Funino & 3v3

    Funino: Spielaufbau aus der Tiefe 3 gegen 3 (U10–U12)

    Diese Funino-Übung im 3 gegen 3 trainiert den Spielaufbau aus der Tiefe für U10–U12: Breite geben, Dreiecke bilden und unter Druck Lösungen finden. Mit klaren Regeln, Variationen und Coaching-Tipps für Einsteiger.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
    Grundaufbau: Funino-Feld 20 x 25 m, vier Minitore, markierte Aufbauzone vor den eigenen Toren — 3 gegen 3, ruhig eröffnen.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Funino – Spielaufbau aus der Tiefe 3 gegen 3 (U10–U12)

    Ziel: Kinder lernen, den Ball ruhig aus der eigenen Tiefe zu eröffnen: Breite geben, Dreiecke bilden, offen anspielbar sein und nach Ballgewinn schnell in eine klare Angriffsaktion kommen. Im Funino-Format (zwei Minitore pro Team) entstehen viele Entscheidungen: Wohin passt du? Dribbelst du an? Und wie löst du Druck, ohne den Ball blind wegzuschlagen?

    Gerade in U10–U12 ist das ideal, weil Kinder in kleinen Spielformen viele Ballkontakte bekommen und Spielaufbau nicht „taktisch trocken“, sondern spielnah erleben.

    Organisation: Material, Spieler, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 4 Minitore (oder 4 Hütchentore)
    • Markierungshütchen für die Feldecken, 4 Markierungsteller für die beiden Aufbauzonen
    • Leibchen in 2 Farben
    • 1 Ball pro Feld (plus Ersatzbälle neben dem Feld)

    Spieleranzahl

    • Minimum: 6 Spieler (3 gegen 3)
    • Optimal: 8–12 Spieler (zwei Felder parallel oder Rotationsspieler)

    Dauer

    • 20–25 Minuten als Hauptteil, z. B. 4 Durchgänge à 5 Minuten mit je 1 Minute Trinkpause

    Feldgröße

    • ca. 20 x 25 m (je nach Leistungsstand und Platz)

    Aufbau der Übung

    • Markiere ein Rechteckfeld (ca. 20 x 25 m).
    • Stelle an beiden Grundlinien jeweils zwei Minitore mit 4–6 m Abstand zueinander auf (Funino-typisch).
    • Jedes Team verteidigt die beiden eigenen Tore und greift auf die beiden gegenüberliegenden Tore an.
    • Lege eine „Aufbauzone“ fest: die hinteren 5 Meter vor den eigenen Toren (mit zwei Tellern an den Seitenlinien markiert, eine durchgehende Linie ist nicht nötig).

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Teams einteilen: 3 gegen 3, Leibchen verteilen. Optional 1–2 Rotationsspieler je Team.
    2. Spielstart festlegen: Der Ball startet immer bei einem Team in der eigenen Aufbauzone (z. B. Trainer passt ein oder Ball wird „eingedribbelt“). Nach einem Tor beginnt das Team, das getroffen wurde, in seiner Aufbauzone.
    3. Aufbau-Regel aktivieren: Nach jedem Start aus der Aufbauzone zählt ein Tor erst, wenn das Team in der eigenen Hälfte mindestens einen Pass zum Mitspieler gebracht hat. Ein langer Schlag Richtung gegnerische Tore bringt also nichts.
    4. Gegnerischer Druck: Das verteidigende Team darf sofort pressen – aber: Tore nach einem direkten Ballgewinn in der Aufbauzone zählen doppelt (Motivation für aktives Anlaufen).
    5. Torerfolg im Funino: Ein Tor zählt, wenn der Ball durch eines der zwei gegnerischen Minitore gespielt wird. Dadurch müssen Kinder im Spielaufbau früh „mitdenken“: Welches Tor ist frei?
    6. Ball aus dem Aus: Schneller Wiedereinstieg durch Eindribbeln oder Pass von der Seitenlinie (deine Wahl). Achte auf Tempo.
    7. Coaching in kurzen Stopps: Alle 2–3 Minuten kurz einfrieren: „Wo ist die Breite? Wo ist die nächste Anspielstation?“ Dann direkt weiterspielen.
    8. Rotation: Nach 2–3 Minuten wechseln Rotationsspieler ein oder Teams tauschen Gegner/Felder.

