Angreifen

    Abschluss nach Flanke: 6 Übungen (U11+)

    Diese Einheit zeigt dir 6 einfache Übungen für den Abschluss nach Flanke ab U11. Fokus: Timing, Laufwege zu Pfosten/Elfmeterpunkt und saubere Abschlüsse – bis zur kleinen Spielform.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
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    Grundaufbau: Strafraum mit Großtor und seitlicher Flankenzone, Flankengeber und Abschlussspieler, 6–14 Spieler.

    Übungsname & Ziel: Abschluss nach Flanke – 6 einfache Übungsformen (U11+)

    Flanken und der Abschluss nach Flanke sind im Kinderfußball oft ein „Chaos-Moment“: Der Ball kommt schnell, die Laufwege sind unsauber, und im Strafraum steht plötzlich niemand richtig. Genau hier setzt diese Trainingseinheit an. Du bekommst 6 einsteigerfreundliche Übungen, mit denen Kinder ab U11 lernen, Timing, Laufweg und Abschluss-Technik nach einer Flanke zu verbessern – ohne komplizierte Taktik.

    Wichtig: Viele Tore fallen nicht durch die perfekte Flanke, sondern weil ein Spieler im richtigen Moment in den Ball startet. Wer soll an den ersten Pfosten? Wer lauert am zweiten? Und wer sichert für den Abpraller? Diese Fragen beantwortest du in jeder Übung spielnah.

    Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf Torschuss aus der Bewegung, weil der Abschluss nach Flanke fast immer „in Bewegung“ passiert – selten im Stand.

    Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 1 Jugendtor (5 x 2 m, bei älteren Jahrgängen Großfeldtor) oder 2 Minitore als Alternative
    • 6–10 Hütchen (für Startpunkte und Laufwege)
    • 6–12 Bälle (damit es flüssig bleibt)
    • 2 Markierungsstangen oder 2 Hütchentore (optional als Flankenzone)

    Spieleranzahl

    • Minimum: 6 Spieler (2 Flankengeber, 3–4 Abschlussspieler, ggf. 1 Torwart)
    • Maximum: 14 Spieler (2 Gruppen parallel aufbauen, je eine Flankenseite)

    Dauer

    • 20–25 Minuten (Hauptteil): Wähle pro Einheit 3–4 der sechs Übungen à 5–6 Minuten, dazwischen 1 Minute Trinkpause und Umbau. Übung 6 als Abschlussspiel bekommt 6–8 Minuten.

    Aufbau (Grundorganisation)

    • Markiere auf beiden Seiten eine Flankenzone (ca. 5–8 m vor der Grundlinie, Breite 3–5 m). In der E-Jugend auf dem Kleinfeld nutzt du dessen Strafraum; die Zielräume rücken dann entsprechend näher ans Tor.
    • Im Strafraum markierst du drei Zielräume:
      • 1. Pfosten-Zone (ca. 2–3 m)
      • Elfmeterpunkt-Zone (zentral)
      • 2. Pfosten-Zone (ca. 2–3 m)
    • Stelle 2 Startpunkte außerhalb des Strafraums für die Abschlussspieler.

    Merke: Kopfbälle sind hier nicht das Ziel. Für U11–U13 kommen die Flanken flach oder bis Hüfthöhe und werden mit dem Fuß verarbeitet. Hohe Flanken und Kopfballabschlüsse gehören ins ältere Jugendtraining.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Übungen)

    1) „Pfosten-Jagd“ (Timing am ersten Pfosten)

    1. Flankengeber A dribbelt in die Flankenzone.
    2. Abschlussspieler startet erst, wenn A den Kopf hebt (Trigger).
    3. Flanke halbhoch oder flach in die 1. Pfosten-Zone.
    4. Abschluss mit dem ersten Kontakt (Innenseite oder Spann).
    5. Spieler rotieren: Flankengeber wird Abschlussspieler.

    2) „Zweiter Pfosten“ (Laufweg hinter den Verteidiger)

    1. Flankengeber B flankt aus der Zone.
    2. Abschlussspieler startet mit einem Bogenlauf Richtung 2. Pfosten – erst leicht vom Tor weg, dann in den Ball. Eine Stange am 2. Pfosten dient als „Verteidiger“, hinter dem der Lauf angesetzt wird.
    3. Abschluss: Innenseite „einschieben“ oder Spann, je nach Ballhöhe.
    4. Ziel: Ball nicht zurück in die Mitte, sondern aufs lange Eck.

    3) „Elfmeterpunkt-Finisher“ (Rückraum/zentral)

    1. Zwei Abschlussspieler starten: einer Richtung 1. Pfosten, einer bleibt leicht zurück.
    2. Flankengeber spielt bewusst in die Elfmeterpunkt-Zone.
    3. Der „Rückraum-Spieler“ greift den Ball an und schließt ab.
    4. Nach jedem Durchgang Rollenwechsel.
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    Abb. 1 · Elfmeterpunkt-Finisher: Flanke aus der Flankenzone in die zentrale Zielzone (1) — der erste Läufer zieht zum ersten Pfosten (2) und öffnet den Raum für den Rückraum-Finisher (3).

