Training & Übungen

    Einwurf weit werfen: 7 Übungen (U10–U15)

    Mit einem sauberen Einwurf sicherst du Ballbesitz und kannst Standards gefährlicher machen. Diese 7 Beginner-Übungen für U10–U15 verbessern Technik, Zielgenauigkeit und Wurfweite spielnah.

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    28. Dez. 2025
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    Aktualisiert: 17. Juli 2026
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    5 Min. Lesezeit
    Grundaufbau: Einwurflinie mit vier Zielzonen bei 6–18 m im Feld, Werfer an der Linie, Partner in der Zielzone, 2–16 Spieler.

    Ein weiter Einwurf ist im Kinder- und Jugendfußball ein unterschätzter Standard: kein Wundermittel, aber ein sauberer Baustein, der Ballbesitz sichert und im letzten Drittel Chancen einleitet. Gerade zwischen U10 und U15 lohnt es sich, die Einwurf-Technik gezielt zu schulen – Anlauf, Rumpfspannung, Ballführung über den Kopf und ein stabiler Stand. Die folgenden 7 Übungen bauen aufeinander auf und passen als Technikblock in jedes Training der Saison 2026/27.

    Wichtig vorab: Weite entsteht nicht aus den Armen, sondern aus Rumpf und Timing. Und sie zählt nur, wenn der Wurf regelkonform bleibt – beide Füße am Boden, Ball mit beiden Händen über den Kopf. Welche Regeldetails DFB, ÖFB und SFV im Jugendbereich unterscheiden, fasst Einwurf-Fehler vermeiden: Regeln DFB/ÖFB/SFV zusammen.

    Ziel der Übungen

    • Einwurf weit werfen lernen, ohne die Regel zu verletzen
    • Technik statt Kraft: Rumpfspannung, Gewichtsverlagerung, später Armzug
    • Einwürfe als Standard nutzen: Zielzonen treffen und Anschlussaktionen einleiten

    Aufbau

    • Markiere eine Einwurflinie (Seitenlinie) und dahinter 3–4 Zielzonen im Feld – z. B. bei 6, 10, 14 und 18 m, je nach Alter.
    • Material: 6–10 Hütchen, 1–3 Bälle, optional ein Maßband oder die Platzlinien für Distanzen.
    • 2–16 Spieler (ideal 6–12), Dauer 20–30 Minuten als Technikblock nach dem Aufwärmen.
    • Arbeite in Paaren oder Kleingruppen, damit jedes Kind viele Wiederholungen bekommt.

    Für das Warm-up davor kannst du Elemente aus dem Guide Aufwärmen im Kinderfußball – so geht es richtig übernehmen; Schulterkreisen und Rumpfübungen gehören beim Einwurftraining unbedingt dazu.

    Ablauf: die 7 Übungen

    1. Technik-Check „Standbild“: Das Kind steht mit beiden Füßen hinter der Linie, greift den Ball seitlich mit beiden Händen und führt ihn über den Kopf. Kurz das „Standbild“ halten – Bauch fest, Ellbogen leicht gebeugt, Blick ins Feld – erst dann werfen. So prüfst du die Grundtechnik ohne Zeitdruck.
    2. Zielzonen-Wurf: Jedes Kind hat 5 Versuche auf die drei Zielzonen – Zone 1 gibt 1 Punkt, Zone 2 zwei, Zone 3 drei. Ziel ist Treffen, nicht maximale Weite: Präzision baut die Wurfbahn auf, Weite kommt später von allein.
    3. Rhythmus-Einwurf mit 2-Schritt-Anlauf: Start 1 m hinter der Linie, zwei kleine Schritte bis zur Linie, beim letzten Schritt Füße parallel, Gewicht nach vorne, Ball über Kopf – Wurf. Du achtest darauf, dass die Fersen beim Abwurf nicht abheben.
    4. Rumpfspannung „Medizinball-Effekt“: Vor dem Wurf 3 Sekunden bewusst den Rumpf anspannen („Bauch fest“), dann den Ball langsam über den Kopf führen und explosiv werfen. Die Kraft kommt aus Rumpf und Hüfte, nicht aus den Armen.
    5. Partner-Fangen mit Rückmeldung: Zwei Kinder stehen sich in 8–15 m gegenüber. Der Werfer wirft, der Partner fängt und gibt sofort Feedback: „Zu hoch? Zu flach? Genau richtig?“ Nach 5 Würfen wird gewechselt – Qualität vor Weite.
    6. Einwurf unter Zeitdruck: Du rufst „3 – 2 – 1“, das Kind muss innerhalb von 3 Sekunden regelkonform in die markierte Zone einwerfen. Das simuliert den Spieldruck, unter dem Einwürfe sonst schlampig werden.
    7. Standard-Aktion mit Anschluss: Der Einwerfer wirft in eine Zielzone, der Empfänger nimmt an und spielt direkt weiter oder dribbelt an – nach 2–3 Wiederholungen folgt ein Abschluss auf ein Minitor. Als Anschlussmuster passen das Passspiel-Dreieck für Einsteiger oder ein Dribbling-Impuls aus dem Dribbel-Parcours mit Hütchen.

