D-Jugend-Regeln im Überblick (U12/U13): Spielform, Spielzeit, Ballgröße, Abseits und was je Landesverband unterschiedlich ist
Für die D-Jugend gelten gemeinsame Vorgaben, aber auch unterschiedliche Regeln der Landesverbände. Der Überblick erklärt Altersklassen, Spielformen, Spielzeit, Ballgröße und Abseits sowie die Unterschiede beim Vereinswechsel zwischen U12 und U13.
Samstagmorgen am Spielfeldrand: Dein Kind läuft zum ersten D-Jugend-Spiel auf, und plötzlich tauchen Fragen auf. Warum stehen hier neun Kinder pro Mannschaft auf dem Platz, während der Nachbarverein mit sieben spielt? Gilt jetzt Abseits? Und braucht die Mannschaft einen anderen Ball? Die D-Jugend-Regeln lassen sich gut einordnen, wenn Du zwischen bundesweiten Vorgaben, DFB-Empfehlungen und den Bestimmungen Deines Landesverbands unterscheidest.
Dieser Überblick beschreibt den deutschen Regelrahmen für die Saison 2026/27. Für Vereine in Österreich und der Schweiz lassen sich die deutschen Vorgaben nicht einfach übernehmen. Auch innerhalb Deutschlands gilt: Die Altersklasse allein verrät noch nicht alle Regeln des konkreten Wettbewerbs.
D-Jugend auf einen Blick
Alter und Jahrgänge: Wer gehört zur U12/U13?
Die D-Junioren umfassen die U12 und U13. Nach der DFB-Jugendordnung gehören dazu Spielerinnen und Spieler, die im Kalenderjahr des Saisonbeginns das 11. oder 12. Lebensjahr vollenden oder bereits vollendet haben. Der Stichtag für die Einteilung ist der 1. Januar.
Für die Saison 2026/27 bedeutet das:
- U12, jüngerer D-Jahrgang: Geburtsjahr 2015.
- U13, älterer D-Jahrgang: Geburtsjahr 2014.
Entscheidend ist also nicht das Alter am ersten Spieltag. Ein Kind des Jahrgangs 2015 gehört in dieser Saison zur U12, auch wenn sein elfter Geburtstag erst im Dezember liegt. Weitere Erläuterungen findest Du im Überblick zum Alter und zu den Jahrgängen der D-Jugend.
Die wichtigsten Eckdaten als Tabelle
| Bereich | Überblick für die D-Jugend | Einordnung |
|---|---|---|
| Altersklasse | U12/U13, Saison 2026/27: Jahrgänge 2015 und 2014 | Bundesweiter Altersrahmen |
| Spielform | DFB-Empfehlungen: 7 gegen 7, 8 gegen 8 oder 9 gegen 9, jeweils mit Torwart | Landesverband und Wettbewerb beachten |
| Feld beim 7 gegen 7 | Etwa 50 × 65 Meter | DFB-Empfehlung |
| Feld beim 9 gegen 9 | Von Strafraum zu Strafraum, mindestens 50 × 68 Meter | DFB-Empfehlung |
| Feld beim 8 gegen 8 | Quer über das Spielfeld | DFB-Empfehlung; konkrete Maße vor Ort prüfen |
| Tore | 5 × 2 Meter | Bestandteil der DFB-Empfehlungen |
| Ball | Größe 4 oder 5 mit 350 Gramm | DFB-Empfehlung, nicht bundesweit verbindlich |
| Spielzeit | 2 × 30 Minuten | Reguläre Spieldauer; Turnierabweichungen möglich |
| Abseits | In den meisten Landesverbänden mit Abseits | Ausnahmen und Sonderregeln beachten |
| Rückpassregel | Gilt in praktisch allen Landesverbänden | Wettbewerbsbestimmungen prüfen |
| Spielleitung und Wertung | Schiedsrichter, Tabellen und Meisterschaftsrunden | Teil des D-Jugend-Spielbetriebs |
Wichtig: Eine Empfehlung wird nicht dadurch zur verbindlichen Regel, dass viele Vereine danach spielen. Für Deinen Spieltag brauchst Du die Bestimmungen des zuständigen Wettbewerbs.
Spielform: 7, 8 oder 9 gegen 9
Was der DFB empfiehlt
Anhang IV Teil 2 der DFB-Jugendordnung enthält für die D-Jugend Empfehlungen an die Landesverbände. Anders als bei der verbindlichen Spielformen-Reform für die jüngeren Altersklassen G bis E schreibt dieser Abschnitt für die D-Junioren keine einheitliche Spielform vor. Wie die Regeln eine Altersklasse darunter aussehen, erklärt der Überblick zu den E-Jugend-Regeln.
