Fangen und Sichern: Grundtechnik im Tor
Fangen und Sichern ist die zentrale Torwart-Grundtechnik im Kinderfußball: erst sauber fangen, dann den Ball vor Nachschüssen schützen. Hier bekommst du einfache Erklärungen, typische Fehler und passende Verweise fürs Training.
KI-generiertes SymbolbildFangen und Sichern beschreibt die Torwart-Grundtechnik, einen Ball kontrolliert zu fangen und ihn anschließend so zu schützen, dass kein Nachschuss möglich ist.
Merke: Ball fangen, Ball festmachen, zweite Chance verhindern. Hände vor dem Körper, Körper hinter dem Ball, danach den Ball eng an den Körper ziehen.
Was bedeutet „Fangen und Sichern“ im Kinderfußball?
Im Kinderfußball ist „Fangen und Sichern“ die Basis für fast alles, was ein Torhüter macht: Erst kommt der saubere Ballkontakt (Fangen), dann die Ballkontrolle unter Druck (Sichern). Klingt simpel, aber wie oft rutscht ein Ball durch die Hände, prallt nach vorne ab oder wird im Gedränge wieder verloren?
Kinder lernen dabei zwei Dinge:
- Technik: Hände richtig formen, Körper hinter den Ball bringen, Ball festmachen.
- Entscheidung: Wann ist Fangen möglich, und wann ist Abwehren zur Seite sicherer?
Ab wann lernt ein Kind das?
| Altersklasse | Was laut DFB im Vordergrund steht |
|---|---|
| G-Jugend (Bambini) | Kein Torwart in den Spielformen auf vier Minitore; Fangen und Werfen als allgemeine Bewegungserfahrung |
| F-Jugend | Noch keine konkreten Torwarttechniken, sondern koordinative Grundlagen; jedes Kind darf mal ins Tor |
| E-Jugend | Kein spezielles Torwarttraining, aber alle Kinder lernen behutsam die Basistechniken |
| D-Jugend | Beginn des positionsspezifischen Torwarttrainings, u. a. Aufnehmen flacher Bälle und Fangen hoher und halbhoher Bälle |
Wie das Torwarttraining Schritt für Schritt aufgebaut wird, zeigt Torwarttraining für Kinder: Wann es sinnvoll wird. Gerade bei jüngeren Torhütern sind Bälle oft unberechenbar: Sie springen, drehen oder kommen aus kurzer Distanz. Deshalb zählt nicht nur „halten“, sondern sicher festhalten.
Grundprinzipien: So klappt Fangen und Sichern
1) Die „W“-Haltung der Hände
Bei Bällen in Brust- oder Kopfhöhe bilden Daumen und Zeigefinger beider Hände hinter dem Ball eine „W“-Form. Der DFB nennt das ein Dreieck aus Daumen und Zeigefingern. Die Handflächen sind hinter dem Ball, gefangen wird vor dem Körper.
- Ellbogen leicht gebeugt
- Hände vor dem Körper, nicht am Körper
- Blick bleibt bis zum Kontakt auf dem Ball
2) Körper hinter den Ball
Ein einfacher Merksatz für Kinder: „Bauch hinter den Ball“. So kann der Körper einen Fehler der Hände ausgleichen.
3) Die richtige Technik je nach Ballhöhe
| Ball kommt … | Technik (nach DFB) | Merksatz für Kinder |
|---|---|---|
| flach oder als Aufsetzer | Aufnehmen: über ein gebeugtes Bein tief gehen, Körper hinter den Ball, Ellbogen zusammen, Ball über Handflächen und Unterarme an die Brust | „Baggerschaufel“ |
| halbhoch auf den Körper | Korbtechnik: Ball trifft Oberarme und Oberkörper, Unterarme und Hände schließen den Korb, Kinn zur Brust | „Korb zumachen“ |
| in Brust- oder Kopfhöhe | Fingerfang mit Dreieck bzw. „W“ vor dem Körper | „Hände vor, W hinter den Ball“ |
| hoch über dem Kopf | Einbeiniger Absprung nach vorn, Ball am höchsten Punkt mit gestreckten Armen fangen | „Hoch und nach vorn“ |
4) Sichern: Ball festmachen und schützen
Nach dem Fangen wird der Ball an den Körper gezogen (meist an Brust oder Bauch). Bei tieferen Bällen folgt oft die sichere Variante:
- Knie runter / ein Bein davor, um den Ball abzuschirmen
- Ball eng am Körper
- Kopf über dem Ball
Warum ist das wichtig? Weil Gegenspieler oft nachsetzen. Mit gutem Sichern nimmst du dem Gegner die zweite Chance. Die Regeln schützen den Torwart dabei: Hält er den Ball mit der Hand fest, darf ihn kein Gegner angreifen. Lange festhalten darf er ihn aber nicht, nach acht Sekunden gibt es nach den IFAB-Regeln 2026/27 Eckstoß für den Gegner.
