Übungssammlung · 7 Spiele

    Einwurf-Duelle: 7 Spiele für weite Würfe (U10–U15)

    Mit diesen 7 Einwurf-Duellen trainierst du im Anfängerbereich Wurfweite, Präzision und Einwurf-Taktik für U10–U15. Kurze Spiele, klare Regeln und viele Wiederholungen sorgen für schnelle Fortschritte.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
    Grundaufbau: Einwurf-Korridor 20 x 12 m, Einwurflinie an der schmalen Seite, zwei Hütchenlinien bei 6 und 12 m teilen drei Querzonen ab, 6–16 Spieler.

    Ein weiter Einwurf ist im Jugendfußball ein echter Vorteil: Du gewinnst Meter, bringst den Ball in gefährliche Zonen und kannst sogar Torchancen vorbereiten. Gleichzeitig bleibt der Einwurf oft „nebenbei“ – dabei lässt er sich spielerisch trainieren. Die folgenden Einwurf-Duelle sind 7 kleine Spiele, die Technik, Timing und Entscheidungsverhalten verbessern – für Teams von U10 bis U15, die den Einwurf bisher kaum geübt haben.

    Ziel der Sammlung

    • Mehr Wurfweite durch saubere Technik: beide Hände, Ball von hinten über den Kopf, beide Füße am Boden
    • Mitspieler richtig einsetzen: Freilaufen im Timing, Entgegenkommen, erster Kontakt
    • Mutige Entscheidungen: kurz/weit, Fuß/Brust, direkt klatschen lassen

    Aufbau

    Markiere einen Einwurf-Korridor von ca. 20 x 12 m. An einer schmalen Seite (12 m) liegt die Einwurflinie, geworfen wird in Längsrichtung. Zwei Hütchenlinien bei 6 m und 12 m teilen den Korridor in 3 Querzonen: Zone 1 bis 6 m, Zone 2 von 6 bis 12 m, Zone 3 ab 12 m. Diese Zonen brauchst du später als Punkte- oder Zielbereiche. Wer nicht dran ist, wartet hinter der Einwurflinie oder seitlich außerhalb des Korridors, nie in der Wurfbahn.

    Regel 15 in Kürze: Der Werfer schaut zum Spielfeld, hat mit einem Teil jedes Fußes Kontakt zur Seitenlinie oder zum Boden dahinter und wirft mit beiden Händen von hinten über den Kopf. Ein Tor direkt aus dem Einwurf zählt nicht. Spielt dein Team im Spielbetrieb mit Eindribbeln oder Einpassen statt Einwurf, reicht bei U10/U11 ein kurzer Technikblock.

    Vorher kurz mobilisieren, wie im Guide zum Aufwärmen im Kinderfußball - So geht es richtig beschrieben. Die Wurftechnik ohne Wettkampfdruck baust du vorab mit Einwurf weit werfen: 7 Übungen (U10–U15) auf.

    Die 7 Spiele – Schritt für Schritt

    1

    Zonen-Challenge (Punkte für Weite)

    2–3 Min
    • Zwei Teams stellen sich hinter die Einwurflinie.
    • Ein Spieler wirft ein, ein Mitspieler fängt/stoppt den Ball in einer Zone.
    • Punkte: Zone 1 = 1, Zone 2 = 2, Zone 3 = 3.
    • Nach jedem Wurf wechseln Werfer und Anspieler. Ein regelwidriger Einwurf zählt 0 Punkte.
    2

    Zielfenster-Wurf (Weite + Präzision)

    2–3 Min
    • Baue mit Hütchen zwei „Fenster“ (je 2–3 m breit) in Zone 2 und 3.
    • Einwurf zählt nur, wenn der Ball durch das Fenster fliegt oder darin landet.
    • Teamduell: Wer schafft in 2 Minuten mehr Treffer?
    3

    Erster Kontakt zählt (Annahme unter Druck light)

    2–3 Min

    Wenn du das Dribbling weiter fördern willst, kombiniere das mit einem kurzen Dribbel-Parcours mit Hütchen als Anschlussaufgabe.

