Hallen- & Futsalregeln

    Futsal-Glossar: Regeln, Positionen, Taktikbegriffe

    Dieses Futsal Glossar erklärt dir die wichtigsten Regeln, Positionen und Taktikbegriffe – verständlich für Kinder, Eltern und Trainer. Mit Beispielen aus dem Kinderfußball und praktischen Verknüpfungen zu Trainingsthemen.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 7 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Futsal ist die offizielle Hallenfußball-Variante der FIFA: 4 Feldspieler plus Torwart je Team, Handballtore (3 × 2 m), kein Abseits, keine Bande und ein kleinerer, sprungreduzierter Ball. Dieses Futsal-Glossar erklärt die wichtigsten Regeln, Positionen und Taktikbegriffe – und was davon im Kinderfußball wirklich gilt.

    Was bedeutet „Futsal“? (kurz erklärt)

    Futsal ist kein „Hallenfußball ohne Bande“, sondern ein eigenes Regelwerk mit festen Spielfortsetzungen und Zeitregeln. In Deutschland laufen seit dem DFB-Bundestag 2013 alle Verbandswettbewerbe in der Halle – von der Kreis- bis zur DFB-Ebene – nach den FIFA-Futsal-Regeln. Auch der Schweizerische Fussballverband spielt offizielle Futsal-Spiele nach diesen Regeln.

    Merke: Für Bambini bis E-Jugend gilt in der Halle der vereinfachte DFB-Rahmen (§ 38 DFB-Futsal-Ordnung): keine 4-Sekunden-Regel, keine Torspieler-Regeln, keine Time-outs, keine kumulierten Fouls, keine persönlichen Strafen. Die vollen FIFA-Futsal-Regeln gelten erst ab der D-Jugend. Einzelne Landesverbände weichen ab, zum Beispiel der SWFV mit Rückpass- und 4-Sekunden-Regel schon in der E-Jugend.

    Altersklasse (Halle, DFB-Rahmen)SpielformBallFutsal-Sonderregeln
    Bambini (U6/U7)2 gegen 2, ohne TorspielerFutsal-Ball light Gr. 3 (290–310 g)keine
    F-Jugend (U8/U9)3 gegen 3 oder 4 gegen 4 (Torspieler nur im 4 gegen 4 auf 2 Tore, optional)Futsal-Ball light Gr. 3 (290–310 g)keine
    E-Jugend (U10/U11)3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 (Torspieler im 5 gegen 5)Futsal-Ball light Gr. 4 (340–360 g)keine
    D-Jugend (U12/U13)5 gegen 5 (4 + 1)Futsal-Ball light Gr. 4 (340–360 g)FIFA-Futsal-Regeln
    C- bis A-Jugend5 gegen 5 (4 + 1)Futsal-Ball Gr. 4 (410–440 g)FIFA-Futsal-Regeln

    Futsal-Glossar: Wichtige Regeln, Positionen und Taktikbegriffe

    Damit du als Elternteil oder Trainer schnell mitreden kannst, findest du hier zentrale Futsal-Begriffe – kindgerecht erklärt.

    Regeln (Basics)

    • Einkick statt Einwurf: Der Ball liegt ruhig auf der Seitenlinie und wird mit dem Fuß ins Spiel gebracht, Gegner halten 5 m Abstand. Ein direktes Tor aus dem Einkick zählt nicht. Bei Kindern bis zur E-Jugend darf auch eingedribbelt werden (3 m Abstand).
    • 4-Sekunden-Regel: Einkick, Eckstoß, Torabwurf und Freistöße müssen innerhalb von 4 Sekunden ausgeführt werden. Auch der Torwart darf den Ball in der eigenen Hälfte höchstens 4 Sekunden kontrollieren. Gilt ab der D-Jugend.
    • Torabwurf: Geht der Ball über die Torlinie, wirft (oder legt) der Torwart ihn mit der Hand aus dem Strafraum ins Spiel – es gibt keinen Abstoß mit dem Fuß. Ein direktes Tor aus dem Torabwurf ist nicht möglich.
    • Rückpass: Nach einem kontrollierten Ballkontakt darf der Torwart den Ball in der eigenen Hälfte nicht erneut spielen, wenn ein Mitspieler ihn absichtlich zurückspielt und kein Gegner dazwischen am Ball war. Mehr dazu in Rückpass im Futsal: wann darf der Torwart?.
    • Kumulierte Fouls: Alle Fouls mit direktem Freistoß werden je Team und Halbzeit gezählt. Ab dem 6. Foul gibt es für jedes weitere einen Freistoß ohne Mauer von der 10-m-Marke. In Jugendturnieren mit kurzer Spielzeit setzen Verbände die Grenze oft niedriger. Ausführlich: Kumulierte Fouls im Futsal: Bedeutung & 10m.
    • Fliegender Wechsel: Gewechselt wird beliebig oft und auch bei laufendem Spiel – über die eigene Wechselzone. Kinder bis zur E-Jugend wechseln laut DFB-Rahmen spätestens nach 3 Minuten.
    • Time-out: Jedes Team hat pro Halbzeit eine einminütige Auszeit (ab D-Jugend).
    • Kein Abseits: Im Futsal gibt es kein Abseits.