    4) „Abpraller zählt doppelt“ (zweite Bälle verwerten)

    1. Flanke kommt in den Strafraum, Abschluss wie zuvor.
    2. Der Torwart (oder ein Trainer) lässt bewusst Abpraller zu (nicht immer festhalten).
    3. Ein zweiter Angreifer startet nach und schließt den Abpraller ab.
    4. Wertung: Abpraller-Tor zählt 2 Punkte.
    5. Sicherheit: Hält der Torwart den Ball fest, ist die Aktion vorbei. Nicht nachtreten und nicht in den Torwart hineinrutschen.

    5) „Flanke nach 1 gegen 1 außen“ (spielerischer Einstieg)

    1. Außenbahn: Flankengeber startet im 1-gegen-1 gegen einen passiven Verteidiger.
    2. Ziel: Durchsetzen und flanken.
    3. Im Strafraum wartet 1 Abschlussspieler (später 2).
    4. Abschluss nach Flanke.

    Wenn du das 1 gegen 1 stärker aufbauen willst, passt das perfekt zu 1 gegen 1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15) – so wird die Flanke nicht „geschenkt“, sondern erarbeitet.

    6) „3-Zonen-Flanken-Spiel“ (kleine Spielform)

    1. Spiele 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 auf ein Tor mit Torwart; das verteidigende Team kontert nach Ballgewinn auf 2 Minitore an der Mittellinie.
    2. Tore ins große Tor zählen nur nach einer Flanke aus einer Flankenzone (flach oder halbhoch).
    3. Regel: Maximal 3 Kontakte in der Flankenzone (fördert Blick hoch + schnelle Ausführung).
    4. Nach 3–4 Minuten tauschen die Teams die Rollen.

    Für Trainer, die dabei die Absicherung verbessern wollen: Restverteidigung einfach erklärt (U12+) hilft, damit dein Team bei missglückter Flanke nicht in Konter läuft.

    Variationen (für verschiedene Altersgruppen)

    • U11 (Einsteiger):
      • Flanken zunächst flach (leichter zu verarbeiten).
      • Abschluss darf auch mit 2 Kontakten erfolgen (Annahme + Schuss).
    • U12/U13:
      • Flanken halbhoch, Abschluss mit Direktabnahme als Ziel.
      • 1 Verteidiger im Strafraum als „Schattenverteidiger“ (passiv, dann aktiv).
    • U14+ oder starke Gruppen:
      • Flanke nur nach vorherigem 2-gegen-1 außen.
      • Abschluss unter Zeitdruck: „Schuss innerhalb von 2 Sekunden“.

    Coaching-Tipps (damit es wirklich klappt)

    • Trigger für den Start: Nicht zu früh loslaufen – Start, wenn der Flankengeber den Kopf hebt oder ausholt.
    • Offene Körperstellung: So kann dein Spieler den Ball besser „in den Lauf“ abschließen.
    • Zielzonen klar benennen: „Erster Pfosten“, „Elfmeterpunkt“, „Zweiter Pfosten“ – kurze, wiederholbare Kommandos.
    • Mut zum einfachen Abschluss: Lieber sauber mit der Innenseite platzieren als mit Gewalt draufhauen.
    • Räume verteilen: Nie zwei Spieler in dieselbe Zone – einer geht zum 1. Pfosten, einer zum 2. Pfosten, einer bleibt im Rückraum.

    Typische Fehler und Korrekturen

    • Fehler: Der Abschlussspieler steht schon im Strafraum und wartet auf den Ball. Korrektur: Aus dem Startpunkt heraus spät starten und in den Ball laufen; wer steht, wird gedeckt.
    • Fehler: Die Flanke wird ohne Blick hoch in die Mitte geschlagen. Korrektur: Vor der Flanke kurz schauen, wohin die Läufer starten, und flach in den Laufweg spielen.
    • Fehler: Beim Direktabschluss lehnt sich das Kind zurück, der Ball fliegt übers Tor. Korrektur: Oberkörper über dem Ball, Innenseite mit festem Fußgelenk, Ball nur „einschieben“.

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Am besten über klare Startsignale: Der Lauf beginnt erst, wenn der Flankengeber den Kopf hebt oder ausholt. Zusätzlich helfen markierte Zielzonen (1. Pfosten, Elfmeterpunkt, 2. Pfosten), damit Kinder nicht zu früh in den Strafraum „reinlaufen“, sondern in den Ball starten.

    Für Einsteiger funktionieren platzierte Abschlüsse mit der Innenseite besonders gut, weil sie kontrolliert und wiederholbar sind. Direktabschlüsse sind möglich, aber zunächst darf auch mit zwei Kontakten gearbeitet werden (Annahme in Schussrichtung, dann Abschluss).

    Steigere in kleinen Schritten: erst flache Flanken ohne Gegnerdruck, dann halbhohe Flanken, anschließend ein passiver Verteidiger im Strafraum und zuletzt eine kleine Spielform mit der Regel „Tor zählt nur nach Flanke“. So bleibt der Ablauf einfach, aber die Spielnähe steigt.