E-Jugend Spielfeld: Maße, Tore und Feldaufbau für U10 und U11
Der DFB-Rahmen sieht für das Sieben-gegen-Sieben der E-Jugend ein 55 x 35 Meter großes Feld und zwei Jugendtore mit 5,00 x 2,00 Metern vor. Verbindlich sind jedoch immer die Durchführungsbestimmungen des zuständigen Landesverbands.

Samstagmorgen, kurz vor dem ersten Heimspiel: Die Tore stehen bereit, doch wo verlaufen Seitenlinie und Strafraum? Für das E-Jugend-Spielfeld nennt der DFB im Sieben-gegen-Sieben 55 x 35 Meter. Trotzdem solltest Du nicht sofort mit dem Abkreiden beginnen. Verbindlich sind die Durchführungsbestimmungen Deines Landesverbands.
E-Jugend-Spielfeld auf einen Blick
| Spielform | Feldmaß nach DFB-Rahmen | Tore | Spielerzahl pro Team | Spielzeit |
|---|---|---|---|---|
| Sieben-gegen-Sieben | 55 x 35 m | Zwei Kleinfeld- beziehungsweise Jugendtore | Sechs Feldspieler plus Torwart | Idealerweise Turnier mit vier Mannschaften; bei zwei Mannschaften 4 x 15 Minuten |
| Fünf-gegen-Fünf mit Torwart | Nach den Regelungen der F-Jugend; konkrete Maße laut Landesverband | Zwei Kleinfeldtore | Vier Feldspieler plus Torwart | Organisation nach den geltenden Verbandsbestimmungen |
| Fünf-gegen-Fünf ohne Torwart | Nach den Regelungen der F-Jugend; konkrete Maße laut Landesverband | Vier Minitore | Fünf Feldspieler | Organisation nach den geltenden Verbandsbestimmungen |
Möchtest Du die E-Jugend mit anderen Altersklassen vergleichen, findest Du die entsprechenden Angaben in der Übersicht der Spielfeldgrößen. Das E-Jugend-Alter für U10 und U11 wird separat erklärt.
Warum es mehrere Spielformen gibt
Seit der Saison 2024/2025 sind die neuen Spielformen laut DFB in den Altersklassen U6 bis U11 verbindlich. In der E-Jugend treffen deshalb verschiedene Formate aufeinander. Neben dem Sieben-gegen-Sieben kann ein Fünf-gegen-Fünf nach den Regelungen der F-Jugend vorgesehen sein.
Der Gedanke dahinter ist klar: Kleinere Mannschaften und kompaktere Felder bringen Kinder häufiger an den Ball. Es entstehen mehr Dribblings, direkte Duelle und Torabschlüsse. Statt lange auf die nächste Aktion zu warten, müssen U10- und U11-Kinder laufend wahrnehmen, entscheiden und handeln.
Was bedeutet das für einen Verein, der bisher ausschließlich ein klassisches Kleinfeld vorbereitet hat? Er braucht einen flexibleren Aufbau:
- Kleinfeldtore für Spiele mit Torwart
- Vier Minitore für ein Fünf-gegen-Fünf ohne Torwart
- bewegliche Markierungen für unterschiedliche Feldgrößen
- freie Flächen für Nebenfelder
- einen Aufbauplan für Trainer, Betreuer und Platzwarte
Klingt aufwendig? Mit farblich sortierten Markierungsscheiben und einer festen Materialkiste lässt sich der Wechsel deutlich beschleunigen. Häufiger Anfängerfehler: Das Hauptfeld wird komplett aufgebaut, bevor geprüft wurde, welche Spielform der Spieltag vorsieht.
Das Feld abstecken: Schritt für Schritt
1. Verbindliche Vorgabe prüfen
Öffne zuerst die aktuelle Durchführungsbestimmung Deines Verbands. Im Landesverband-Bereich findest Du die Einordnung für die 21 DFB-Landesverbände. Dort erkennst Du, ob beispielsweise 7 gegen 7, 6 gegen 6 oder 5 gegen 5 als Soll-Spielform angesetzt ist.
Erst danach kommen Maßband und Hütchen zum Einsatz. Andersherum riskierst Du, ein sauber markiertes, aber für den Wettbewerb falsches E-Jugend-Spielfeld aufzubauen.
