Seitenaus), um die Winkel sauber zu setzen.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung (Grundform)

    1. Torwart bereit machen: Torwart startet in Grundstellung (leicht gebeugte Knie, Hände vor dem Körper, Gewicht auf dem Vorderfuß).
    2. Angreifer wählen: Trainer ruft eine Nummer (1–8) oder zeigt auf einen Winkelpunkt.
    3. 1v1 starten: Angreifer dribbelt an und darf jederzeit abschließen.
    4. Torwart entscheidet: Torwart hält den Winkel durch kleine Schritte (Shuffle/Stemmschritt), bleibt „groß“ und wählt je nach Distanz:
      • Bleiben & reagieren (bei frühem Schuss),
      • Attackieren (wenn Ball zu weit vorgelegt),
      • Verzögern (Tempo rausnehmen, Schuss erzwingen).
    5. Aktion beenden: Runde endet mit Tor, gehaltenem Ball, abgewehrtem Ball oder wenn der Ball ins Aus geht.
    6. Rotation: Angreifer holt Ball und stellt sich wieder an; nächster Angreifer startet. Torwartwechsel alle 2–3 Minuten.

    Die 8 Winkelspiele (je 2–3 Minuten)

    1) „Spitzwinkel links/rechts“

    • Startpunkt sehr außen.
    • Angreifer darf nur innerhalb von 3 Sekunden abschließen.
    • Fokus: Winkelspiel Torwart – naher Pfosten sichern, Körper hinter den Ball.

    2) „Zentraler Sprint“

    • Startpunkt zentral.
    • Angreifer muss mit Tempo andribbeln.
    • Fokus: Timing Herauslaufen und Blocktechnik Torwart (K-Block/Blockstellung je nach Regelwerk/Traineransage).

    3) „Stop & Go“

    • Angreifer muss einmal kurz anhalten (Finte/Tempowechsel) und dann abschließen.
    • Fokus: Torwart bleibt stabil, nicht „einsacken“, immer wieder neu setzen.

    4) „Nur flach“

    • Abschlüsse nur flach erlaubt.
    • Fokus: tiefer Körperschwerpunkt, Hände schnell runter, Knie schließen.

    5) „Nur hoch“ (U13–U15)

    • Abschlüsse nur halbhoch/hoch.
    • Fokus: Hände aktiv nach vorne, nicht zurückweichen.

    6) „Bandenwinkel“ (wenn Bande vorhanden)

    • Angreifer darf den Ball bewusst an die Bande legen und mitnehmen.
    • Fokus: Torwart liest Winkelwechsel, schneller erster Schritt.

    7) „Doppelentscheidung“

    • Zwei Angreifer stehen an zwei Winkeln. Trainer ruft erst A, dann im Lauf B.
    • Angreifer A startet, Trainer kann „Stopp“ rufen und B startet sofort.
    • Fokus: Reset in Grundstellung, mentale Umschaltung.

    8) „Torwart-Punktesystem“

    • Torwart bekommt Punkte für:
      • gehalten (2),
      • kontrolliert abgewehrt zur Seite (1),
      • Tor (0).
    • Fokus: Qualität der Abwehr, nicht nur „irgendwie dran“.

    Variationen nach Altersgruppe (Beginner)

    U10–U11

    • Kürzere Startdistanz (6–8 m) und klare Regeln: max. 2 Ballkontakte vor dem Schuss.
    • Erlaube dem Torwart häufiger „Bleiben & Reagieren“, damit Erfolgserlebnisse entstehen.

    U12–U13

    • Normale Distanz (8–10 m), freie Entscheidung Angreifer (Dribbling oder früher Schuss).
    • Baue Spiel 3 und 7 ein, um das Timing zu schulen.

    U14–U15

    • Größere Distanz (10–12 m) plus Zusatzregel: Angreifer muss mit schwachem Fuß abschließen oder nach Finte.
    • Optional: Nach dem 1v1 sofort zweiter Ball (Rebound) für Reaktionsfähigkeit.

    Coaching-Tipps (Torwart & Trainer)

    • Winkel schließen durch Schritte, nicht durch Hechtsprung. Erst Position, dann Aktion.
    • Näherer Pfosten ist heilig: Körper so stellen, dass die kurze Ecke „zu“ ist.
    • Blocktechnik sauber: Knie/Unterarme kompakt, Hände vor dem Körper – Ball sichern statt wegfausten.
    • Entscheidung früh treffen: Wenn du rausgehst, dann konsequent und mit Tempo; wenn nicht, setze dich und reagiere.

    Ergänzend lohnt sich gezielte Arbeit an der Beinarbeit: Schau dir dazu den Beitrag Fußarbeit für junge Torhüter an. Für die Angreifer passt als Anschlussform Torschuss aus der Bewegung, damit Abschlüsse aus dem Dribbling noch sauberer werden. Wenn du das 1v1 insgesamt im Team entwickeln willst, ergänzt du das Torwarttraining ideal mit 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).

    FAQ

    Wie nah sollten die Winkelpunkte in der Halle liegen?

    Für Beginner sind 6–10 Meter zum Tor ideal. Je jünger die Kinder, desto näher darf der Startpunkt sein, damit Abschlüsse kontrolliert bleiben und der Torwart echte Erfolgserlebnisse sammelt.

    Welche Blocktechnik ist für U10–U13 am sinnvollsten?

    Am einfachsten ist eine kompakte Blockstellung: Knie gebeugt, Oberkörper leicht vor, Hände vor den Körper, Ball „einsammeln“. Komplexere Varianten (z. B. spezifische K-Block-Details) solltest du erst einführen, wenn die Grundhaltung stabil ist.

    Wie verhinderst du Chaos bei vielen Spielern?

    Arbeite mit zwei identischen Stationen (zwei Tore oder ein Tor + Minitor). So bleiben Wartezeiten kurz. Zusätzlich hilft ein klarer Rhythmus: 1 Angreifer aktiv, 1 bereit, alle anderen hinter der Linie.

    Was ist ein typischer Fehler im Torwart 1 gegen 1?

    Viele Keeper gehen zu früh runter oder springen seitlich, obwohl ein Schritt im Winkel reicht. Coach deshalb: erst stellen, dann blocken – und den Ball nach Möglichkeit kontrolliert sichern statt nur abzuwehren.

    Häufig gestellte Fragen

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