Als Varianten nennt der DFB:
- 7 gegen 7 einschließlich Torwart auf etwa 50 × 65 Metern.
- 9 gegen 9 einschließlich Torwart, gespielt von Strafraum zu Strafraum, mindestens auf 50 × 68 Metern. Die umgangssprachliche Angabe „16er zu 16er“ bezeichnet dabei die Strafraumgrenzen des Großfelds.
- 8 gegen 8 einschließlich Torwart quer über das Spielfeld.
Die empfohlenen Tore messen 5 × 2 Meter. Daraus folgt aber nicht, dass jede D-Jugend-Mannschaft in Deutschland dieselbe Feldgröße und dieselbe Mannschaftsstärke nutzt.
Was die Landesverbände festlegen
Genau hinsehen. Die tatsächlichen Spielformen unterscheiden sich deutlich: Berlin führt beispielsweise das 8 gegen 8, Sachsen das 7 gegen 7. In Bremen, Südwest und Westfalen steht das 9 gegen 9 im Überblick. Andere Verbände ermöglichen mehrere Varianten. Hamburg führt sogar 6 gegen 6 und 7 gegen 7, Brandenburg eine Bandbreite von 6 gegen 6 bis 9 gegen 9.
Die Überschrift „D-Jugend“ reicht deshalb nicht als Aufbauanleitung für den Platz. Prüfe vor Saisonbeginn Spielform, Feldmaße und Torgröße für Deine konkrete Staffel. Einen ersten Überblick bietet Dir der Vergleich der Regeln nach Landesverband.
Ein typischer Vereinsfehler: Das Trainerteam übernimmt den Feldaufbau aus der Vorsaison, ohne die aktuellen Wettbewerbsbestimmungen zu prüfen. Besser funktioniert eine kurze Abstimmung zwischen Jugendleitung, Trainerteam und den Personen, die den Platz vorbereiten.
Abseits, Rückpass und Spielleitung
Gilt in der D-Jugend Abseits?
In den meisten Landesverbänden wird in der D-Jugend mit Abseits gespielt. Eine bundesweit gültige Ja-oder-nein-Antwort wäre trotzdem falsch.
Ohne Abseits spielen die D-Junioren unter anderem in:
- Hamburg,
- Berlin,
- Sachsen,
- Mecklenburg-Vorpommern,
- Brandenburg.
Einzelne Verbände haben Sonderregeln, beispielsweise eine besondere Abseitslinie. Deshalb solltest Du vor einem verbandsübergreifenden Freundschaftsspiel nicht voraussetzen, dass beide Mannschaften dieselben Regeln gewohnt sind.
Was heißt das für das Training? Wenn Dein Wettbewerb mit Abseits spielt, kannst Du das Starten in freie Räume und das passende Timing beim Zuspiel gemeinsam üben. Spielt Deine Mannschaft ohne Abseits, solltest Du keine vermeintlich verbindliche Abseitsregel in die Spielvorbereitung hineintragen. Erkläre den Kindern klar, welche Regel am nächsten Spieltag gilt.
Rückpassregel: Den Torwart einbeziehen
Die Rückpassregel gilt in der D-Jugend in praktisch allen Landesverbänden. Behandle den Wechsel aus der E-Jugend deshalb als Anlass, die geltenden Torwartregeln gemeinsam durchzugehen, statt vorhandenes Wissen einfach vorauszusetzen.
Für die Trainingspraxis eignet sich eine konkrete Situation: Ein Verteidiger gerät unter Druck und spielt zurück zum Torwart. Übe mit den Kindern, wie der Torwart anspielbar bleibt und den Ball mit dem Fuß weiterleitet. Dabei geht es um eine brauchbare Lösung im Spiel, nicht um das Auswendiglernen langer Regeltexte.
Schiedsrichter, Tabellen und Meisterschaftsrunden
In der D-Jugend leitet ein Schiedsrichter die Spiele. Es gibt Tabellen und Meisterschaftsrunden. Erkläre Kindern und Eltern vor dem Saisonstart, wie der Wettbewerb organisiert ist und wer auf dem Platz Entscheidungen trifft.
Tabellen liefern einen sportlichen Vergleich. Als Trainer solltest Du sie aber nicht zum einzigen Maßstab machen: Ein mutiger Spielaufbau oder ein gut gelöster Zweikampf verdient konkrete Rückmeldung, auch nach einer Niederlage. Eltern helfen, indem sie Entscheidungen nicht lautstark vom Spielfeldrand kommentieren.
Ball, Spielzeit und Wechsel
Welche Ballgröße braucht die D-Jugend?
Der DFB empfiehlt für die D-Jugend Ballgröße 4 oder 5 mit einem Gewicht von 350 Gramm. Das ist eine Empfehlung und keine bundesweit verbindliche Festlegung auf eine einzige Ballgröße.