2. Das 55-x-35-Meter-Feld quer anlegen
Die Maße für Deine Altersklasse und Deinen Verband rechnet Dir der Spielfeld-Rechner aus.
Das DFB-Feld für das Sieben-gegen-Sieben misst 55 Meter in der Länge und 35 Meter in der Breite. Auf vielen Sportanlagen lässt sich dieses Kleinfeld quer auf einem vorhandenen Großfeld anordnen.
Ein praktikabler Ablauf:
- Lege die Position der beiden Tore fest.
- Miss die 55 Meter lange Spielfeldachse aus.
- Markiere an beiden Enden die Feldbreite von 35 Metern.
- Verbinde die Eckpunkte mit Hütchen, Scheiben oder einer zulässigen Bodenmarkierung.
- Kontrolliere beide Diagonalen, damit das Feld nicht schief verläuft.
- Markiere Mittellinie sowie Tor- und Strafräume nach den Vorgaben des Landesverbands.
Für ein einzelnes Spiel reichen gut sichtbare Markierungsscheiben häufig besser aus als lose, hohe Hütchen. Sie stören den Ball weniger, wenn ein Pass über die Seitenlinie rollt. Welche Markierung auf dem jeweiligen Platz zulässig ist, sollte der Verein mit Platzwart und Betreiber abstimmen.
3. Torraum und Strafraum nicht schätzen
Wie groß ist der Strafraum in der E-Jugend? Darauf gibt es keine deutschlandweit einheitliche Zahl, die Du bedenkenlos auf jedem Platz verwenden kannst. Tiefe und Breite von Torraum und Strafraum variieren je nach Landesverband. Teilweise unterscheiden sich auch die Markierungsformen.
Ein klassischer Trainerfehler ist, die Maße vom benachbarten Verein zu übernehmen. Selbst innerhalb ähnlicher Wettbewerbe können abweichende Durchführungsbestimmungen gelten. Nutze deshalb keine frei geschätzten Abstände und keine Zahlen aus einer alten Skizze.
4. Nebenfelder freihalten
Der DFB sieht für Einwechselspieler Nebenfelder mit Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei vor. Plane diese Flächen schon vor dem Aufbau des Hauptfelds ein. Sonst stehen Ersatzbänke, Materialtaschen oder Zuschauer genau dort, wo Kinder parallel spielen sollen.
Die Nebenfelder sollten klar vom Hauptfeld zu erkennen sein. Unterschiedliche Farben helfen: etwa gelbe Markierungen für das Sieben-gegen-Sieben und blaue Scheiben für das Zwei-gegen-Zwei. So verstehen auch Kinder schnell, welche Linien zu ihrem Spiel gehören.
Die Tore: Kleinfeldtor, Jugendtor und Minitor
Kleinfeld- beziehungsweise Jugendtor
Beim Sieben-gegen-Sieben spielt die E-Jugend auf zwei Kleinfeldtore. Die E-Jugend-Tore haben ein Maß von 5,00 x 2,00 Metern. Dieses Format wird auch als Jugendtor bezeichnet.
Im Fünf-gegen-Fünf kann der DFB-Rahmen ebenfalls zwei Kleinfeldtore vorsehen. Dann besteht jedes Team aus vier Feldspielern und einem Torwart. Ob diese Variante im konkreten Wettbewerb genutzt wird, ergibt sich erneut aus der Verbandsregelung.
Minitore für kleinere Formate
Wird das Fünf-gegen-Fünf ohne Torwart gespielt, kommen vier Minitore zum Einsatz. Sie dürfen maximal 2,00 x 1,20 Meter groß sein. Jedes Team verteidigt damit zwei Tore und greift auf zwei gegenüberliegende Tore an.
Dieser Aufbau verändert das Spiel spürbar: Kinder müssen freie Räume erkennen, die Angriffsrichtung wechseln und vor dem Abschluss auswählen, welches Tor besser erreichbar ist. Vier Tore einfach irgendwie an die Grundlinien zu stellen, funktioniert in der Praxis schlechter als ein symmetrischer und vorher kontrollierter Aufbau.
Höhenreduzierte Varianten
Höhenreduzierte Torvarianten können eine Option sein, wenn die jeweilige Ausschreibung sie zulässt. Maßgeblich bleibt die Vorgabe des Landesverbands. Prüfe vor dem Einsatz, welche Torart und welche Maße für Deinen Wettbewerb genehmigt sind.
