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    Vorteilsregel einfach erklärt (DFB/ÖFB/SFV)

    Die Vorteilsregel sorgt dafür, dass ein Angriff nicht durch einen unnötigen Pfiff gestoppt wird. Hier erfährst du verständlich, wann der Schiri Vorteil gibt und wie das im Kinderfußball aussieht.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.

    Die Vorteilsregel bedeutet: Der Schiedsrichter pfeift ein Foul nicht sofort, wenn die gefoulte Mannschaft trotz Regelverstoßes besser weiterspielen kann.

    Was ist die Vorteilsregel (DFB/ÖFB/SFV)?

    Die Vorteilsregel (oft auch „Schiri Vorteil“ genannt) ist ein Grundprinzip im Fußball: Ein Foul bleibt ein Foul – aber der Schiedsrichter unterbricht das Spiel nur dann, wenn die Unterbrechung für die gefoulte Mannschaft schlechter wäre als das Weiterspielen.

    Wichtig für Kinder und Eltern: Der Schiri „übersieht“ das Foul nicht. Er entscheidet nur: Weiterlaufen bringt gerade mehr Nutzen (z. B. eine klare Torchance) als ein Freistoß.

    Warum gibt es die Vorteilsregel?

    Ohne Vorteilsregel würde Fußball oft „zerhackt“: Jede kleine Berührung führt zu einem Pfiff, Angriffe brechen ab, und gute Torchancen gehen verloren. Die DFB Regel Vorteil, aber auch die Auslegung bei ÖFB und SFV, verfolgt deshalb ein Ziel: Fairness und Spielfluss.

    Der Schiri fragt sich dabei sinngemäß:

    • Hat die gefoulte Mannschaft Ballkontrolle oder kann sie sie sofort bekommen?
    • Entsteht eine bessere Situation als ein Freistoß (z. B. Überzahl, Durchbruch, Abschluss)?
    • Ist die Szene im Kinderfußball übersichtlich und sicher?

    So erkennst du die Entscheidung des Schiris

    Viele Schiedsrichter zeigen den Vorteil durch ein klares Zeichen:

    • Beide Arme nach vorne (Vorteil anzeigen)
    • Oft ergänzt durch Zuruf wie „Vorteil!“ oder „Weiter!“

    Kommt direkt danach doch kein Nutzen zustande (z. B. Ball verspringt sofort), kann der Schiri in einem kurzen Zeitfenster noch zurückpfeifen und den Freistoß geben.

    Beispiele aus dem Kinderfußball

    Gerade im Jugendfußball ist die Vorteilsregel wichtig, aber auch anspruchsvoll. Kennst du diese typischen Situationen?

    Beispiel 1: Foul im Mittelfeld, Ball bleibt beim Angreifer

    Ein Kind wird leicht gezogen, kann aber weiterdribbeln und hat vor sich freien Raum. Der Schiri lässt laufen, weil ein Freistoß die Aktion eher stoppen würde. Danach kann ein Torschuss aus der Bewegung entstehen – genau solche Situationen trainierst du z. B. mit Torschuss aus der Bewegung.

    Beispiel 2: Foul kurz vor dem Strafraum – Torchance läuft weiter

    Ein Verteidiger trifft den Gegenspieler, der Ball springt aber zu einem Mitspieler, der frei aufs Tor zuläuft. Vorteil! Ein Pfiff würde die klare Chance wegnehmen. Kommt es doch zum Abschluss, ist alles okay – und falls es im Strafraum endet, hilft dir auch der Überblick aus Elfmeter - Das musst du wissen.

    Beispiel 3: Foul mit sofortigem Ballverlust

    Ein Kind wird gefoult, verliert dabei aber den Ball direkt an den Gegner. Dann gibt es keinen Vorteil – der Schiri pfeift und es folgt meist ein Freistoß. Welche Varianten es gibt, liest du in Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.

    Was Eltern und Trainer wissen sollten

    Im Kinderfußball gilt: Vorteile werden oft seltener gegeben als im Erwachsenenbereich, weil

    • Ballkontrolle schneller verloren geht,
    • Situationen unübersichtlicher sind,
    • der Schutz der Kinder (Sicherheit) höher gewichtet wird.

    Tipp für die Praxis: Erkläre Kindern, dass sie nicht stehen bleiben sollen, nur weil sie gefoult wurden. Die beste Reaktion ist oft: weiterspielen, bis der Pfiff kommt.

    Verwandte Begriffe

    • Freistoß: Häufige Folge, wenn kein Vorteil entsteht (siehe Link oben).
    • Elfmeter: Wenn ein Foul im Strafraum gepfiffen wird (siehe Link oben).
    • Abseits: Kein Foul, aber oft ein Grund für Spielunterbrechung – verständlich erklärt in Abseits einfach erklärt für Kinder.

    FAQ zur Vorteilsregel

    Wann pfeift der Schiri trotz Foul nicht?

    Wenn die gefoulte Mannschaft durch das Weiterspielen eine bessere Chance hat als durch den Freistoß – zum Beispiel eine klare Torchance oder ein Durchbruch.

    Kann der Schiri nachträglich doch noch Freistoß geben?

    Ja. Wenn der Vorteil nicht eintritt (z. B. Ball sofort weg), kann der Schiri innerhalb kurzer Zeit zurückpfeifen und den Freistoß geben.

    Gibt es die Vorteilsregel auch im Kinderfußball nach DFB/ÖFB/SFV?

    Ja. Sie gilt grundsätzlich auch dort. In der Praxis wird sie aber oft vorsichtiger angewendet, weil Ballkontrolle und Sicherheit im Kinderbereich stärker berücksichtigt werden.

    Häufig gestellte Fragen

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