    Variationen (leichter & schwerer)

    Variation 1: Leichter (Einsteiger oder jüngere Gruppen)

    • Rückzugsregel: Startet ein Team in seiner Aufbauzone, muss der Gegner erst hinter die Mittellinie. Er darf pressen, sobald der erste Pass gespielt ist. So hat das aufbauende Team Zeit für die erste Entscheidung.
    • Kein Doppeltor nach Ballgewinn, damit Fehler angstfrei bleiben.
    • Feld etwas kleiner (z. B. 18 x 22 m), damit die Pässe kurz bleiben.

    Variation 2: Standard (U10–U12)

    • Doppeltor nach Ballgewinn in der Aufbauzone.
    • „Aufbauzone“ als Orientierung: Kinder sollen nicht im ersten Kontakt panisch nach vorne schießen.

    Variation 3: Schwerer (starke U12)

    • Max. 3 Sekunden Ballhaltezeit pro Spieler (fördert Vororientierung).
    • Tor zählt nur, wenn vorher ein Pass über die Mittellinie gespielt wurde.
    • Bonuspunkt, wenn nach Spielverlagerung (Torwechsel) abgeschlossen wird.

    Wenn du zusätzlich Abschlussqualität trainieren willst, kombiniere das Thema später mit Torschuss aus der Bewegung – so wird aus gutem Spielaufbau auch ein gefährlicher Abschluss.

    Coaching-Tipps (was du währenddessen konkret coachen kannst)

    • Offene Stellung: Fordere „seitlich aufdrehen“, damit Kinder Feld und Gegner sehen. Frage: „Kannst du den Ball so annehmen, dass du nach vorne schauen kannst?“
    • Breite & Tiefe: Einer gibt Breite, einer bietet Tiefe an. Ohne Anspielstationen gibt’s nur Zufall.
    • Dreiecke statt Reihen: Zeige kurz, wie drei Spieler ein Passdreieck bilden – das ist die Basis für Spielaufbau unter Druck.
    • Andribbeln als Lösung: Wenn niemand frei ist: 2–3 Kontakte nach vorne, Gegner binden, dann passen.

    Für U12 kannst du das Thema defensiv ergänzen: Wie steht das Team hinter dem Ball, wenn im Aufbau ein Fehler passiert? Das passt perfekt zu Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Alle laufen zum Ball: Stoppe kurz und gib die einfache Aufgabe: „Einer bleibt breit rechts, einer breit links.“
    • Blindes Wegschlagen: Erinnere an die Aufbau-Regel und lobe jede kontrollierte Lösung – auch wenn sie mal schiefgeht.
    • Kein Blick vor dem Pass: Mini-Coaching: „Erst schauen, dann spielen.“ Lass Kinder bewusst vor der Annahme scannen.
    • Querpass vor dem eigenen Tor in den Gegner: Zeige die Alternative: Pass auf den breiten Mitspieler an der Seitenlinie oder selbst andribbeln. Quer durch die Mitte nur, wenn der Weg sicher frei ist.

    Praxis-Tipp für Eltern & Trainer

    Spielaufbau kostet Konzentration – gerade nach der Schule. Achte darauf, dass dein Kind nicht „leer“ ins Training kommt. Ein kleiner Snack kann helfen; Ideen findest du bei Nachmittags-Snacks: Energie vor dem Training.

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    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Funino bietet viele Ballkontakte und wiederkehrende Spielsituationen in kleinem Raum. Kinder müssen ständig Anspielstationen schaffen, den Kopf heben und Entscheidungen treffen – genau das, was ein sauberer Spielaufbau braucht. Durch zwei Minitore pro Seite entstehen zudem natürliche Spielverlagerungen und der Blick für freie Räume.

    Hilfreich sind klare, einfache Leitplanken statt langer Erklärungen: eine kleine Aufbauzone, die Regel „erst sichern, dann angreifen“ und viel positives Feedback für kontrollierte Lösungen. Zusätzlich wirkt es, wenn du Andribbeln als legitime Option coachst: 2–3 Kontakte nach vorne, Gegner binden, dann flach passen.

    Als guter Startpunkt funktionieren etwa 20 x 25 Meter. Ist das Spiel zu hektisch und es gibt kaum kontrollierte Pässe, vergrößere das Feld leicht. Gibt es zu wenig Druck und zu viel Zeit am Ball, verkleinere es etwas. Ziel ist ein Tempo, bei dem Kinder Lösungen unter Gegnerdruck finden müssen, aber nicht überfordert sind.