Torwarttraining

    Torwart-Spielaufbau: Abwurf & Pass (U10–U15)

    Diese Übung verbessert die Torwart-Spieleröffnung über Abwurf und Pass – vom sicheren Aufbau ohne Druck bis zum spielnahen Pressing. Mit klaren Schritten, Varianten für U10–U15 und Coaching-Tipps für saubere Entscheidungen im Aufbau.

    ·
    4. Jan. 2026
    ·
    Aktualisiert: 20. Juli 2026
    ·
    4 Min. Lesezeit
    Grundaufbau: Torwart an der Grundlinie, Anspielstationen links und rechts, Druckzone im Zentrum, zwei Minitore gegenüber.

    Übungsname & Ziel: „Torwart-Spielaufbau – Abwurf & Pass-Ketten“

    Kinder und Jugendliche (U10–U15) sollen lernen, wie Torwart Spieleröffnung heute funktioniert: schnell entscheiden, sauber ausführen und das Team aktiv ins Spiel bringen. In dieser Übung trainierst du den Abwurf Pass Torwart (flach und halbhoch), kurze Pässe als „dritter Feldspieler“ und die richtige Anschlussaktion nach dem Abspiel. Warum ist das so wichtig? Weil ein guter Aufbau über Torwart oft darüber entscheidet, ob dein Team kontrolliert herausspielt oder den Ball sofort wieder verliert. Die Grundprinzipien dahinter findest du in Spielaufbau im Kinderfußball: 3 einfache Prinzipien.

    Damit der Torwart stabil abspielen kann, lohnt sich ergänzend ein Blick auf die Fußarbeit für junge Torhüter – ohne saubere Schritte fehlt oft die Präzision im Pass.


    Benötigte Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    • Materialien:
      • 1 Ball
      • 8 Hütchen (für Zonen und Passlinien)
      • 2 Minitore (oder 2 Hütchentore)
      • 6 Leibchen (für zwei Teams)
    • Spieleranzahl: 6–12 (optimal: 8–10)
      • 1 Torwart (rotierend möglich)
      • Feldspieler in zwei Gruppen/Teams
    • Dauer: 20–25 Minuten (Hauptteil)
    • Feldgröße: ca. 25 x 20 m (anpassbar)

    Aufbau

    • Markiere ein Rechteck (25 x 20 m).
    • Der Torwart startet an einer Grundlinie mittig.
    • Stelle links und rechts je eine Anspielstation (2–3 Spieler pro Seite) ca. 8–12 m vor dem Torwart.
    • Im Zentrum markierst du eine Druckzone (ca. 8 x 8 m) mit Hütchen.
    • Vorne (gegenüber dem Torwart) stehen zwei Minitore mit 6–10 m Abstand zueinander.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startsignal & Ballaufnahme

      • Ein Feldspieler rollt dem Torwart den Ball kontrolliert zu (kein harter Schuss).
      • Der Torwart nimmt den Ball sauber auf und richtet sich direkt zum Feld aus.
    2. Entscheidung: Abwurf oder Pass

      • Der Torwart scannt kurz: Wo ist die freie Seite?
      • Dann spielt er entweder:
        • Abwurf (überarm/seitlich) auf eine Außenstation oder
        • flachen Pass (Innenseite) auf eine nahe Anspielstation.
    3. Erster Kontakt & Weiterleitung

      • Der Empfänger nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt offen (Körper zum Feld) an.
      • Danach folgt ein Weiterleitungspass durch/um die Druckzone herum zu einem Mitspieler auf der anderen Seite.
    4. Druck simulieren

      • In der Druckzone agiert 1 Verteidiger (ab U12 gern 2), der nur Passwege zustellt und später aktiv attackiert.
    5. Abschluss in die Minitore

      • Nach 2–3 Pässen versucht das Team, in eines der beiden Minitore zu passen.
      • Treffer zählt nur, wenn der Ball vorher mindestens einmal über den Torwart eröffnet wurde.
    6. Rotation

      • Nach jeder Aktion wechseln: Torwart bleibt 3–5 Bälle, dann neuer Torwart.
      • Verteidiger rotiert ebenfalls, damit alle die Perspektive „Druck machen“ kennenlernen.