    • Ein Werfer, ein Empfänger im Feld.
    • Empfänger muss den Ball mit dem ersten Kontakt kontrollieren und in eine markierte Mini-Zone dribbeln.
    • Steigere den Druck: Ein Verteidiger startet nach dem Wurf mit 1–2 Sekunden Verzögerung.
    4

    Kopf-hoch-Klatschen (schnell weiterleiten)

    2–3 Min
    • Einwurf auf einen „Klatschspieler“ (steht seitlich/offen).
    • Klatschspieler lässt direkt prallen (ein Kontakt) auf einen dritten Spieler.
    • Punkt, wenn der dritte Spieler den Ball sauber kontrolliert. Danach rotieren alle eine Position weiter (Werfer → Klatschspieler → dritter Spieler → Werfer).
    12
    Schritt 0 / 2
    Abb. 1 · Kopf-hoch-Klatschen: Einwurf auf den seitlich offenen Klatschspieler (1), der direkt auf den dritten Spieler prallen lässt (2) — der Ball läuft schneller, als jeder Gegner laufen kann.
    5

    Block & Run (Freilaufen im Timing)

    3–4 Min
    • Zwei Angreifer gegen einen Verteidiger in Zone 2.
    • Ein Angreifer startet kurz entgegen und zieht den Verteidiger mit, der andere startet in die Tiefe. „Block“ heißt hier nur binden, nicht sperren: Wer den Verteidiger festhält oder wegdrückt, begeht ein Foul.
    • Werfer entscheidet: kurz oder weit.
    • Punkt, wenn ein Angreifer den Ball kontrolliert und über die Grundlinie am Ende des Korridors dribbelt. Gewinnt der Verteidiger den Ball, bekommt er den Punkt.
    12
    Schritt 0 / 2
    Abb. 2 · Block & Run (2 Angreifer gegen 1 Verteidiger in Zone 2): Ein Angreifer kommt kurz entgegen und bindet den Verteidiger, der andere startet in die Tiefe (Schritt 1) — der Werfer liest die Läufe und wirft weit hinter die Abwehr (Schritt 2).
    6

    Einwurf + 1 gegen 1 (Duell um den zweiten Ball)

    3–4 Min

    Für mehr Ideen zum Duellverhalten passt auch 1 gegen 1 Situationen meistern.

    • Der Werfer wirft weit in den freien Raum von Zone 2 oder 3, also bewusst zu keinem Mitspieler.
    • Zwei Spieler (je einer pro Team) starten gleichzeitig von der Einwurflinie und spielen 1 gegen 1 auf eine Dribbellinie am Ende des Korridors. Der Ball muss erst einmal aufspringen, bevor er gespielt wird. So gibt es keine Kopfballduelle und keine Zusammenstöße in der Luft.
    • Wer zuerst kontrolliert und über die Linie dribbelt, bekommt den Punkt.
    7

    Einwurf zum Abschluss (Mini-Chance kreieren)

    2–3 Min

    Als Ergänzung für den Abschluss eignet sich Torschuss aus der Bewegung.

    • Einwurf in Zone 3, dort wartet ein Angreifer.
    • Nach Kontrolle folgt ein schneller Abschluss auf ein Minitor oder Hütchentor hinter Zone 3. Direkt aus dem Einwurf zählt kein Tor, der Angreifer muss den Ball erst berühren.
    • Punkte: Kontrolle + Treffer = 2, nur Kontrolle = 1.

