Angreifen

    Abschluss nach Flanke: 6 Übungen (U11+)

    Diese Einheit zeigt dir 6 einfache Übungen für den Abschluss nach Flanke ab U11. Fokus: Timing, Laufwege zu Pfosten/Elfmeterpunkt und saubere Abschlüsse – bis zur kleinen Spielform.

    ·
    17. Jan. 2026
    ·
    Aktualisiert: 20. Juli 2026
    ·
    6 Min. Lesezeit
    79123
    Grundaufbau: Strafraum mit Großtor und seitlicher Flankenzone, Flankengeber und Abschlussspieler, 6–14 Spieler.

    Übungsname & Ziel: Abschluss nach Flanke – 6 einfache Übungsformen (U11+)

    Flanken und der Abschluss nach Flanke sind im Kinderfußball oft ein „Chaos-Moment“: Der Ball kommt schnell, die Laufwege sind unsauber, und im Strafraum steht plötzlich niemand richtig. Genau hier setzt diese Trainingseinheit an. Du bekommst 6 beginner-freundliche Übungen, mit denen Kinder ab U11 lernen, Timing, Laufweg und Abschluss-Technik nach einer Flanke zu verbessern – ohne komplizierte Taktik.

    Wichtig: Viele Tore fallen nicht durch die perfekte Flanke, sondern weil ein Spieler im richtigen Moment in den Ball startet. Wer soll an den ersten Pfosten? Wer lauert am zweiten? Und wer sichert für den Abpraller? Diese Fragen beantwortest du in jeder Übung spielnah.

    Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf Torschuss aus der Bewegung, weil der Abschluss nach Flanke fast immer „in Bewegung“ passiert – selten im Stand.

    Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 1 großes Tor (oder 2 Minitore als Alternative)
    • 6–10 Hütchen (für Startpunkte und Laufwege)
    • 6–12 Bälle (damit es flüssig bleibt)
    • 2 Markierungsstangen oder 2 Hütchentore (optional als Flankenzone)

    Spieleranzahl

    • Minimum: 6 Spieler (2 Flankengeber, 3–4 Abschlussspieler, ggf. 1 Torwart)
    • Maximum: 14 Spieler (2 Gruppen parallel aufbauen)

    Dauer

    • 20–25 Minuten (Hauptteil), je Übung 3–4 Minuten + kurze Wechsel

    Aufbau (Grundorganisation)

    • Markiere auf beiden Seiten eine Flankenzone (ca. 5–8 m vor der Grundlinie, Breite 3–5 m).
    • Im Strafraum markierst du drei Zielräume:
      • 1. Pfosten-Zone (ca. 2–3 m)
      • Elfmeterpunkt-Zone (zentral)
      • 2. Pfosten-Zone (ca. 2–3 m)
    • Stelle 2 Startpunkte außerhalb des Strafraums für die Abschlussspieler.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Übungen)

    1) „Pfosten-Jagd“ (Timing am ersten Pfosten)

    1. Flankengeber A dribbelt in die Flankenzone.
    2. Abschlussspieler startet erst, wenn A den Kopf hebt (Trigger).
    3. Flanke halbhoch oder flach in die 1. Pfosten-Zone.
    4. Abschluss mit dem ersten Kontakt (Innenrist oder Spann).
    5. Spieler rotieren: Flankengeber wird Abschlussspieler.

    2) „Zweiter Pfosten“ (Laufweg hinter den Verteidiger)

    1. Flankengeber B flankt aus der Zone.
    2. Abschlussspieler startet mit einem Bogenlauf Richtung 2. Pfosten.
    3. Abschluss: Innenseite „einschieben“ oder Spann, je nach Ballhöhe.
    4. Ziel: Ball nicht zurück in die Mitte, sondern aufs lange Eck.

    3) „Elfmeterpunkt-Finisher“ (Rückraum/zentral)

    1. Zwei Abschlussspieler starten: einer Richtung 1. Pfosten, einer bleibt leicht zurück.
    2. Flankengeber spielt bewusst in die Elfmeterpunkt-Zone.
    3. Der „Rückraum-Spieler“ greift den Ball an und schließt ab.
    4. Nach jedem Durchgang Rollenwechsel.
    123
    Abb. 1 · Elfmeterpunkt-Finisher: Flanke aus der Flankenzone in die zentrale Zielzone (1) — der erste Läufer zieht zum ersten Pfosten (2) und öffnet den Raum für den Rückraum-Finisher (3).