    Variationen (U10 bis U15)

    Variation 1: Anfängerfreundlich (U10–U11) – ohne Gegnerdruck

    • Kein Verteidiger in der Druckzone.
    • Fokus: Technik & Zielgenauigkeit.
    • Regel: Torwart muss abwechselnd links/rechts eröffnen.

    Variation 2: Spielaufbau U11/U12 – passiver Druck

    • 1 Verteidiger darf nur Passwege schließen, nicht tackeln.
    • Zusatzpunkt, wenn der Torwart mit dem Fuß eröffnet.

    Variation 3: U13–U15 – aktiver Pressingdruck

    • 1–2 Verteidiger dürfen aktiv attackieren.
    • Zeitlimit: Abschluss innerhalb von 8–10 Sekunden.
    • Bonus: Torwart darf nach dem Abspiel nachschieben und als Rückpass-Option dienen.

    Variation 4: Entscheidungsdruck durch Abseitslinie (optional)

    • Markiere eine Linie, hinter der die Angreifer nicht starten dürfen.
    • So lernst du spielnahes Timing. Wenn dabei Fragen auftauchen: Abseits einfach erklärt für Kinder hilft dir, es kindgerecht zu erklären.

    Coaching-Tipps (Torwart & Team)

    • Kopf hoch vor dem Abspiel: Torwart soll aktiv scannen („Wo ist die freie Seite?“).
    • Klare Technik-Cues:
      • Abwurf: Ellbogen hoch, Handgelenk stabil, Zielhand zeigt zum Mitspieler.
      • Pass: Standbein neben den Ball, Fußspitze leicht nach oben, Innenseite durch den Ball.
    • Kommunikation einfordern: Feldspieler sollen sich anbieten („Zeit!“, „Dreh auf!“, „Mann!“). Das ist ein Schlüssel für „Torwart mitspielen Übungen“.
    • Mut zum kurzen Aufbau: Lieber sauber kurz eröffnen als hektisch lang schlagen.
    • Fehlerkultur: Wenn ein Ballverlust passiert, direkt umschalten und neu starten. Gerade im Aufbau lernen Kinder am meisten über Wiederholungen.

    Häufige Fehler (und schnelle Korrekturen)

    • Torwart wirft/passt ohne Blickkontakt → Regel: Abspiel zählt nur nach kurzem Scan.
    • Empfänger steht geschlossen → „Erster Kontakt nach vorne“ als Pflicht.
    • Balltempo zu niedrig → Ziel: Pass so scharf, dass er nicht abgefangen werden kann.

    Mehr Torwart-Spieleröffnung-Übungen

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Häufig gestellte Fragen

    Plane 2–3 kurze Blöcke pro Woche ein: ca. 10 Minuten Technik (Abwurf, flacher Pass) und 10–15 Minuten spielnahe Anwendung unter leichtem Druck. Entscheidend ist die Wiederholung mit klaren Qualitätskriterien (Scan, Passschärfe, Anschlussaktion).

    Beides hat seinen Platz. Der Abwurf ist oft schneller und reduziert das Risiko, wenn der Gegner hoch presst. Der flache Pass ist spielnäher und entwickelt die Fähigkeit, als mitspielender Torwart Lösungen zu finden. Kinder sollten lernen, abhängig von Raum, Gegnerdruck und Mitspielerposition zu entscheiden.

    Gib einfache Regeln vor: Nach jedem Pass müssen sofort zwei neue Anspielstationen entstehen (Dreiecksbildung). Starte mit festen Laufwegen (Außen klatschen lassen, gegenüber öffnen) und steigere erst danach die Freiheit. Zusätzlich helfen klare Coaching-Wörter wie „Breite!“, „Dreh auf!“ und „Klatsch!“.