Einwurf weit werfen: 7 Übungen (U10–U15)
Mit einem sauberen Einwurf sicherst du Ballbesitz und kannst Standards gefährlicher machen. Diese 7 Beginner-Übungen für U10–U15 verbessern Technik, Zielgenauigkeit und Wurfweite spielnah.
Ein weiter Einwurf ist im Kinder- und Jugendfußball ein unterschätzter Standard: kein Wundermittel, aber ein sauberer Baustein, der Ballbesitz sichert und im letzten Drittel Chancen einleitet. Gerade zwischen U10 und U15 lohnt es sich, die Einwurf-Technik gezielt zu schulen – Anlauf, Rumpfspannung, Ballführung über den Kopf und ein stabiler Stand. Die folgenden 7 Übungen bauen aufeinander auf und passen als Technikblock in jedes Training der Saison 2026/27.
Wichtig vorab: Weite entsteht nicht aus den Armen, sondern aus Rumpf und Timing. Und sie zählt nur, wenn der Wurf regelkonform bleibt – beide Füße am Boden, Ball mit beiden Händen über den Kopf. Welche Regeldetails DFB, ÖFB und SFV im Jugendbereich unterscheiden, fasst Einwurf-Fehler vermeiden: Regeln DFB/ÖFB/SFV zusammen.
Ziel der Übungen
- Einwurf weit werfen lernen, ohne die Regel zu verletzen
- Technik statt Kraft: Rumpfspannung, Gewichtsverlagerung, später Armzug
- Einwürfe als Standard nutzen: Zielzonen treffen und Anschlussaktionen einleiten
Aufbau
- Markiere eine Einwurflinie (Seitenlinie) und dahinter 3–4 Zielzonen im Feld – z. B. bei 6, 10, 14 und 18 m, je nach Alter.
- Material: 6–10 Hütchen, 1–3 Bälle, optional ein Maßband oder die Platzlinien für Distanzen.
- 2–16 Spieler (ideal 6–12), Dauer 20–30 Minuten als Technikblock nach dem Aufwärmen.
- Arbeite in Paaren oder Kleingruppen, damit jedes Kind viele Wiederholungen bekommt.
Für das Warm-up davor kannst du Elemente aus dem Guide Aufwärmen im Kinderfußball – so geht es richtig übernehmen; Schulterkreisen und Rumpfübungen gehören beim Einwurftraining unbedingt dazu.
Ablauf: die 7 Übungen
- Technik-Check „Standbild“: Das Kind steht mit beiden Füßen hinter der Linie, greift den Ball seitlich mit beiden Händen und führt ihn über den Kopf. Kurz das „Standbild“ halten – Bauch fest, Ellbogen leicht gebeugt, Blick ins Feld – erst dann werfen. So prüfst du die Grundtechnik ohne Zeitdruck.
- Zielzonen-Wurf: Jedes Kind hat 5 Versuche auf die drei Zielzonen – Zone 1 gibt 1 Punkt, Zone 2 zwei, Zone 3 drei. Ziel ist Treffen, nicht maximale Weite: Präzision baut die Wurfbahn auf, Weite kommt später von allein.
- Rhythmus-Einwurf mit 2-Schritt-Anlauf: Start 1 m hinter der Linie, zwei kleine Schritte bis zur Linie, beim letzten Schritt Füße parallel, Gewicht nach vorne, Ball über Kopf – Wurf. Du achtest darauf, dass die Fersen beim Abwurf nicht abheben.
- Rumpfspannung „Medizinball-Effekt“: Vor dem Wurf 3 Sekunden bewusst den Rumpf anspannen („Bauch fest“), dann den Ball langsam über den Kopf führen und explosiv werfen. Die Kraft kommt aus Rumpf und Hüfte, nicht aus den Armen.
- Partner-Fangen mit Rückmeldung: Zwei Kinder stehen sich in 8–15 m gegenüber. Der Werfer wirft, der Partner fängt und gibt sofort Feedback: „Zu hoch? Zu flach? Genau richtig?“ Nach 5 Würfen wird gewechselt – Qualität vor Weite.
- Einwurf unter Zeitdruck: Du rufst „3 – 2 – 1“, das Kind muss innerhalb von 3 Sekunden regelkonform in die markierte Zone einwerfen. Das simuliert den Spieldruck, unter dem Einwürfe sonst schlampig werden.
- Standard-Aktion mit Anschluss: Der Einwerfer wirft in eine Zielzone, der Empfänger nimmt an und spielt direkt weiter oder dribbelt an – nach 2–3 Wiederholungen folgt ein Abschluss auf ein Minitor. Als Anschlussmuster passen das Passspiel-Dreieck für Einsteiger oder ein Dribbling-Impuls aus dem Dribbel-Parcours mit Hütchen.
Coaching-Punkte
- Beide Füße am Boden, bis der Ball die Hände verlassen hat – kein Hüpfen.
- Ball über den Kopf führen, nicht seitlich „schleudern“.
- Rumpfspannung: „Bauch fest, Brust raus“ – ein stabiler Oberkörper bringt Länge.
- Timing: Die Arme beschleunigen spät, die Gewichtsverlagerung geht nach vorne.
- Ziel vor Weite: Ein weiter Einwurf ohne anspielbaren Mitspieler bringt nichts.
Variationen: leichter und schwerer
Leichter (U10–U11):
- Kürzere Distanzen (6–10 m) und große Zielzonen.
- Bildhafte Regelhilfen: „Füße kleben am Boden“, „Ball über die Mütze“.
- Wettbewerb nur über die Trefferquote, nie über die Weite.
Schwerer (U12–U15):
- Zielzonen auf 10–18 m nach hinten verschieben, den 2-Schritt-Anlauf fest einbauen (U12/U13).
- Kleinere Zielzonen plus passiver Verteidiger am Empfänger (U14/U15).
- Entscheidungstraining: kurz auf den Fuß sichern, lang in den Lauf oder in die Zone am zweiten Pfosten – der Werfer entscheidet nach dem Freilaufverhalten.
Typische Fehler & schnelle Lösungen
- Fuß hebt beim Abwurf ab: zurück zum Standbild (Übung 1) und den Anlauf verkleinern – Weite kommt aus dem Rumpf, nicht aus dem Sprung.
- Ball wird seitlich geschleudert: beide Hände symmetrisch hinter den Ball, Wurf gerade über den Kopf ansetzen.
- Der Wurf wird zum Bogenlampen-Zufall: flachere Wurfbahn über Zielzonen erzwingen – der Empfänger soll den Ball verarbeiten können, nicht erkämpfen müssen.
- Kinder vergleichen nur Weiten: Punkte gibt es für Zonentreffer und saubere Technik; die Begriffe hinter dem weiten Einwurf erklärt Einwurf weit werfen: Technik-Begriffe erklärt.
Transfer ins Spiel
Baue am Ende ein 4-gegen-4 ein, das grundsätzlich per Einwurf startet: Jedes Team hat 3 Sekunden für die Ausführung, ein Tor nach direkt verwertetem Einwurf zählt doppelt. Wer das Thema als Wettkampf über mehrere Einheiten treiben will, findet in der Sammlung Einwurf-Duelle: 7 Spiele für weite Würfe (U10–U15) die passenden Spielformen.
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