    4) „Abpraller zählt doppelt“ (zweite Bälle verwerten)

    1. Flanke kommt in den Strafraum, Abschluss wie zuvor.
    2. Der Torwart (oder ein Trainer) lässt bewusst Abpraller zu (nicht immer festhalten).
    3. Ein zweiter Angreifer startet nach und schließt den Abpraller ab.
    4. Wertung: Abpraller-Tor zählt 2 Punkte.

    5) „Flanke nach 1v1 außen“ (spielerischer Einstieg)

    1. Außenbahn: Flankengeber startet im 1-gegen-1 gegen einen passiven Verteidiger.
    2. Ziel: Durchsetzen und flanken.
    3. Im Strafraum wartet 1 Abschlussspieler (später 2).
    4. Abschluss nach Flanke.

    Wenn du das 1v1 stärker aufbauen willst, passt das perfekt zu 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15) – so wird die Flanke nicht „geschenkt“, sondern erarbeitet.

    6) „3-Zonen-Flanken-Spiel“ (kleine Spielform)

    1. Spiele 4v4 oder 5v5 auf ein Tor.
    2. Tore zählen nur, wenn der Angriff über eine Flankenzone geht.
    3. Regel: Maximal 3 Kontakte in der Flankenzone (fördert Blick hoch + schnelle Ausführung).
    4. Nach Ballgewinn sofort umschalten und wieder über außen.

    Für Trainer, die dabei die Absicherung verbessern wollen: Restverteidigung einfach erklärt (U12+) hilft, damit dein Team bei missglückter Flanke nicht in Konter läuft.

    Variationen (für verschiedene Altersgruppen)

    • U11 (Beginner):
      • Flanken zunächst flach (leichter zu verarbeiten).
      • Abschluss darf auch mit 2 Kontakten erfolgen (Annahme + Schuss).
    • U12/U13:
      • Flanken halbhoch, Abschluss mit Direktabnahme als Ziel.
      • 1 Verteidiger im Strafraum als „Schattenverteidiger“ (passiv, dann aktiv).
    • U14+ oder starke Gruppen:
      • Flanke nur nach vorherigem 2-gegen-1 außen.
      • Abschluss unter Zeitdruck: „Schuss innerhalb von 2 Sekunden“.

    Coaching-Tipps (damit es wirklich klappt)

    • Trigger für den Start: Nicht zu früh loslaufen – Start, wenn der Flankengeber den Kopf hebt oder ausholt.
    • Offene Körperstellung: So kann dein Spieler den Ball besser „in den Lauf“ abschließen.
    • Zielzonen klar benennen: „Erster Pfosten“, „Elfmeterpunkt“, „Zweiter Pfosten“ – kurze, wiederholbare Kommandos.
    • Mut zum einfachen Abschluss: Lieber sauber mit Innenrist platzieren als mit Gewalt draufhauen.

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Häufig gestellte Fragen

    Am besten über klare Startsignale: Der Lauf beginnt erst, wenn der Flankengeber den Kopf hebt oder ausholt. Zusätzlich helfen markierte Zielzonen (1. Pfosten, Elfmeterpunkt, 2. Pfosten), damit Kinder nicht zu früh in den Strafraum „reinlaufen“, sondern in den Ball starten.

    Für beginner funktionieren platzierte Abschlüsse mit dem Innenrist besonders gut, weil sie kontrolliert und wiederholbar sind. Direktabschlüsse sind möglich, aber zunächst darf auch mit zwei Kontakten gearbeitet werden (Annahme in Schussrichtung, dann Abschluss).

    Steigere in kleinen Schritten: erst flache Flanken ohne Gegnerdruck, dann halbhohe Flanken, anschließend ein passiver Verteidiger im Strafraum und zuletzt eine kleine Spielform mit der Regel „Tor zählt nur nach Flanke“. So bleibt der Ablauf einfach, aber die Spielnähe steigt.