Typische Beispiele aus dem Kinderfußball
- Flacher Schuss aus kurzer Distanz: Der Ball kommt schnell und niedrig. Kinder gehen tief, bilden mit beiden Händen die „Schaufel“ und ziehen den Ball zum Körper.
- Hoher Ball (Lupfer/Flanke): Hier zählt Timing. Erst stabil stehen, dann hochgehen und den Ball in der Luft festmachen. Dazu passt die Übung Flanken fangen: Timing und Anlauf.
- Nasser oder harter Ball: Rutscht leichter. Dann ist „nachfassen“ erlaubt und sinnvoll, Hauptsache, der Ball ist am Ende sicher. Torwarthandschuhe helfen beim Griff, Pflicht sind sie nach den Regeln nicht (siehe Torwart-Ausrüstung für Einsteiger).
Tipp für dein Training: Kombiniere Fangübungen mit guter Stellung und Bewegung. Passend dazu hilft dir der Beitrag zur Fußarbeit für junge Torhüter, denn ohne saubere Schritte kommst du oft zu spät in die Fangposition. Einfache Einstiegsübungen findest du unter Torwarttraining: Fangtechnik Basics.
Häufige Fehler – und schnelle Korrekturen
- Hände zu steif → „Weiche Hände“: Ball aufnehmen wie ein rohes Ei.
- Ball wird nach vorne abgeklatscht → Körper hinter den Ball, Hände vor den Körper.
- Beim flachen Ball breitbeinig stehen bleiben → tief gehen über ein gebeugtes Bein, sonst rutscht der Ball durch die Beine.
- Ball wird nicht gesichert → Nach dem Fangen sofort „einsperren“: Ball an Brust/Bauch, Gegnerseite abschirmen.
Verwandte Begriffe (für dein Torwart-Training)
- Fußarbeit/Stellungsspiel: Der Weg zum Ball entscheidet, ob du fangen kannst. Siehe Fußarbeit für junge Torhüter.
- Schussarten & Abschluss: Je besser der Schuss, desto wichtiger die Fangtechnik. Als Trainer kannst du realistische Bälle über Übungen wie beim Torschuss aus der Bewegung einbauen.
- Nachschuss/zweite Bälle: Wenn nicht gesichert wird, entstehen Abpraller. Präzise Schüsse und Zielzonen findest du in Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).
- Fausten: Die Alternative, wenn ein hoher Ball nicht sicher zu fangen ist, siehe Fausten: Wann der Torwart boxen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Fausten
Fausten (auch „boxen“ genannt) bedeutet, dass der Torwart den Ball mit der Faust wegschlägt, statt ihn sicher zu fangen, meist bei hohen, umkämpften Bällen.
Torwart-Abwurf
Der Torwart-Abwurf ist eine Wurftechnik, mit der der Torhüter nach Ballkontrolle (meist nach einem Fang) das Spiel schnell und sicher wieder eröffnet.
Abpraller (Rebound)
Ein Abpraller (engl. Rebound) ist ein Ball, der nach einem Schuss vom Torwart, vom Pfosten, von der Latte oder von einem Spieler zurück ins Feld springt.
Chipball/Lupfer
Ein Chipball (auch Lupfer oder Chip-Pass) ist ein kurzer, „angehobener“ Pass oder Schuss, bei dem der Ball in einem kleinen Bogen gespielt wird – oft über einen Gegner oder den Torwart hinweg.
Innenristpass
Mit Innenristpass meinen viele im Vereinsalltag den Pass mit der Innenseite des Fußes, mit dem du kontrolliert und präzise passt.
Jonglieren
Jonglieren im Fußball bedeutet, den Ball mehrfach in der Luft zu halten, ohne dass er den Boden berührt – meist mit Fuß, Oberschenkel oder Kopf.
Übungen zu "Fangen und Sichern"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an