Prüfe vor dem Ballkauf deshalb zwei Angaben: Größe und Gewicht. Nur „Größe 5“ auf einer Einkaufsliste reicht nicht aus, um die DFB-Empfehlung eindeutig abzubilden. Gleiche die Auswahl anschließend mit den Vorgaben Deines Landesverbands beziehungsweise Wettbewerbs ab.
Wie lange dauert ein Spiel?
Die reguläre Spielzeit beträgt 2 × 30 Minuten, also insgesamt 60 Minuten. Bei Turnieren können die Verbände die Spieldauer anpassen.
Plane Turniertage deshalb nicht automatisch mit der Ligaspielzeit. Lies die Turnierbestimmungen und gib die tatsächlichen Spielzeiten an die Eltern weiter. Das erleichtert die Organisation von Anfahrt, Betreuung und Abholung.
Welche Wechselregeln gelten?
Vorher klären. Für Auswechslungen solltest Du keine bundesweit einheitliche Zahl oder eine pauschale Erlaubnis zum Wiedereinwechseln annehmen. Maßgeblich sind die geltenden Verbands- und Wettbewerbsbestimmungen.
Kläre insbesondere:
- Wie viele Auswechselspieler darfst Du einsetzen?
- Dürfen ausgewechselte Kinder erneut mitspielen?
- Wie läuft die Anmeldung eines Wechsels bei der Spielleitung ab?
Notiere die Antworten in Deinen Saisonunterlagen. Das verhindert Diskussionen während des Spiels und hilft Dir, Einsatzzeiten innerhalb der geltenden Regeln zu planen.
Vereinswechsel in der D-Jugend
Beim Vereinswechsel verläuft eine wichtige Grenze zwischen dem jüngeren und dem älteren D-Jahrgang:
- U12 und jüngere Jahrgänge: Ein Vereinswechsel ist zum maßgeblichen Stichtag ohne Wartezeit möglich.
- U13, älterer D-Jahrgang: Hier gelten Regelungen zu Zustimmung beziehungsweise Wartefrist.
„Ohne Wartezeit“ bedeutet daher nicht, dass jeder Wechsel zu jedem beliebigen Termin sofort einen Pflichtspieleinsatz ermöglicht. Ebenso wäre die Aussage falsch, für alle D-Junioren gelte dieselbe Wechselregel.
Wenn Dein Kind den Verein wechseln möchte, solltest Du frühzeitig mit der Jugendleitung sprechen. Lass Jahrgang, Wechseltermin, nötige Zustimmung und Beginn der Spielberechtigung konkret prüfen. Verlasse Dich nicht auf die Erfahrung einer anderen Familie: Schon der Unterschied zwischen U12 und U13 kann zu einer anderen Einordnung führen.
Was bedeutet das für Trainer und Eltern?
Den Übergang zwischen Klein- und Großfeld begleiten
Die D-Jugend liegt zwischen Klein- und Großfeld. Wie dieser Übergang im Alltag aussieht, hängt von der jeweiligen Spielform ab. Ein Team im 7 gegen 7 steht vor anderen räumlichen Aufgaben als eine Mannschaft im 9 gegen 9.
Richte Dein Training deshalb am tatsächlichen Spielbetrieb aus. Wie eine komplette Trainingswoche für diese Altersklasse aussehen kann, zeigt der Trainingsleitfaden für die D-Jugend. Nutze die Vorbereitung etwa dafür, das Freilaufen auf dem vorgesehenen Feld, das Zusammenspiel mit dem Torwart und die geltenden Abseitsregeln zu verbinden. Erkläre jeweils eine konkrete Spielsituation statt sämtliche Regeln auf einmal.
Auch der nächste Altersklassenwechsel verdient Vorbereitung. Anregungen dazu findest Du im Ratgeber zum Übergang von der D-Jugend auf das Großfeld.
Fazit: Erst die Regeln prüfen, dann die Saison planen
Unterm Strich: Die D-Jugend-Regeln bestehen aus einem gemeinsamen Rahmen und regionalen Festlegungen. U12/U13 und regulär 2 × 30 Minuten geben Orientierung. Spielform, Abseitsdetails, Ballvorgaben und Wechselbestimmungen musst Du für Deinen Wettbewerb prüfen.
Erstelle vor dem Saisonstart eine kurze Mannschaftsübersicht mit Feld, Toren, Ball, Spielzeit, Abseits und Wechselregeln. Besprich sie mit Deinem Trainerteam und gib den Eltern die wichtigsten Punkte weiter. So beginnt der erste Spieltag mit klaren Absprachen statt mit Grundsatzdiskussionen am Spielfeldrand.
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