    Coaching-Punkte

    • Beide Füße am Boden, bis der Ball die Hände verlassen hat – kein Hüpfen.
    • Ball über den Kopf führen, nicht seitlich „schleudern“.
    • Rumpfspannung: „Bauch fest, Brust raus“ – ein stabiler Oberkörper bringt Länge.
    • Timing: Die Arme beschleunigen spät, die Gewichtsverlagerung geht nach vorne.
    • Ziel vor Weite: Ein weiter Einwurf ohne anspielbaren Mitspieler bringt nichts.

    Variationen: leichter und schwerer

    Leichter (U10–U11):

    • Kürzere Distanzen (6–10 m) und große Zielzonen.
    • Bildhafte Regelhilfen: „Füße kleben am Boden“, „Ball über die Mütze“.
    • Wettbewerb nur über die Trefferquote, nie über die Weite.

    Schwerer (U12–U15):

    • Zielzonen auf 10–18 m nach hinten verschieben, den 2-Schritt-Anlauf fest einbauen (U12/U13).
    • Kleinere Zielzonen plus passiver Verteidiger am Empfänger (U14/U15).
    • Entscheidungstraining: kurz auf den Fuß sichern, lang in den Lauf oder in die Zone am zweiten Pfosten – der Werfer entscheidet nach dem Freilaufverhalten.

    Typische Fehler & schnelle Lösungen

    • Fuß hebt beim Abwurf ab: zurück zum Standbild (Übung 1) und den Anlauf verkleinern – Weite kommt aus dem Rumpf, nicht aus dem Sprung.
    • Ball wird seitlich geschleudert: beide Hände symmetrisch hinter den Ball, Wurf gerade über den Kopf ansetzen.
    • Der Wurf wird zum Bogenlampen-Zufall: flachere Wurfbahn über Zielzonen erzwingen – der Empfänger soll den Ball verarbeiten können, nicht erkämpfen müssen.
    • Kinder vergleichen nur Weiten: Punkte gibt es für Zonentreffer und saubere Technik; die Begriffe hinter dem weiten Einwurf erklärt Einwurf weit werfen: Technik-Begriffe erklärt.

    Transfer ins Spiel

    Baue am Ende ein 4-gegen-4 ein, das grundsätzlich per Einwurf startet: Jedes Team hat 3 Sekunden für die Ausführung, ein Tor nach direkt verwertetem Einwurf zählt doppelt. Wer das Thema als Wettkampf über mehrere Einheiten treiben will, findet in der Sammlung Einwurf-Duelle: 7 Spiele für weite Würfe (U10–U15) die passenden Spielformen.

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Häufig gestellte Fragen

    Meist entscheidet die Technik, nicht die reine Kraft: Ball kontrolliert über den Kopf führen, beide Füße bis zum Abwurf am Boden lassen, Rumpfspannung aufbauen und das Gewicht aktiv nach vorne verlagern. Zielzonen-Übungen helfen zusätzlich, weil sie eine saubere Flugkurve und ein klares Timing erzwingen.

    Ab U12/U13 lohnt sich das gezielte Training häufiger, weil Kinder dann Anschlussaktionen besser planen (Ablagen, Läufe, zweite Bälle) und Standards strukturierter ausführen. In U10/U11 sollte der Fokus vor allem auf regelkonformer Technik und sicherem Einwerfen zum Mitspieler liegen.

    Häufig sind abhebende Füße beim Abwurf, ein seitliches „Schleudern“ statt eines Wurfs über den Kopf und zu wenig Rumpfeinsatz (nur Arme). Korrigiere schrittweise: erst Stand/Regel, dann Ballweg, dann Timing und Dynamik (Anlauf).