    Praxisfrage: Merkt dein Kind, wie sehr die 4-Sekunden-Regel „Kopf hoch und Entscheidung“ trainiert?

    Der Futsalball

    Der Futsalball ist kleiner als ein Feldball (Größe 4, 62–64 cm Umfang) und sprungreduziert: Aus 2 m fallen gelassen, springt er nur 50 bis 65 cm hoch. Leichter ist ein regulärer Futsalball aber kaum (400–440 g, Feldball Größe 5: 410–450 g). Für Kinder sind deshalb nur die „light“-Bälle geeignet. Größen und Gewichte im Vergleich: Futsal- & Hallenfußball-Ballgrößen.

    Positionen

    • Keeper (Torwart): Nicht nur „Torverhinderer“, sondern oft erster Spielmacher – per Abwurf oder als Anspielstation mit dem Fuß.
    • Fixo: Der Abwehrspieler in der Mitte. Organisiert, coacht, sichert ab – vergleichbar mit einem Innenverteidiger.
    • Ala: Außenspieler links/rechts. Sie geben Breite, starten Dribblings und helfen defensiv schnell zurück.
    • Pivot: Der vorderste Spieler, häufig mit dem Rücken zum Tor. Er schirmt Bälle ab, lässt klatschen (kurzer Rückpass) und schafft Raum für nachrückende Mitspieler.
    TWFixoAlaAlaPiv
    Abb. 1 · Die Futsal-Positionen im 4+1, Angriff nach rechts: Keeper (TW), Fixo in der Abwehrmitte, zwei Alas links und rechts für die Breite, vorne der Pivot (Piv), oft mit dem Rücken zum Tor.
    Eigenes Team

    Kinderfußball-Beispiel: Im 4+1 in der Halle kann der Pivot wie ein „Wandspieler“ agieren: Ball annehmen, kurz prallen lassen, sofort wieder freilaufen – ähnlich wie bei einer Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+).

    Taktikbegriffe

    Kinderfußball-Beispiel Powerplay: Im Training kannst du 5 gegen 4 spielen lassen und klare Regeln geben: maximal 2 Kontakte, Abschluss nach 6 Pässen. So lernen Kinder, nicht hektisch zu werden und trotzdem zielstrebig zu bleiben.

    Verwandte Begriffe (kurz)

    Häufig gestellte Fragen

    Futsal hat ein festes FIFA-Regelwerk: keine Bande, Handballtore, Einkick statt Einwurf, Torabwurf statt Abstoß, kumulierte Fouls und ab der D-Jugend die 4-Sekunden-Regel. Der Ball ist kleiner und sprungreduziert. Klassischer Hallenfußball mit Bande folgt dagegen den Richtlinien des Landesverbands oder des Turnierveranstalters.

    Nur vereinfacht. Für Bambini bis E-Jugend sieht die DFB-Futsal-Ordnung keine 4-Sekunden-Regel, keine Torspieler-Regeln, keine Time-outs, keine kumulierten Fouls und keine persönlichen Strafen vor; Schiedsrichter sind dort nicht vorgesehen. Die vollen FIFA-Futsal-Regeln gelten ab der D-Jugend. Einzelne Landesverbände weichen ab.

    Der Pivot ist der vorderste Spieler und dient als Anspielstation unter Druck. Er schirmt den Ball ab, lässt klatschen (kurzer Rückpass) oder dreht auf, um selbst zum Abschluss zu kommen. Gleichzeitig bindet er Gegenspieler und öffnet Räume für nachrückende Mitspieler.

    Powerplay wird meist bei Rückstand eingesetzt, um mit einem zusätzlichen Feldspieler Überzahl zu erzeugen. Es lohnt sich nur mit klaren Passwegen, Geduld im Ballbesitz und einer guten Absicherung, weil Ballverluste schnell zu Gegentoren ins leere Tor führen können.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Übungen zu "Futsal"

    Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an

    Futsal Glossar
    Futsal Begriffe
    Pivot Futsal
    Powerplay Futsal
    Futsal Regeln