    Variationen nach Alter

    U10–U11 (sehr einfach)

    • Kürzere Distanzen (Korridor 15 m, Zonenlinien bei 4 und 8 m)
    • Mehr „Fangen erlaubt“: Empfänger darf den Ball zuerst sichern und dann ablegen
    • Fokus auf Regeltechnik: beide Füße am Boden, Ball hinter den Kopf

    U12–U13 (Grundlagen festigen)

    • Empfänger muss mit dem Fuß kontrollieren
    • Verteidiger startet früher, mehr Entscheidung unter Zeitdruck
    • Punkte nur bei sauberem Einwurf (Trainer zählt Regelverstöße konsequent nicht)

    U14–U15 (fortgeschritten)

    • Einwurf als Startsignal für 2 gegen 2 in Zone 3
    • Zusatzregel: Nach Einwurf max. 3 Sekunden bis zur Aktion (Pass/Dribbling/Abschluss)
    • Bonuspunkt für „dritten Mann“ (Klatschen + Tiefenlauf)

    Coaching-Tipps

    • Technik vor Kraft: Ball hinter den Kopf, Ellbogen aktiv, Rumpfspannung.
    • Beide Füße am Boden: Ein Teil jedes Fußes bleibt bis zum Loslassen auf oder hinter der Linie am Boden, sonst zählt der Punkt nicht.
    • Anlauf dosieren: 1–2 kontrollierte Schritte reichen oft; wichtiger ist der explosive Oberkörper.
    • Empfänger coachen: „Löse dich im richtigen Moment“ – nicht zu früh stehenbleiben.
    • Entscheidung fördern: Frag nach jedem Wurf kurz: Warum kurz? Warum weit? So entsteht Einwurf-Taktik statt reines Werfen.
    • Rücken schonen: Aus der Rumpfspannung werfen, nicht ins Hohlkreuz fallen. Pro Spieler höchstens 6–8 weite Würfe am Stück, dann Rolle wechseln.

    Häufige Fehler & Lösungen

    Fehler

    Der hintere Fuß hebt beim Abwurf ab oder ein Fuß steht ganz im Spielfeld.

    Lösung

    Schrittstellung statt Sprung: Den vorderen Fuß auf oder hinter die Linie stellen, den hinteren darf das Kind nachziehen, aber nicht anheben. In Spiel 1 zählen nur regelgerechte Würfe.

    Fehler

    Der Ball wird von der Seite oder nur vor dem Kopf geworfen.

    Lösung

    Ball mit beiden Händen ganz hinter den Kopf führen, Ellbogen zeigen nach vorne. Erst langsam und kurz werfen lassen, dann die Weite steigern.

    Fehler

    Der Werfer dreht den Oberkörper und wirft mit einer Hand stärker.

    Lösung

    Beide Daumen hinten am Ball, Gesicht und Brust zum Spielfeld. Ein Partner steht direkt vor dem Werfer und prüft die Richtung.

    Fehler

    Die Mitspieler stehen still und warten auf den Ball.

    Lösung

    Mit Spiel 5 das Timing üben: erst weg vom Ball, dann kurz entgegen oder in die Tiefe. Der Werfer wirft erst, wenn sich ein Mitspieler bewegt.

    Häufig gestellte Fragen

    Plane kurze, saubere Serien statt Masse: etwa 6–8 Einwürfe pro Spieler, dann Rotation. Achte auf Technik (Ball hinter den Kopf, beide Hände, Rumpfspannung) und vermeide „Ziehen“ aus dem unteren Rücken. Bei Müdigkeit sinkt die Qualität – dann lieber Spiel wechseln.

    Für U10 eignen sich Zonen-Challenge und Zielfenster-Wurf besonders gut. Die Kinder bekommen klare Ziele und schnelle Erfolgserlebnisse. Erlaube anfangs das Fangen/Sichern, bevor du auf Ballkontrolle mit dem Fuß umstellst.

    Das Freilauf-Timing: Ein Spieler kommt kurz entgegen, ein zweiter startet in die Tiefe. So entstehen sofort zwei Passoptionen, und der Werfer kann je nach Gegnerdruck kurz oder weit einwerfen. Ergänzend hilft ein Klatschspieler, um den Ball schnell weiterzuleiten.

    Mehr Wurfweite-Übungen

    Hintergrundwissen