Torsicherung ist Pflicht
Egal ob Jugendtor oder Minitor: Jedes Tor muss standsicher aufgebaut und gegen Umkippen gesichert sein. Das gilt im Spiel, beim Training und während des Umbaus. Ein ungesichertes Tor darf nicht verwendet werden.
Kontrolliere vor dem Anpfiff:
- Steht das Tor stabil und eben?
- Ist die vorgesehene Sicherung vollständig angebracht?
- Sind Netz und Rahmen ohne gefährliche Schäden?
- Können Kinder das Tor beim Jubeln oder beim Holen des Balls verschieben?
- Bleibt die Sicherung auch auf nassem oder weichem Untergrund wirksam?
Erst nach dieser Kontrolle beginnt das Aufwärmen im Torraum.
Was sonst noch am Spielfeld hängt
Feldgröße und Tore bestimmen auch die Spielfortsetzungen. Beim Sieben-gegen-Sieben wird ein Ausball an der Seitenlinie erstmals per Einwurf fortgesetzt. In den kleineren Formaten erfolgt die Fortsetzung per Einschießen oder Eindribbeln.
Als ideale Organisation nennt der DFB ein Turnier mit vier Mannschaften; sind nur zwei Mannschaften anwesend, beträgt die offizielle Spielzeit 4 x 15 Minuten, während Angaben zu Ballgröße, Abseits und weiteren Sonderregeln im Überblick der E-Jugend-Regeln stehen.
Die Turnierform verändert die Platzplanung. Vier Mannschaften benötigen klar erkennbare Wartezonen, Zugänge und Nebenfelder. Gleichzeitig sollte kein Team eine lange Pause ohne Ball verbringen. Genau dafür sind die kleinen Zwei-gegen-Zwei- oder Drei-gegen-Drei-Felder gedacht — passende Formen findest Du unter den Übungen für die E-Jugend, die inhaltlichen Schwerpunkte im E-Jugend-Training.
Landesverband schlägt DFB-Rahmen
Der DFB gibt für Deutschland den Rahmen vor. Die verbindlichen Durchführungsbestimmungen kommen jedoch von den Landesverbänden. Ein Verband kann beispielsweise ein 6 gegen 6 als Soll-Spielform festlegen, kleinere Feldmaße verwenden oder eine andere Strafraumtiefe bestimmen.
Alle Verbände nebeneinander stehen im Verbandsvergleich der Spielformen; die Einordnung dazu liefert der Vergleich der Kinderfußball-Spielformen in 21 Landesverbänden. Für Deinen Pflichtspielbetrieb zählt trotzdem immer die aktuell veröffentlichte Regelseite des zuständigen Verbands. Kontrolliere sie erneut, wenn eine neue Saison beginnt oder der Wettbewerb zwischen Kreis, Bezirk und Verband wechselt.
Für Österreich und die Schweiz gelten die deutschen DFB-Zahlen nicht automatisch. Vereine in Österreich müssen die Vorgaben des ÖFB und seiner Landesverbände heranziehen, Schweizer Clubs die Bestimmungen des SFV beziehungsweise der zuständigen Regionalverbände. Die Angabe 55 x 35 Meter ist hier daher als deutscher DFB-Rahmen zu verstehen, nicht als allgemeine DACH-Norm.
Fazit: Erst Verband prüfen, dann aufbauen
Für das deutsche Sieben-gegen-Sieben nennt der DFB ein E-Jugend-Spielfeld von 55 x 35 Metern, zwei 5,00 x 2,00 Meter große Kleinfeldtore und sechs Feldspieler plus Torwart pro Mannschaft. Im Fünf-gegen-Fünf gelten die Varianten mit vier Minitoren ohne Torwart oder zwei Kleinfeldtoren mit Torwart.
Was heißt das konkret? Prüfe zuerst Spielform, Feldmaß, Torvorgabe sowie Tor- und Strafraum in der aktuellen Landesverbandsregelung. Stecke danach das Hauptfeld ab, sichere die Tore und reserviere Platz für Nebenfelder. So ist der Aufbau regelkonform, übersichtlich und für die Kinder sofort verständlich. Alles Weitere zu U10 und U11 — Entwicklung, Trainingsaufbau, Ausrüstung und Elternthemen — steht gebündelt im E-Jugend-Hub.
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